"DAS MEISTERSTÜCK"

 

gepr. am 05.07.1964 in Jeffersonville, Indiana

 

von Br. William Marrion Branham

 

1    Lasst uns jetzt unsere Häupter zum Gebet beugen. Während unsere Häupter und Herzen vor Gott gebeugt sind, möchte ich fragen, wie viele von euch ein Anliegen haben, dessen ich vor Gott gedenken soll? Würdet ihr eure Hand erheben? Haltet das Anliegen in eurem Herzen fest, während wir jetzt beten.

2    HErr Jesus, Du unerschöpfliche Quelle des Lebens, durchströme uns heute, HErr, und reinige uns von allem Unglauben und aller Sünde, damit wir jetzt in Deiner Gegenwart bestehen können. Wir wissen, dass es Nöte unter uns gibt. Wir sind uns auch bewusst, dass wir Sünder und keines Segens würdig sind. Doch wenn wir daran denken, dass Er kam und unsere Sünden auf Sich genommen hat, wenn also Sein Blut hier ist, sind wir es nicht mehr, die in der Gegenwart Gottes stehen, dann ist Er es — es ist nur unsere Stimme durch Sein Blut. Sein Blut spricht für uns. 0 Gott, so reinige unsere Herzen von Sünde und Unglauben.
   Schenke uns, wonach unsere Herzen verlangen, denn wir haben wahrhaftig das Verlangen, Dir zu dienen. All das, was uns begegnet und uns schwächt, die Leiden und all die Dinge der Welt, die uns manchmal auferlegt werden, sind dazu da, um uns zur Vollkommenheit zu bringen. Es steht geschrieben, und dadurch ließ Er es uns wissen: „Lasst diese Prüfungen nicht befremdend auf euch wirken." [1.Petrus 4,12]. Sie dienen uns nur zum Besten, um uns vollkommen zu machen und in die rechte Stellung zu bringen. Wir danken Dir für diese großen Wüsten — Erfahrungen, durch die Gerechte zu Heiligen geformt werden. In keiner Weise möchten wir etwas im Gegensatz zu Deinem Willen tun, sondern beten, Vater, dass wir Dir durch all dies näher kommen.
   Und wenn die Last so schwer wird, dass wir nicht mehr weitergehen können, dann erheben wir unsere Hände und rufen zu Dir, unserem Vater. Erhöre uns dann vom Himmel her, HErr. Heile uns. Mache uns gesund um des Reiches Gottes willen.

5    Segne Dein Wort heute, HErr. Dein Wort ist die Wahrheit.
   Wir sind jetzt hier in der Kapelle versammelt und beten für Bruder Neville, Bruder Capps, Bruder Collins und die übrigen Prediger, für den Vorstand und die Diakone, für die gesamte Zuhörerschaft und für alle, die fremd sind in unseren Toren. Möge dies ein Tag sein, an den wir noch lange zurückdenken werden, weit Deine Gegenwart hier war.
   Wir sind heute Morgen in großer Erwartung hier, HErr; ganz kurzfristig zusammengerufen worden. Wir meinen, dass es zu einem Zweck geschehen ist. Möge Deine Absicht zur Ausführung kommen, denn wir bitten darum im Namen Jesus, während wir uns Dir unterwerfen. Amen.

7    Es ist etwas Besonderes, hier zu sein und mit euch allen in dieser überfüllten Kapelle versammelt zu sein. Ich habe heute Morgen nicht so viele erwartet, weil ich eigentlich selbst nicht wusste, dass ich hier sein werde.
   Wir sind gerade aus Philadelphia zurückgekommen, und ich war der Meinung, dass ich direkt nach Arizona Weiterreisen müsste, um dort die Beerdigung von Jim Mosley, einem meiner Freunde, zu halten. Er war Flugkapitän, ein teurer, gottesfürchtiger Mann, den ich vor nicht langer Zeit zu Christus geführt habe, und gehörte zu den drei Mosley-Brüdern. Einer von ihnen stürzte nun mit dem Flugzeug ab und war auf der Stelle tot. Etwa zehn Stunden lag er zwischen den brennenden Trümmern, bis man ihn bergen konnte. Er war achtundzwanzig Jahre, seine Frau ist sechsundzwanzig Jahre alt, und er hinterlässt drei kleine Kinder, das älteste ist sieben Jahre alt. Es ist sehr traurig. Nachdem man ihn geborgen hatte, musste er gleich am nächsten Tag beerdigt werden, und ich hatte keine Möglichkeit, dabei zu sein. Ich habe durch ein Telegramm das mitgeteilt, was ich zu sagen hatte — was ich bei der Beisetzung von Bruder Mosley gesagt hätte. Manche dieser Dinge können wir nicht verstehen, trotzdem lässt Er alles zu unserem Besten dienen.

9    Heute Morgen sind wir hier im Dienst des HErrn. Wir wissen, dass wir Gott glauben. Wir glauben, dass Er alles recht hinausführen wird; ungeachtet dessen, was es ist und wie es sich auswirkt, wissen wir, dass es uns zum Besten dienen muss. Das hat Er verheißen, deshalb muss es einfach so sein. Manchmal verstehen wir es nicht, manchmal wird es sehr schwierig, und dennoch wissen wir, dass es wahr ist, denn die Bibel sagt, dass es die Wahrheit ist. Für uns ist die Bibel Gott in geschriebener Form.
   Irgendwo müssen wir unseren Glauben verankern. Wenn einer von uns versuchen würde, im Leben Erfolg zu haben, und Multimillionär werden würde — was könnten wir damit anfangen? Wir müssten auch einmal an das Ende unseres Lebensweges kommen, und was nützte es dann? Geld ist ein Zahlungsmittel, aber das Leben könnt ihr euch damit nicht erkaufen. Gott allein gibt Leben.

11    Wir erkennen, dass wir hier als ein Negativ sind. Wenn es ein Negativ gibt, muss es auch ein Positiv geben. Es kann kein Negativ ohne Positiv geben, denn das Positiv ist die Voraussetzung für das Negativ. Es ist so, wie wenn man ein Bild von einem Gegenstand aufnimmt. Es muss ein Gegenstand da sein und das Licht muss die Linse treffen, sonst könnte kein Negativ entstehen. Wenn wir erkennen, dass unser Leben hier das Negativ, das Bild eines anderen Lebens ist, dann wissen wir auch, dass irgendwo ein Positiv existiert, das vom Licht getroffen wurde und hier auf dieser Erde nur widergespiegelt wird. Wir sind nur die Widerstrahlung, doch der tatsächliche Gegenstand befindet sich irgendwo anders. Wenn es nicht so ist, dann bin ich der verführteste Mensch auf der Welt; dann habe ich mein Leben vergeblich gelebt. Doch über jeden Schatten eines Zweifels erhaben, weiß ich, dass es existiert, und deshalb sind wir hier.

12    Wenn ich sehe, dass ihr Leute auf eine kurze Benachrichtigung hin, manchmal sogar nur aufgrund einer Annahme, dass ich hier bin, quer durch das Land hierher kommt, dann fühle ich mich sehr gering, wenn ich in eine solche Versammlung komme. Ich denke daran, dass Menschen Hunderte von Meilen gefahren sind, nur um wenige Minuten an einem Gottesdienst teilnehmen zu können.
   Eine Frau, die vor einigen Tagen hierher kam, sagte folgendes: „Zeigt mir, wo der Mann gegangen ist, so will ich auf demselben Grund und Boden gehen; dann werde ich gesund werden." Wenn die Menschen einem so glauben und man Christus repräsentiert — was sollten wir dann tun? Wir sollten sehr Acht geben, denn mit Verkehrtem zerstört man nicht nur sich selbst, sondern auch andere, die einem folgen.
   Ich kenne keine Denomination oder etwas, wo ich euch sonst hinschicken könnte. Es gibt nur eines, in das ich meinen Glauben gesetzt habe, und das ist das Wort Gottes. Wenn ihr mir glaubt, befolgt das, was ich euch sage, denn ich glaube der Bibel. Alles andere wird fehlschlagen. ER ist das Leben. ER ist das Wort.

15    Ich weiß, dass ich euch immer lange hier behalte. Ich betete zu Gott, da bekam ich den Drang, heute hier zu sein. Ich hatte so viele Aussprachen und Anrufe; einige davon schon heute Morgen. Ich dachte: "Bestimmt wird Bruder Neville mich darum bitten zu sprechen." Das war am Freitag, als ich sagte: „Bruder Neville wird mich sicher bitten, dass ich spreche." Wenn ich es tue, bete ich zu Gott, dass Er mir hilft. Es war so heiß. Doch Er ist so gut und hat uns Regen gesandt, die extreme Hitze unterbrochen und uns heute einen schönen Morgen geschenkt. Ich bete darum, dass sich Seine Güte heute auf jeden einzelnen von euch ergießt, damit ihr diesen Vormittag nie wieder vergesst. Möge Seine Gnade und Sein Segen auf euch sein.

16    Gestern Abend besuchte ich einen kranken Freund. Es ist Bruder Bill Dauch. Ich sehe ihn heute Morgen nicht hier. Doch, dort ist er. Ich dachte: "Ein alter Mann mit einundneunzig Jahren eilt noch quer durch das Land, durch Wüsten, durch verschneites Gebirge und auf glatten Straßen." Er braucht das nicht zu tun. Gott war so gut zu ihm; dennoch brauchte er das nicht zu tun. Er könnte zu Hause sitzen und Dienstboten haben, die ihm Luft zufächerten, wenn er es wünschte. Doch mit Bill Dauch ist etwas geschehen: Er ist wiedergeboren worden. Als das geschah, kam etwas in sein Herz, so dass sein ganzes Leben nur noch darauf ausgerichtet ist, an diesen Gottesdiensten teilzunehmen. Wenn ich nun das Sprachrohr Gottes bin, würde ich dann einen Freund betrügen? Eher würde ich sterben! Also muss ich ihm genau die Wahrheit aus dieser Bibel sagen, denn sie ist Gottes Wort. Ich wiederhole nur das, was Er gesagt hat.

17    Jetzt möchte ich etwas aus der Bibel lesen. Ehe wir das tun, möchte ich bekannt geben, dass wir heute Abend das Abendmahl haben werden. Das betrifft euch hier am Ort, denn die anderen werden wohl nach Hause fahren, weil sie zur Arbeit müssen. Ihr, die ihr hier zur Versammlung kommt, denkt daran, dass die Brüder heute Abend das Abendmahl austeilen werden.

18    Ich warte auf die endgültige Zusage aus Afrika. Sie lassen mich nicht als Missionar hinein. Ich kann nur als Jäger einreisen und werde Kenia, Uganda und Tansania besuchen. Nur so komme ich hinein. Die Gemeinden wollen es nicht, denn die einen möchten, dass ich ihre Ansicht predige, und die anderen, dass ich ihre Seite vertrete, und so gehe ich nicht nach Afrika. Ich könnte nicht so heucheln und das tun. Ich werde ihnen einfach sagen: „Nein! Ich werde nur das predigen, was Gott auf mein Herz legt, und sonst nichts." Ich bin sicher, es wird bestimmt nicht das sein, was sie möchten, dass ich lehre, zum Beispiel die Taufe auf die drei Titel und so weiter Und dann soll ich mich mit ihnen herumstreiten? Nein!

19    Doch Bruder Boze hat mich gebeten, zu einer großen Konferenz zu kommen. Er ist nahe daran, das zu erkennen, was auch wir glauben. Deshalb habe ich um eine Einreisegenehmigung gebeten, als würde ich zur Jagd gehen wollen. Wenn sich jemand findet, der mich zur Jagd einlädt, dann wird es sicherlich gehen, denn der Mann auf der Botschaft dort ist einer meiner persönlichen Freunde aus Chicago. Sobald ich dann dort bin, wird er sagen: "Bruder Branham ist hier, lasst uns Versammlungen halten." Wenn ich dort eingetroffen bin, kann die Botschaft es nicht mehr ablehnen. Sie versuchen gerade, es durchzuführen. Wenn es der Wille Gottes ist, wird es so zustande kommen. Ich vertraue darauf. Es ist Ihm anheim gestellt. Sollte es nicht gehen, werde ich es euch wissen lassen.

20    Wenn es der Wille Gottes ist, möchte ich dann über die sieben Posaunen sprechen. Dazu werden wir ungefähr eine Woche hindurch Gottesdienste halten. Sie werden jedoch nicht hier in der Kapelle sein, sondern wir versuchen, das Auditorium zu mieten.
   Ich habe nie gedacht, dass hier ein neues Auditorium gebaut werden würde. Es befindet sich genau dort, wo ich Jesus zum ersten Mal in einer Vision sah. Das Auditorium ist auf der gleichen Stelle gebaut worden. Ich habe es mir neulich angesehen. Als ich Ihn damals sah, blickte Er gen Osten. Ihr erinnert euch, dass ich es erzählt habe. Dort betete ich für meinen Vater. Ich war noch ein junger Mann und hatte gerade zu predigen begonnen. Dort sah ich Ihn gehen. Ich sah Ihn an, Sein Angesicht war, von mir aus gesehen, seitwärts gewandt. Ich ging zwischen den Ginstersträuchern weiter und räusperte mich. Ich sah Ihn weiter an; Er drehte sich nicht um. Als ich Seinen Namen „Jesus", nannte, da wandte Er sich um und streckte Seine Arme aus. An mehr kann ich mich nicht erinnern. Erst bei Tagesanbruch kam ich zu mir und kehrte von dem Feld zurück. Vielleicht wird der HErr mir gestatten, dort über die Posaunen zu sprechen. Wo es auch immer sein mag: der Wille Gottes soll geschehen.

22    Schlagt nun in eurer Bibel Jesaja 53 auf. Wir vertrauen, dass Gott unser Bemühen an diesem Morgen segnen wird. Wir sind gerade von einer Konferenz der Geschäftsleute des Vollen Evangeliums aus Philadelphia zurückgekehrt. Wir hörten dort viele verschiedene Zeugnisse.
   Billy Paul, Rebekka, die Tochter von Bruder Collins und ich fuhren zusammen im Wagen. Billy ist ein sehr guter Schläfer, Becky ein noch besserer. So unterhielt ich mich mit Betty. Sie saß mit Becky auf dem Rücksitz. Als ich sah, dass auf der Straße etwas geschah, da kam mir ein Gedanke. Wenn Betty hier ist, wird sie bezeugen können, dass ich zu sprechen aufhörte und etwas aufzuschreiben begann. Dort empfing ich den Text für heute Morgen.

24    Wir wollen jetzt aus Ehrfurcht vor dem Worte Gottes aufstehen und das 53. Kapitel in Jesaja lesen:

   Wer hat unserer Verkündigung Glauben geschenkt, und wem ist der Arm des HErrn offenbar geworden? (Beachtet: Es beginnt mit einer Frage.)
   Er wuchs ja vor ihm auf wie ein Schössling und wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich; er hatte keine Gestalt und keine Schönheit, dass wir ihn hätten ansehen mögen, und kein Aussehen, dass wir Gefallen an ihm gehabt hätten;
   nein, er war verachtet und gemieden von den Männern, ein Mann der Schmerzen und mit Krankheit vertraut, ja wie einer, vor dem man das Angesicht verhüllt, verachtet, so dass wir ihn für nichts ansahen.
   Jedoch unsere Krankheiten waren es, die er getragen hat, und unsere Schmerzen hatte er sich aufgeladen, während wir ihn für einen Gestraften, von Gott Geschlagenen und Gemarterten hielten.
   Und doch war er verwundet um unserer Übertretungen willen und zerschlagen infolge unserer Verschuldungen: die Strafe war auf ihn gelegt zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung zuteil geworden.
   Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeder wandte sich seinem eigenen Wege zu; der HErr aber hat unser aller Schuld auf ihn fallen lassen.
   Als er misshandelt wurde, ergab er sich willig darein und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Mutterschaf, das vor seinen Scherern stumm bleibt: er tat seinen Mund nicht auf.
   Aus der Drangsal und dem Gericht ist er hinweg genommen worden, doch wer unter seinen Zeitgenossen bedachte es, dass er vom Lande der Lebenden abgeschnitten war? Wegen der Verschuldung meines Volkes hat die Strafe ihn getroffen.
   Und man wies ihm sein Grab bei Frevlern an und bei Missetätern seine Gruft, wiewohl er keine Gewalttat verübt hatte und kein Betrug in seinem Munde gewesen war.
   Doch dem HErrn hatte es gefallen, ihn mit Krankheit zu zerschlagen; wenn er sein Leben als Sühne einsetzen wird, soll er Samen sehen und lange Tage leben und der Wille des HErrn durch ihn gedeihen.
   Infolge seiner Seelenqual wird er Frucht erwachsen sehen und satt werden; durch seine Erkenntnis wird als Gerechter mein Knecht den Vielen zur Gerechtigkeit verhelfen. Indem er ihre Verschuldungen auf sich lädt.
   Darum will ich ihm die Vielen zuteilen, und mit Starken soll er Beute teilen zum Lohn dafür, dass er sein Leben in den Tod hingegeben hat und unter die Übeltäter gezählt worden ist, während Er doch die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter fürbittend eingetreten ist.


25    Gott, unser Vater, Dein Wort ist eine Leuchte, ein Licht, das den Pfad eines jeden Gläubigen bis in die Gegenwart Gottes erleuchtet. Es führt uns wie eine Laterne in unserer Hand. DU hast uns nicht soweit vorausgeleuchtet, dass wir das Ende schon am Anfang sehen können, damit wir im Glauben wandeln. Es ist, wie wenn jemand nachts durch einen dunklen Wald gehen muss — so ergeht es uns ja —: das Licht, das er trägt, erleuchtet ihm einen Schritt nach dem anderen. Auch bei dem Weg, der nach Oben führt, ist es so. Möge Dein Licht heute auf das Wort scheinen, damit es uns dem Reiche Gottes wieder einen Schritt näher bringt; denn wir bitten es im Namen Jesu Christi. Amen. Ihr könnt euch setzen.

26    Heute möchte ich zur Versammlung über das Thema Das Meisterstück sprechen. Es mag eigenartig erscheinen, dafür eine solche Schriftstelle zu lesen, die eines der schlimmsten und mörderischsten Bilder der Bibel beschreibt, indem sie davon spricht, dass dieser vollkommene Knecht gelitten hat und dass Er zerschlagen und verwundet wurde, und dann den Text davon „Das Meisterstück" zu nennen. Das ist sehr seltsam.
   Meine Gedanken heute Morgen gehen einige Jahre zurück, als ich nach Forest Lawn in Kalifornien eingeladen war. Es liegt in der Nähe von Los Angeles. Der Hauptgrund, weshalb ich dorthin ging, war, weil ich die Grabstätte von Aimee Semple McPherson, der Gründerin der Foursquare-Bewegung [Abzweigung einer Pfingstbewegung], besuchen wollte. Ich ging zu ihrem Grabmal. Obwohl ich mit einer Frau als Predigerin nicht einverstanden bin, schätze und respektiere ich in meinem Herzen doch das, wofür sie eintrat, und besonders die Verfolgung, die sie zu ihrer Zeit durchmachen musste. Ihr Sohn Rolf McPherson ist einer meiner besten Freunde.

28    Wir gingen mit einer ganzen Gruppe von Predigern dorthin. Wir hatten keine Zeit, das Krematorium und den Urnenfriedhof, wo die Überreste des Leibes in einem kleinen Gefäß in der Wand bestattet sind, zu besuchen.
   An dieser Stätte haben sie einige außergewöhnliche Dinge, die man sich ansehen kann; auch eine Darstellung vom Letzten Abendmahl. Es wird vom natürlichen Sonnenlicht angestrahlt. Davor haben sie eine Verdunkelung. Wenn man hineingeht, ist es hell. Sobald der Vortrag beginnt, wird es etwas dunkler. Nach einer Weile ist es ganz dunkel. Anschließend gehen die Leute wieder hinaus.

30    Das ganze Abendmahl ist dort in Glas dargestellt. Eine Frau kannte das Geheimnis noch, wie dieses Glas dort bearbeitet werden musste, damit diese Bilder entstanden. Es stammt von einer Familie, die vor vielen Jahren lebte. Diese Kunst wurde immer wieder auf die Kinder übertragen, und die letzte war eine Frau. Sie haben diese Darstellung gefertigt. Als man das Glas mit dem Portrait von Judas Iskariot anbringen wollte, zerbrach es. Dann versuchte man es noch einmal, und es zerbrach wieder. So sagte sie: „Vielleicht will unser HErr das Bild Seines Feindes nicht neben sich. Wenn es noch einmal bricht, werden wir das Bild nicht fertig stellen." Doch diesmal hielt es stand. Natürlich war es überwältigend, wie so etwas geschehen kann.

31    Eines der Dinge, die mich dort in Forest Lawn am meisten interessierten, war die große Skulptur von Michelangelo: die Statue des Mose. Natürlich ist das dort eine Nachbildung und nicht das Original. Doch es war ein gewaltiges Meisterwerk. Ich stand da, sah sie an, und sie gefiel mir sehr. Es sah aus, als wäre sie ein Sinnbild für etwas.
   Ich habe großes Gefallen an der Kunst. Ich glaube, dass Gott in der Kunst ist. Ich glaube, dass Gott in der Musik ist. Ich glaube, dass Gott in der Natur ist. Gott ist überall. Doch alles, was im Gegensatz zum Original ist, das ist eine Verdrehung. Gott ist im Tanzen, aber nicht in der Art von Tanzen, das man kennt; doch wenn die Söhne und Töchter Gottes im Geiste Gottes sind — das ist ein anderes Tanzen. Das jedoch, was ich bis heute Morgen um 2.00 Uhr hörte, ist die Verdrehung davon.

33    Es hat Michelangelo etwas gekostet, dieses Meisterstück zu schaffen. Er war ein besonderer Mensch. Es hat ihn einen großen Teil seines Lebens gekostet, denn er musste viele, viele Jahre daran arbeiten. Er nahm einen großen Marmorbrocken und fing an, ihn zu behauen. Nur der Mann, der Bildhauer selbst, hat in seiner Vorstellung das, was er hervorbringen möchte. Er ist der einzige. Ihr mögt zu ihm gehen und sagen: „Wozu meißelst du an diesem Stein herum?" Dem Außenstehenden, der nicht weiß, was in seinem Herzen ist, kommt es unsinnig vor. Doch der Bildhauer selbst hat eine bestimmte Vorstellung von dem, was er schaffen will, und er versucht, das als Statue wiederzugeben, was er in seinen Gedanken hat. Aus diesem Grund arbeitet er es aus diesem Stein heraus.

34    Damit muss man schon von Anfang an beginnen und immer dem Muster folgen. Man kann nicht mit einem kleinen Stück beginnen und sagen: „Ich werde es so machen", und dann: „Nein, ich glaube, doch lieber so." Nein, er braucht ein genaues Muster, und dieses Muster hat er in seiner Vorstellung. Er kann von diesem Muster nicht abweichen. Dazu musste er sich in seinen Gedanken ein genaues Bild von Mose machen, denn es gibt ja keine echten Abbildungen von ihm.

35    Ein echter Bildhauer ist inspiriert, wie auch ein echter Dichter, ein echter Sänger, Musiker oder was immer es sein mag, inspiriert ist. Alles Echte entsteht durch Inspiration. Michelangelo muss die Inspiration, wie Mose wirklich aussah, gehabt haben. Er erfasste, was Mose gewesen sein muss. So brachte er dieses Muster zum Ausdruck, indem er es auf dieses große Stück Marmor übertrug. Dazu musste er es solange behauen und schleifen, bis er genau das Bild, das ihm vorschwebte, erreicht hatte.

36    Als ihm dann alles vollkommen gelungen, als jede Kante weg und jede Stelle glatt geschliffen war, als die Augen, das Haar, der Bart, einfach alles, stimmten, erhob er sich und sah ihn an. Ich denke an die vielen Jahre der harten Arbeit und daran, wie er die ganze Zeit hindurch diese Vorstellung von dem, was er schaffen wollte, in seinem Geiste festhalten musste. Denkt nur: Er musste dieses Bild so viele Jahre in seinem Gedächtnis behalten, damit er es genauso, wie es ihm zuerst zuteil geworden war, fertigen konnte; nach dieser Vorstellung musste er ihn behauen und bearbeiten. Als er ihn dann vollendet hatte und er wirklich vollkommen geworden war, stand er an jenem Morgen nach dem letzten Schlag, noch mit dem Hammer in der Hand, auf. Er wurde so inspiriert, als er sein Werk betrachtete, weil das Bild, das er in seiner Vorstellung hatte, jetzt als Realität vor ihm stand. Dort war seine Vorstellung von Mose, die er während all der Jahre in seinem Herzen gehabt hatte, Wirklichkeit geworden. Er hatte viel Mühe gehabt, Stunden voll Kummer und Verzweiflung, Kritik und alles mögliche durchgemacht, doch trotz allem hielt er sich genau an die Vorstellung, die er davon hatte, bis sein Werk vollendet war.

37    Als er es vollendet hatte, trat er, mit seinem Hammer in der Hand, etwas zurück und betrachtete die Statue. Da traf ihn die Inspiration, die ihm damals eingegeben hatte, wie sie aussehen sollte, so sehr, dass er außer sich geriet, auf das Knie schlug und ausrief: „Rede!"
   Seitdem hat dieses große Bildnis auf dem rechten Knie eine fehlerhafte Stelle. Ich habe meine Hand darauf gelegt; sie ist ungefähr so tief.

39    Nachdem er so viele Jahre dazu verwandt hatte, war das, was er in seinem Geist gesehen und was er sich vorgestellt und zu sehen gewünscht hatte, fertig gestellt. Und als es nun vollendet war, war er davon so begeistert, dass er meinte, sein eigenes Meisterstück müsste zu ihm sprechen, und er schlug auf das Bein und rief: „Rede!" Dabei sprang ein Stück ab, so dass diese Statue eine fehlerhafte Stelle bekam.
   Meiner Meinung nach jedoch wurde die Statue erst durch die schadhafte Stelle zu diesem Meisterstück. Der Verstand mag das anders beurteilen. Ihr mögt denken, dass sie dadurch verdorben wurde. Doch für mich wurde sie dadurch zu dem, was sie ist. Nach so vielen Jahren sorgfältiger Arbeit und Mühe und Inspiration, in denen er sie schuf, war seine Mühe nicht vergeblich gewesen, nein, sie war vollkommen, und deshalb rief er aus: „Rede!" Denn er sah vor sich, dass er imstande gewesen war, das auszuführen und in die Tat umzusetzen, was er sich in seinen Gedanken vorgestellt hatte. Deshalb tat er unter der Inspiration etwas ganz Unvernünftiges und Ungewöhnliches: Er schlug zu und rief aus: „Rede!" Seht, er hätte es nie getan, wenn er darüber nachgedacht hätte. Doch er dachte nicht nach. Es war Inspiration, weil er das, was er in seinen Gedanken hatte, vollkommen vor sich sah.

41    Er hatte sich abgemüht, war oft erschöpft gewesen, hatte nächtelang gearbeitet, verbrachte viele Tage zurückgezogen von der Welt, vielleicht aß er nur eine Schnitte Brot, ging dann wieder an die Arbeit, schliff weiter und sagte: „Nein, das ist es noch nicht. Es muss so werden." und schliff wieder weiter. Dann aber, als er es vollkommen vor sich sah, war es Wirklichkeit geworden. Das Negativ, das er in seiner Vorstellung hatte, war Realität, es war zum Positiv geworden. Deshalb hat es ihn innerlich ergriffen, und es war so wirklich für ihn, dass er ausrufen musste: „Sprich!"
   Für mich war das eine Widerstrahlung; es war ein Kompliment für sein Werk, dass sein eigenes Werk ihn so inspirierte, so dass er außer sich geriet, darauf schlug und ausrief: „Rede!"

43    Ich stand dort und betrachtete die Statue. Ich dachte an die vielen Stunden, die der Mann gebraucht hatte, bis sie fertig war. Sie sagten, wie viele Jahre es waren. Es war seine eigene Widerstrahlung und trug zu seiner großen Kunst, zu seinem großen Werk bei. Als er es schließlich vollendet hatte, war es gewaltig.

44    Lasst uns jetzt die Seite über Michelangelo umblättern und das Buch schließen. Wir wollen nun ein anderes Buch aufschlagen und über den großen Bildhauer, den Allmächtigen, lesen, der schon, ehe der Welt Grund gelegt war, das in Seinen Gedanken hatte, was Er verwirklichen wollte. ER wollte Menschen in Seinem eigenen Bilde schaffen. ER wollte etwas verwirklichen, das in Seiner Vorstellung, in Seinen Gedanken, war.

45    Für Michelangelo war es ein Ausdruck seiner Gedanken. Gott, der große Bildhauer, wollte einen Menschen in Seinem Bilde schaffen, und Er ging ans Werk. Wir sehen, dass er vielleicht zuerst die Fische, dann die Vögel, die kriechenden Tiere und all die anderen hervorbrachte. Schlussendlich aber brachte Er als Schöpfer den Menschen hervor. Doch Er ist nicht wie ein Mensch, ein Bildhauer, der etwas nehmen muss, das bereits geschaffen ist, um es zu einer Statue zu behauen. ER war der Bildhauer der ewigen Dinge. ER war ein Bildhauer, der alles, was Er sich vorgenommen hat, erschaffen und ins Dasein bringen konnte. ER hat das Material entsprechend Seiner Wesensart geschaffen.

46    Zunächst schuf Er die kriechenden Tiere auf Erden. Anschließend ließ Er höhere Lebewesen hervorkommen. Schließlich brachte Er die großen Tiere hervor: Löwen, Tiger, Bären, danach die Affen. Nun, es war nicht so, wie man sich vorstellt, dass sich alles durch die Evolution entwickelte. Alles war in sich ein Schöpfungsakt. Gott wirkte in einem Muster.
   Endlich kam etwas Vollkommenes auf die Erde. Das war der Mensch. In diesem Menschen konnte Er erkennen, dass er Ihm ähnlich war. Als Er ihn ansah, war er eine Widerspiegelung des Schöpfers. Gott hatte jetzt das verwirklicht, was Er vorgehabt hatte, und einen Menschen in Seinem Bilde geschaffen.

48    Darf ich noch folgendes sagen: Als Er den Menschen geschaffen hatte, gab es noch etwas, das nicht ganz seine Richtigkeit hatte, denn er war allein. Auch Gott war allein. ER war der Ewige. Der Mensch, der jetzt im Bilde Gottes geschaffen worden war, existierte nur allein auf der Erde. Dann hat Er wohl seine linke Seite geöffnet, von dort ein Stück herausgenommen und ihm eine Gehilfin — eine Frau — gemacht. Nun war er nicht mehr allein, er hatte jemanden um sich. Das ist Sein großes Werk.

49    Wie jeder große Bildhauer schuf Er ein Meisterstück. Als erstes fertigte Er ein Meisterstück von sich selbst an. Doch Er sah, dass dieses Meisterstück einsam war wie Er, so teilte Er das Meisterstück, indem Er aus seiner Seite eine Gehilfin herausnahm.
   Um aus diesen beiden eins zu machen, stellte Er sie, wie jeder große Bildhauer, an einen schönen Platz. Ein Bildhauer würde nicht ein großes Meisterstück machen und es dann in einer Seitenstraße oder inter Gebäuden verstecken. Auch unser HErr sagte uns: „Kein Mensch zündet ein Licht an und stellt es unter einen Scheffel." Wenn wir Gottes Meisterstücke werden, werden wir nicht in einer Seitenstraße verborgen, sondern wir müssen das Licht hervorstrahlen lassen.

51    Wir sehen, dass Er dieses Meisterstück, nachdem Er es geschaffen hatte, an den herrlichsten Ort stellte, den es auf dieser Erde gab: in den Garten Eden. ER versetzte Sein Meisterstück, die beiden als Einheit, in den Garten Eden. ER muss sehr zufrieden gewesen sein, als Er sah, dass dieses Meisterstück so gut gelungen war. Wir stellen fest, dass Er danach ruhte, denn Er hatte Wohlgefallen an Seinem Werk.

52    Denkt daran, meiner Meinung nach ist das Meisterstück diese Stelle in dem Meisterstück von Michelangelo, wodurch die Moses-Statue beschädigt wurde. Es war der Stoß in die Seite Seines Meisterstückes, der die Braut hervorbrachte. Hier nun sehen wir die „Meisterstück-Familie" im Garten Eden. Wie herrlich war sie! Sie gefiel Ihm so gut, dass Er sich zur Ruhe begab. ER sagte: „ICH werde ruhen."
   Während Er ruhte und Seinem Meisterstück vertraute, kam Sein Feind herein, indem er unter der Mauer des Gartens hindurch kroch, fand dieses herrliche Meisterstück, verführte es und verdarb dadurch dieses schöne Meisterstück. Er verdarb es und brachte es zu Fall.

54    Ich versuche, auf die Uhr Acht zu geben. Ich habe Michael, meinen Neffen, gebeten, die Glocke in dreißig Minuten läuten zu lassen. Doch er tut es nicht. Es sind schon mehr als dreißig Minuten vergangen. Wir werden noch ein wenig fortfahren. Ich möchte die Vorschriften nicht übertreten, denn ich habe sie selbst aufgestellt. Doch jetzt breche ich meine eigenen Vorschriften.

55    Beachtet, als Satan, der Verführer, diese Mauer durchbrach und das Meisterstück in seinen Griff bekam, da hat er es schimpfiert. Wie tat er es? Ich werde jetzt auf die Einzelheiten eingehen, wie es ihm gelang. Das Meisterstück war vom Worte Gottes wie von einer Mauer umgeben. Dieses Meisterstück der Familie war durch das Wort geschützt. Doch der Teil, der aus dem Original herausgenommen wurde, ging hinter diese Mauer und gab Satan die Chance, es zu schimpfieren. Ihr wisst ja, was ich über diese Sache glaube, deshalb brauche ich nicht mehr darüber zu sagen. Das Meisterstück wurde zerbrochen.
   Als Gott, der große Bildhauer, den Fall Seiner Familie, des Meisterstückes, sah, war Er nicht bereit, es so ruiniert, mit dem Gesicht nach unten, liegen zu lassen. ER ging sofort ans Werk, es wiederherzustellen. ER wollte nicht zulassen, dass es umkommt und für immer so dort liegen bleibt. ER ist Gott, Er kann nicht besiegt werden. So ging Er unverzüglich ans Werk und begann, erneut einen Menschen nach Seinem Bilde zu schaffen.

57    Wir stellen fest, dass die vorsintflutliche Welt in ihrem Verlauf wieder alles zunichte machte, weil die Bündnisse mit einer Bedingung verknüpft waren: „Wenn du dies tust..." oder „Wenn du jenes nicht tust..." Gott, der große Bildhauer, sah, dass der Mensch den Bund nicht halten kann. Er kann es einfach nicht. Es gibt dazu überhaupt keine Möglichkeit.
   Bei der Aussprache vor einigen Minuten befasste ich mich mit einer Frau, die jetzt anwesend ist. Sie sagte: „Bruder Branham, aber ich habe noch so viele Dinge an mir, die verkehrt sind." Sie ist eine gottesfürchtige Frau.
   Ich sagte: "Schwester, sieh her. Schau doch nicht auf dich selbst. Es kommt doch auf dein Verlangen und auf das an, was du tun möchtest. Wenn du den HErrn wirklich liebst, dann versuchst du Ihm von ganzem Herzen zu dienen. Dann sind all deine Fehler mit dem Blut des HErrn Jesus Christus zugedeckt. ER bahnte einen Weg."

59    Dann begann Er, den Menschen von den Bündnissen, in denen es immer hieß: „Wenn du dies tust, werde Ich...", wegzunehmen und machte den Anfang bei einem Mann mit Namen Abraham. ER richtete einen Bund ohne Bedingung auf. Jedes Mal, wenn Er ein Meisterstück begann, schlug Satan wegen des Wortes zu. Doch als Er mit Abraham den Anfang machte, da sagte Er: „ICH habe es bereits getan." Es war ohne Bedingung. Es hieß nicht: „Wenn du das tust, werde Ich das tun.", sondern: „ICH habe es bereits getan." ER, der Bildhauer, ist entschlossen, dieses Meisterstück zu haben.
   Von Abraham stammen die Patriarchen ab. Was tut Gott? ER richtet Sein gefallenes Meisterstück wieder auf. In der Reihe der Patriarchen finden wir als erstes Abraham.

61    Gebt Acht. Jedes Meisterstück wird auf ein Fundament gestellt. Die Moses-Statue von Michelangelo befindet sich auf einem Marmorsockel von etwa einem Meter Höhe. Sie muss ein Fundament haben. Als Gott dieses Meisterstück vorbereitete, stellte er es auf das Fundament der Patriarchen. Die Patriarchen bildeten das Fundament; zuerst kam Abraham, dann Isaak, Jakob, danach Joseph — das Viereck.
   In Abraham wurde das Fundament des Glaubens gelegt. Lasst uns sagen, es seien vier Fundamente. Das Fundament des Glaubens war Abraham. Das Fundament der Liebe war Isaak. Das Fundament der Gnade war Jakob. Jeder weiß, wie Gott Seine Gnade an Jakob erwies. Doch in Joseph war Vollkommenheit. Darauf konnte Er das Monument setzen; nicht auf das erste, nicht auf das zweite, nicht auf das dritte, sondern auf das vierte Fundament.

63    Abraham schattierte Christus vor; natürlich tat es auch Isaak, und zwar in Bezug auf die Liebe. Abraham tat es in Bezug auf den Glauben, Isaak auf die Liebe, Jakob auf die Gnade. Jakob bedeutet „Betrüger", und das war er auch. Doch Gottes Gnade war mit ihm. Wenn es jedoch um Joseph geht, gibt es nichts, was gegen ihn spricht, nur einen kleinen Kratzer, denn auch das Fundament muss ein Meisterstück sein. Er sagte nämlich seinem Vater, dem Propheten: "Sage dem Pharao, dass deine Leute Viehzüchter sind und keine Schafhirten, denn ein Hirte von Kleinvieh ist den Ägyptern ein Gräuel."
Als jedoch der alte Prophet vor Pharao trat, sagte er: „Deine Knechte sind Hirten." So entstand ein kleiner Kratzer, und es wurde dadurch erst zum Meisterstück.
   Durch die Patriarchen wurden die Fundamente von Glauben, Liebe, Gnade und Vollkommenheit gelegt.

65    Den Aufbau der Gestalt dieses großen Meisterstückes bildeten die Propheten, welche das Wort waren. Ich hoffe, ihr könnt es lesen. Die Propheten waren es, nicht das Gesetz — die Propheten! Denn die Propheten waren das bestätigte Wort, welches den Leib bildet — nicht die Patriarchen — die Propheten! Sie waren das Wort.
   ER begann in den Tagen Moses damit, den Leib zu erbauen, und fuhr fort mit all den Propheten, indem Er dem Haupt immer näher kam. Der größte von ihnen war Johannes, so sagt es die Bibel. Jesus sprach: „Wahrlich, Ich sage euch: Unter den von Frauen Geborenen ist keiner aufgetreten, der größer wäre als Johannes der Täufer." [Matthäus 11,11]. Er war es, der das Wort vorstellen konnte, denn schlussendlich kam das große Haupt, das Haupt des Ganzen. Der übrige Leib hatte nur darauf hingewiesen.

68    Das Fundament wurde durch die Patriarchen gelegt, doch der Leib wurde durch das Wort — durch die Propheten aufgebaut. Als dann Jesus auftrat, erschien das Haupt des Ganzen. Da wurde das Haupt aufgesetzt, und in Ihm finden wir das gesamte Werk Gottes. In Ihm finden wir die vollkommene Widerstrahlung des Wortes Gottes, denn Er war das Wort, die Fülle des Wortes. Wiederum hatte Gott Sein vollkommenes Meisterstück, von dem Jesaja sprach: „Siehe da, Mein Knecht, an dem Ich festhalte; Mein Erwählter, an dem Mein Herz Wohlgefallen hat — Mein Meisterstück, das Ich durch all die Zeitalter vorschattiert habe, bis der Vollkommene gekommen ist. ER steht vor Mir in Vollkommenheit." ER stand dort im Bilde Gottes und strahlte Gott wider. Deshalb sagte Er in Johannes 14: „Wer Mich sieht, der sieht den Vater."

69    Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dann nahm das Wort Gestalt an, und das, was „herausgehauen" wurde, reflektierte das Wort, das am Anfang war. ER, das Wort, wurde durch das Meisterstück in Seiner eigenen Gestalt widergestrahlt — es war Gott in Seinem eigenen Bilde. Das Wort wurde in der Gestalt eines Mannes — im Meisterstück — widergestrahlt.
   Alle Propheten hatten Fehler. Sie waren nur ein Teil. Doch endlich, nach allen, kam das Meisterstück, der Vollkommene, hervor. ER war ohne Fehler und spiegelte den Bildhauer vollkommen wider. Seine eigene Gestalt wurde in Seinem Werk reflektiert. Gott und Christus waren insofern eins, dass Er Seinen Geist in Ihn hineinlegte. Dann wurde sogar das Bildnis mit dem Bildhauer eins. Gott und Sein Bildwerk, Sein Meisterstück, waren dasselbe. Die Moses-Statue von Michelangelo war eine leblose Figur, denn sie war aus Stein. Doch hier, als der Meister-Bildner Sein Werk vollkommen geschaffen hatte, nahm Er Wohnung darin.

71    In solch einer Vollkommenheit stand der Erlöser der Menschheit da, so göttlich, find dennoch war keine Schöne an Ihm, dass wir Seiner begehrt hätten. Dieser jungfräulich geborene Sohn des Lebendigen Gottes war so demütig, so vollkommen im Bilde Gottes, dass der große Meister — der Sein Leben schon durch die Propheten hindurchströmen ließ, bis Er selbst zur Erfüllung alles dessen, was die Propheten waren, geworden war — dass Gott, als Er das sah, Ihn schlug und ausrief: „Rede!", wie Michelangelo es tat: „Rede!" So vollkommen war Er.
   Ihr fragt: „Stimmt das?" In Markus 9 finden wir, dass Mose — das Gesetz — und Elia — die Propheten — mit auf dem Verklärungsberg standen. Die Patriarchen, die Erzväter, das Gesetz und die Propheten waren dort vertreten. Da ertönte eine Stimme aus der Wolke, die sprach: „Dies ist Mein geliebter Sohn, höret auf Ihn." Wenn sie hören sollen, muss Er ja reden. Es war nur einige Tage, ehe Er geschlagen wurde. „Dies ist Mein Sohn, an dem Ich Wohlgefallen habe. ICH habe Ihn gebildet. Viertausend Jahre sind vergangen, bis Ich Ihn so dargestellt habe. Jetzt ist Er so vollkommen; Ich muss Ihn schlagen, damit Er redet. Höret auf Ihn. ER ist der Vollkommene. ER ist das Meisterstück."

73    Denkt daran, durch die ganze Zeit des Alten Testaments hindurch wurde Er bereits vorschattiert. Wir finden Ihn als den Felsen, der in der Wüste geschlagen wurde. ER war der Felsen in der Wüste. Doch das war ein Stein, der noch nicht Seine Vollkommenheit erreicht hatte. Als Schattenbild begleitete Er die Gemeinde, um die herauszuziehen, die Er ziehen konnte, und denen Leben zu geben, denen Er Leben geben konnte. ER war der Fels in der Wüste. ER war damals noch nicht Mensch geworden. Es war nur ein Sinnbild auf Ihn.
   Mose sah Ihn, als er auf dem Felsen stand. Er sah Ihn vorüberziehen und sprach: „Es sah aus wie die Rückseite eines Mannes." Ihr seht, der Bildhauer stellte sich Mose in der Gestalt Christi dar und ließ ihn schon zum Teil sehen, wie das große Meisterstück aussehen würde, wenn es zur Vollkommenheit gelangt wäre. ER zeigte Mose, wie das Meisterstück aussehen würde. Als Er in der Wüste an ihm vorüber zog, sah er die Rückseite eines Mannes.

75    Erinnert euch, Michelangelo konnte nur zuschlagen und ausrufen: „Rede!" Wie anders war es doch mit Gott, dem großen Bildhauer! Als Er einen Menschen schuf, der so vollkommen in Seinem Bilde war, dass er Ihn widerspiegelte, sprach Gott durch die Gestalt eines Mannes und zeigte, was Er zu tun vermag. ER sprach zu den Propheten, durch die Er dieses Bild immer weiter aufbaute, bis hin zu dem Haupt. Als Er zum Haupt gelangte, war es das gesamte Bild Gottes. ER stellte sich selbst dar und wurde für uns geschlagen. Für uns ist Er nun das Meisterstück, die Gabe Gottes, Jesus Christus — ewiges Leben. Ich hoffe, dass wir dies nie vergessen.

76    Wir sehen, dass die Tage dunkler und die Schatten länger werden. Ich kann voraussagen, dass die Sonne nicht mehr allzu oft ihre Bahn ziehen wird, bis diese Nation dahin ist. Wisst ihr, dass Thomas Jefferson und die anderen Verantwortlichen mit ihm gestern, am 4. Juli, vor 188 Jahren die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben haben, während die Freiheitsglocke geläutet wurde, und wir zu einer unabhängigen Nation erklärt wurden? In der Geschichte gab es noch keine Demokratie, die über zweihundert Jahre bestanden hat. Unsere begann am 4. Juli 1776. So hätten wir also noch elf Jahre übrig. Werden wir sie erreichen? Wohl nicht. Es wären noch elf Jahre, und wenn es tatsächlich geschieht, dann wird es eine Ausnahme in der Geschichte sein.

77    Wir sehen die Verfassung dieser Zeit. Wir sehen die Verfassung der Menschen. Wir sehen die Verfassung der Politik. Wir sehen die Verfassung der Welt. Sie kann nicht bestehen bleiben. Sie muss untergehen wie die Titanic. Sie muss untergehen! Eine Nation macht der nächsten Platz, indem sie fällt. Auch dieses und alle anderen Reiche müssen fallen, um dem kommenden Königreich Platz zu machen, das nie untergehen kann. Durch dieses vollkommene Ebenbild Gottes, das Meisterstück, empfangen wir ein unerschütterliches Reich.

78    Als Gott auf Ihn blickte und Sein Aussehen und Seine Gestalt sah, war Er so inspiriert, weil es das vollkommene Meisterstück des Erlösers war: Jesus, der Erlöser. Damit Gott selbst geschlagen werden konnte, um die von Ihm festgesetzte Strafe auf sich zu nehmen, wurde Gott und Christus eins, damit Gott in dieser Gestalt geschlagen und verwundet werden konnte. Deshalb sagte Jesaja: „Wir hielten Ihn für einen von Gott Geschlagenen und Gemarterten. Und doch war Er verwundet um unserer Übertretungen willen und zerschlagen infolge unserer Verschuldungen: die Strafe war auf Ihn gelegt zu unserem Frieden, und durch Seine Striemen ist uns Heilung zuteil geworden."

79    ER war das vollkommene Bild des Gott-Menschen; Gott war aus dem Übernatürlichen in das Sichtbare übergegangen. Dieses Sichtbare wurde in dem Ebenbild ausgedrückt. Das Ebenbild, Gottes vollkommenes Meisterstück, wurde geschlagen, damit das Übernatürliche den Tod schmecken konnte. Das konnte Er nicht durch Mose tun und auch nicht durch die Propheten, zum Beispiel durch Jesaja, der in Stücke gesägt wurde. ER konnte es nicht durch die Propheten tun, die gesteinigt wurden. ER konnte es nicht tun, weil Er es dabei nicht selbst fühlen konnte. Sie waren nur ein Teil von Ihm. Doch in diesem vollkommenen Meisterstück war Er, die gesamte Fülle der Gottheit, leibhaftig. Hier konnte Er selbst ganz in dieser Person Wohnung nehmen, um den Tod für die gesamte Menschheit zu erleiden. Als Gott Sein vollkommenes Meisterstück sah, war Er so inspiriert. ER wurde zum Erlöser für alle aus allen Zeitaltern, um für die eintreten zu können, die früher gelebt hatten, und für die, welche gerade leben.
   Alle Verheißungen fanden in Ihm ihre Erfüllung. ER war die Vollkommenheit der Vollkommenheit. Alle Schattenbilder wurden in Ihm erfüllt: das unseres Verwandtschaftserlösers bei Ruth und Boas; unseres Gesetzgebers vom Berge Sinai; unseres Propheten aus der Wüste. ER kam vom Gebirge, Er kam aus der Wüste; Er kam aus der Ewigkeit und wurde Mensch — das vollkommene Ebenbild.

81    Im Laufe der Zeit meißelte Gott durch die Patriarchen Seinen Sockel aus all den verschiedenen Dingen heraus, damit Er dieses Fundament errichten konnte. Darauf begann Er dann Sein Wort durch die Propheten aufzubauen, bis schließlich der vollkommene Prophet, das vollkommene Fundament, die vollkommene Verwirklichung des Planes Gottes hervorkam.
   Damit Er tatsächlich reden konnte, denn Er ist ja das Wort — damit das Wort zum Ausdruck gebracht werden konnte, musste Er in diese Gestalt hineinkommen. Damit dieses Bild sprechen konnte, musste es geschlagen werden. ER nahm Wohnung in diesem Bild. Nur so konnte Er als der vollkommene Erlöser sprechen. Alle Schattenbilder des Alten Testaments erfüllten sich in Ihm.
   Ich sagte vor einigen Tagen, dass Jahwe des Alten Testaments Jesus des Neuen ist. Jawohl!

84    Viele von euch Männern und Frauen in meinem Alter erinnern sich, dass wir eine Menge chinesischer Wäschereien in unserem Lande hatten. Die Chinesen waren zuerst an der Westküste und kamen immer weiter ostwärts. Sie kamen aus den fernöstlichen Ländern und hatten noch keine Kenntnis unserer Sprache, noch waren sie mit unseren Gepflogenheiten vertraut. Doch sie waren gute Wäscher. Weil sie den Abholzettel nicht ausschreiben konnten, damit ihr eure Wäsche zurückbekamt, haben sich die Chinesen einen ganzen Stapel kleiner Karten gekauft, auf denen nichts stand. Wenn man dann seine Wäsche dorthin brachte, nahm der Betreffende eine Karte und riss sie auf eine bestimmte Art auseinander. Das eine Stück behielt er selbst, das andere bekamt ihr mit. Dies damals war eine bessere Methode als die, die wir jetzt haben, denn wenn man seine Wäsche abholen wollte, mussten die beiden Teile miteinander übereinstimmen. Man konnte sie nicht fälschen, selbst wenn man gewollt hätte. Es gab keine Möglichkeit dazu. Man könnte Buchstaben kopieren, aber die Art des Risses konnte man nicht nachahmen. Das eine Stück musste ganz genau zum anderen passen. Die schmutzige Kleidung, die man dorthin gebracht hatte, konnte man mit diesem Stück Zettel abholen, denn es stimmte genau mit dem einbehaltenen Teil überein.

85    Gott hat uns durch das Gesetz und die Propheten wegen unserer Sünde verurteilt. Das Gesetz kennt keine Gnade. Es sagt euch nur, dass ihr ein Sünder seid. Doch als Jesus auftrat, war Er die Erfüllung, die Erfüllung alles dessen, was Gott verheißen hatte. ER war das Bild, das vollkommen mit der Verheißung übereinstimmte. Deshalb haben alle Verheißungen des Alten Testaments in Christus ihre Erfüllung gefunden. Sie hätten nicht in Mose erfüllt werden können und auch nicht in einem der Propheten. Doch in dem Meisterstück fanden sie ihre Erfüllung. Es stimmte mit allem überein, was vorausgesagt worden war. Genauso muss die Gemeinde mit allem übereinstimmen, was Gott verheißen hat. Sie muss der Teil sein, der aus Ihm herausgehauen wurde. Wenn das Original das Wort ist, dann werden alle, die dazu gehören und die davon herausgenommen wurden, das Wort sein, das genau damit übereinstimmt.

86    Worin das Gesetz euch verurteilen und sagen konnte, dass ihr schmutzig seid, dass ihr schuldig seid, und wo es euch ins Gefängnis bringen konnte, war Er, als Er kam, das passende Stück, das euch herausnehmen und wieder zurückbringen konnte, damit der Abholzettel vollständig war — die Erlösung, die Gott schon im Garten Eden verheißen hat: „Dein Same wird der Schlange den Kopf zertreten, und sie wird Ihm in die Ferse stechen." Doch der Kopf der Schlange wurde zertreten.

87    Wir haben jetzt das vollkommene Meisterstück gefunden, das Gott vollendet hat. Wir haben gesehen, dass Er all das war, was von Ihm verheißen wurde. ER ist die Summe aller Verheißungen, aller Weissagungen, alles dessen, wofür Gott eine Verheißung gegeben hat. „Dein Same wird der Schlange den Kopf zertreten." ER konnte ihn nicht mit dem Gesetz zertreten, Er tat es, als der Same des Weibes zu dem Meisterstück wurde — Christus. ER war der Stein, den Daniel sah, wie Er sich aus dem Berge löste. ER war es, der zermalmen konnte. ER war der Einzige, der den Kopf der Schlange zertreten konnte.
   Sein Leben stimmte genau mit dem Leben Moses überein. Sein Leben stimmte mit David überein. Wir wollen sehen, ob Er das passende Stück war und ist.

89    Beachtet David, der als König über sein Volk gesetzt war und dennoch verworfen wurde. Sein eigener Sohn erhob sich in einer Verschwörung gegen ihn. Er spaltete und zerteilte die Armee Israels. Sein eigenes Volk vertrieb David von seinem Thron. Als er auszog, begegnete ihm ein Mann, der ihn hasste; er ging neben ihm her und spie David an. Da zog einer seiner Wächter das Schwert und sagte: „Lass mich doch den Kopf dieses Hundes abschlagen, der meinen König angespieen hat!"
   David sagte: „Lass ihn, denn Gott hat es ihm eingegeben." Seht ihr es nicht? Ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut. ER tat Seinen Mund nicht auf wie ein Schaf, das vor seinen Scherern verstummt. So sprach er. Vielleicht wusste David gar nicht, was er da sagte, doch Hunderte von Jahren später wandelte der Sohn Davids auf den gleichen Straßen und wurde ebenfalls bespieen. Seht, was geschah, als David von den Seinen verstoßen wurde. Er wurde zu einem Flüchtling. Als er dann aber aus seinem Exil zurückkehrte, da flehte jener Mann um Frieden und Barmherzigkeit. Auch diejenigen, die Ihn geschlagen haben, werden Ihn eines Tages sehen, wenn Er zurückkehrt.

91    Bei Joseph stellen wir fest, dass er schon von Geburt an ein besonderer Junge war. Joseph bildete den letzten, den obersten Teil des Fundaments, worauf das Meisterstück gebaut werden sollte. Es ging von Glauben über Liebe und Gnade und kam zur Vollkommenheit. So ging es auch von den Füßen am Anfang hinauf bis hin zur Vollkommenheit in Christus.
   Seht, wie sie durch Joseph, den obersten Teil des Fundaments, dargestellt wurde. Er war der Vollkommenste von ihnen allen. Joseph wurde durch die richtige, die tatsächliche Frau Jakobs in seine Familie hineingeboren. Beachtet auch, dass sein Vater ihn liebte, seit er geboren worden war. Seine Brüder hassten ihn ohne Ursache. Warum hassten sie ihn? Weil er das Wort war. Seht ihr das Fundament? Seht, wie das Haupt des Fundamentes kam. Seht, wie das Fundament des Leibes kommt. Gebt Acht, wie das Haupt der Braut kommt. Er war das Wort. Sie hassten ihn, weil er ein Seher war. Er sah Dinge im Voraus und sagte sie ihnen. Sie trafen ein; ganz gleich, wie lange es dauerte, es geschah so. Weil er geistlich war, wurde er von seinen Brüdern ausgestoßen. Sie hätten ihn lieben sollen, doch sie hassten ihn, weil er ein Prophet und weil er geistlich war. Sie hassten ihn.

93    Beachtet, er wurde für fast dreißig Silberstücke verkauft, in eine Grube geworfen und für tot erklärt, dann aber aus der Grube heraus gezogen. Nach der Zeit seiner Versuchung trug sich im Gefängnis das Ereignis mit dem Bäcker und dem Mundschenk zu. Der Mundschenk wurde gerettet, der Bäcker ging verloren. Als Christus als Gefangener am Kreuze hing, wurde einer der beiden Räuber und Übeltäter gerettet, der andere ging verloren.
   Beachtet, Joseph wurde aus seinem Gefängnis zur Rechten Pharaos erhoben, so dass niemand zu Pharao sprechen konnte, außer durch Joseph. Wenn Joseph den Thron Pharaos verließ, ertönten die Posaunen in ganz Ägypten. Der Klang erscholl und der Befehl erging: „Jeder beuge seine Knie, Joseph kommt!"

95    So wird es sein, wenn Jesus wiederkommt. ER wurde vom Vater geliebt und von Seinen Denominationsbrüdern ohne Grund gehasst. Man verkaufte Ihn für dreißig Silberstücke, warf Ihn in die Grube und hielt Ihn für tot. Als Er am Kreuze hing, wurde einer gerettet, der andere ging verloren. Vom Kreuz wurde Er erhoben und sitzt zur Rechten der Majestät Gottes, des großen Geistes, den Er widerstrahlte. Niemand kann zu Gott reden, außer durch Jesus Christus. Denkt darüber nach! Wenn Er sich aufmacht, den Thron zu verlassen, wird die Posaune erschallen, jedes Knie wird sich beugen und jede Zunge wird Ihn bekennen.
   Denkt daran, er war der „Sohn des Wohlergehens". Was immer er tat, gelang ihm wohl; ob es im Gefängnis oder wo immer es war, es ging immer gut aus. Hat Er Seinen Kindern nicht verheißen, dass ihnen alle Dinge zum Besten dienen werden? Ob es Krankheit ist, Gefängnis, Tod, Leid, was immer es sein mag; es soll denen zum Besten dienen, die Ihn lieben. ER hat es verheißen, und so muss es sein. Es muss geschehen. In Ihm wurde es schon bildlich für uns ausgedrückt. ER war das vollkommene Ebenbild Gottes.

97    Wir sehen hier, was geschehen wird, wenn Er wiederkommt. Denkt daran, Joseph rettete die Welt durch Offenbarung gemäß seiner gewaltigen Weissagung. Die Menschen wären vor Hunger gestorben, wenn Joseph nicht gewesen wäre. Die Welt wäre dem Tode preisgegeben gewesen, wenn Jesus Christus nicht gekommen wäre. „Also hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab, dass alle, die an Ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben." Gott erhält das Leben.

98    Wir könnten so fortfahren. Das Beispiel von David traf auf Ihn zu, das von Mose, das von Elia, und auch das von Joseph. Es waren alles Bilder, die im Alten Testament etwas voraussagten, und es passte genau zusammen. Was ist es? Es zeigt den vollkommenen Erlöser. Wir können unsere alte schmutzige Kleidung in die Wäscherei geben und sie rein wieder abholen. Sie ist gewaschen worden im Blute des Lammes. Wir können den Anspruch auf das stellen, was uns gehört. Alles, wofür Er starb, können wir beanspruchen.

99    ER war das vollkommene Wort, das schon im Voraus dargestellt wurde. Es gefiel Gott, dem großen Bildhauer, Ihn zu schlagen und alles so zu tun. Wir sehen Ihn in Jesaja und lesen: "Wir alle haben Ihn für nichts geachtet, unser Angesicht vor Ihm verhüllt. ER hatte keine Gestalt noch Schönheit, dass wir Gefallen an Ihm gehabt hätten." Jeder sprach über Ihn, machte sich über Ihn lustig. Ich spreche jetzt von Ihm, wie es in dieser Zeit ist. Jeder verspottet Ihn. "Wir haben Ihn für nichts geachtet. Wir sahen Ihn für einen von Gott Geschlagenen und Gemarterten an." Dafür hielten wir Ihn. Was aber tat Er dadurch? „ER war verwundet um unserer Übertretungen willen, zerschlagen infolge unserer Verschuldungen."
   Wir könnten damit immer weiter fortfahren, doch ich nehme an, dass ihr euch einen Begriff davon machen konntet, was ich meine, nämlich, dass Gott erneut Sein Meisterstück bildet.

101    Lasst uns aber nicht vergessen, dass Er am Anfang, als Er die Seite Adams schlug, etwas aus seiner Seite herausnahm. Als Christus geschlagen wurde, geschah es zu einem Zweck. ER wollte etwas aus Ihm herausnehmen — Seine Familie, Seine Braut. ER wollte eine Braut für Ihn hervorbringen. Als Sein Meisterstück vollendet war, musste Er es schlagen, um sie aus Ihm herauszunehmen — nicht etwas anderes, keine andere Schöpfung, sondern ein Stück derselben Schöpfung.
   Mein Bruder, denke nicht schlecht darüber, sondern denke doch einen Augenblick nach. Wenn Er aus Ihm, der Original-Schöpfung, etwas herausnahm, um Ihm eine Braut zu formen — ER hat doch nicht etwas anderes geschaffen, sondern nahm einen Teil der Original-Schöpfung. — und wenn Er das Wort war, was muss dann die Braut sein? Sie muss das Original-Wort sein, der lebendige Gott im Wort.

103    In Kimberley, Südafrika, habe ich mir einmal angesehen, wie Diamanten aus einer Mine heraufbefördert wurden. Ich habe sie dort liegen sehen. Der Leiter dieser Diamantenmine war einer der Ordner in meiner Gebetsreihe. Ich sah viele Diamanten dort liegen, die Zehntausende von Dollar wert waren, doch sie funkelten nicht einmal, als das Licht auf sie schien. Ich fragte den Leiter der Mine: „Warum funkeln sie nicht?"
   Er antwortete: "Weil sie noch nicht geschliffen sind. Erst müssen sie geschliffen werden, dann reflektieren sie das Licht." Da habt ihr es.
   Das Meisterstück muss geschliffen werden. Gebt Acht, weshalb es geschliffen werden muss. Wird der Rest weggeworfen? Nein, nein! Das Stück, das abgeschliffen wird, verwendet man zu einer Grammophon-Nadel. Diese Nadel wird auf die Schallplatte aufgesetzt, die für die Welt unsichtbare Musik in sich hat. Die Nadel bringt sie hervor, bringt die wahre Bedeutung des Wortes hervor.

106    Sein Leben stimmte mit allen Propheten überein. Es gefiel Gott, Ihn zu zerschlagen. Weshalb zerschlug Er Ihn? Zu demselben Zweck, zu dem Er Adam schlug. Wir sehen Ihn als von Gott geschlagen und gemartert. Das vollkommene Lamm wurde für Sünder geschlachtet — ein vollkommenes Meisterstück.

108    Seit nun beinahe zweitausend Jahren gestaltet Gott Ihm wieder ein Meisterstück, denn Er schlug Ihn, um aus Ihm ein Stück, eine Rippe, herauszunehmen, damit Er Ihm eine Frau formen kann. Als Er dieses vollkommene Meisterstück auf Golgatha schlug, nahm Er ein Stück aus Ihm heraus. Das ist einfach das Neue Testament. ER erfüllte das Alte Testament. Nun muss im Neuen Testament ein anderer Teil seine Erfüllung finden. Seht, das Alte und Neue ist wie Mann und Frau. Es bedurfte des Alten, um das Neue im Voraus anzuzeigen. Dann kam Christus, das Meisterstück, um es zu erfüllen. Jetzt wird Seine Braut all das erfüllen, was das Neue Testament beinhaltet. Ein anderes Meisterstück ist im Begriff, fertig gestellt zu werden.

109    Zuerst vergingen etwa viertausend Jahre, bis das Meisterstück fertig gestellt war; jetzt arbeitet Er seit fast zweitausend Jahren an einem anderen Meisterstück, an der Braut für Christus. Dabei verwendet Er dasselbe unveränderliche Verfahren wie bei Seinem ersten Meisterstück: Sein Wort. So fertigt Er Seine Meisterstücke, denn es kann nur ein vollkommenes Meisterstück sein, wenn es das vollkommene Wort ist. Durch Staub, Abfall oder irgendwelche Zusätze würde es zerbrechen. Himmel und Erde werden vergehen, doch dieses Wort kann nie gebrochen werden. Ihr wisst, zum Schleifen von Diamanten benötigt man ganz bestimmte Geräte. Nicht jedes Gerät ist dazu geeignet. Ich habe tonnenschwere Pressen gesehen, die alles ringsherum zerdrückt haben, doch die Diamanten wurden dabei nicht beschädigt. Nein, ein Diamant kann nicht zerbrochen werden. Man muss ihn schleifen.

110    Durch Sein unveränderliches Verfahren tut Er dasselbe. Wir stellen fest, dass Er in Maleachi 3 sagte: "ICH bin Gott und ändere Mich nicht." ER kann auch Seine Methoden nicht ändern.
   Nach dem Fall des ersten Meisterstückes begann Er mit Abraham ein Fundament für ein neues Meisterstück zu errichten. Am Pfingsttage machte Er wieder einen Anfang für ein Meisterstück — das ursprüngliche Saat-Wort. ER begann mit der ersten Gemeinde. Was war es? Das Saat-Wort, die gegebene Verheißung, wurde eingelöst; das Wort wurde verwirklicht. Joel hatte gesagt: „In den letzten Tagen wird es geschehen, spricht Gott, dass Ich Meinen Geist auf alles Fleisch ausgieße, so dass eure Söhne und Töchter weissagen, eure Greise Offenbarungen in Träumen empfangen, eure jungen Männer Gesichte schauen." Das würde Er in den letzten zwei Tagen, in den letzten zweitausend Jahren tun.

112    Beachtet. Es begann als das Original. Jesus sagte: "Das Wort Gottes ist der Same, den ein Sämann ausstreute." ER war der Sämann. Der Same war das Wort. Gebt Acht! Jeder Same, der nicht ausgestreut wird, bleibt für sich allein. Er muss in den Boden fallen, um sich zu reproduzieren. Dieser Same, die vollkommene Gemeinde, fiel in den Boden zu Nizäa — Rom, als sie zu einer Denomination wurde.
   Ihr Historiker und ihr, die ihr dieses Tonband hören werdet, denkt daran, prüft es nach und stellt fest, ob es stimmt oder nicht. Die Gemeinde starb zu Nizäa — Rom, als sie Dogmen und Satzungen anstatt des Original-Wortes annahm. Was war es? Gott hat durch die Gemeinde am Anfang gezeigt, dass Er Gott ist. ER hatte eine vollkommene Gemeinde, doch die Gemeinde musste, wie jeder andere Same, in den Boden fallen und sterben. Sie fiel in den Boden, starb und verrottete.

114    Ihr wisst, ich habe vor nicht langer Zeit ein Buch mit dem Titel "Der schweigende Gott" gelesen. Vielleicht habt auch ihr es gelesen. Ich meine, es war Brumbach, der es geschrieben hat, doch ich bin mir nicht ganz sicher. Ich habe es in meinem Studierzimmer. „Der schweigende Gott" — darin wird ausgeführt, dass Gott in den zweitausend Jahren des dunklen Zeitalters stille saß, keine Hand bewegte und auf die treuen Märtyrer herabsah, die den Löwen vorgeworfen, von den Römern verbrannt und auf alle möglichen Arten ermordet wurden. Man entkleidete die Frauen, schmierte Pech in ihr langes Haar und zündete es an. Denkt daran, das kurze Haar der Frauen stammt aus Rom. Die christlichen Frauen hatten langes Haar. Man tauchte es in Teer und zündete es an. Man verbrannte sie nackt oder warf sie den Löwen zum Fraß vor. Dieser Schriftsteller geht sogar so weit, dass er die Frage stellt: „Wo ist dieser Gott?" Oh, wie blind sind die Menschen manchmal! Wisst ihr nicht, dass der Same sterben musste? ER hat nicht versucht, sie zu befreien. Sie gingen siegend da hinein! Sie gaben blutend und sterbend ihr Leben hin. Weshalb? Weil es Same war, der in den Boden fallen musste, wie uns in Johannes 12,24 gesagt wird. Das Weizenkorn muss in den Boden fallen und dort sterben, und nicht nur sterben, sondern verwesen. Doch die Denomination begriff nicht, dass trotzdem Leben darin war.

115    Die Kirche hatte auf dem Konzil zu Nizäa fünfzehn Tage der religiösen und politischen Debatten. Die Angesehenen kamen herein und wollten hohe Würdenträger in die Gemeinde einsetzen. Es kamen auch Propheten, echte Propheten, aus der Wüste dorthin, die sich von Kräutern ernährten und in Tierhäute gekleidet waren. Doch man warf sie hinaus. Weshalb? Weil der Same in den Boden fallen musste. Er musste sterben.
   Während des dunklen Zeitalters starb er in dem dunklen Boden. Sie dachten, er wäre dahin. Ihr wisst aber, dass Jesus in Johannes 12,24 sagte: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde hineinfällt und erstirbt, so bleibt es für sich allein. Wenn es aber erstirbt, so bringt es reiche Frucht." Die Gemeinde am Anfang war diese Saat, diese Braut — der Same, das offenbar gewordene Wort, das zu Nizäa in den Erdboden fiel.

117    Höre, Gemeinde in allen Nationen, wo immer dies zu hören sein wird: Da habt ihr euren Boden: es sind die Denominationen! Dort wurde das Wort gekreuzigt, und man nahm Dogmen an. Hunderte von Jahren des dunklen Zeitalters blieb die Kraft und Kundwerdung des Wortes vor der Welt verborgen. Nur der Katholizismus herrschte. Das wissen wir alle, wenn wir die Geschichte gelesen haben. Nur der Katholizismus herrschte.
   Man kann jedoch einen befruchteten Samen nicht verborgen halten. Er muss hervorkommen. Weshalb? Weil der große Bildhauer am Werk ist. ER wird wieder aufbauen. ER, der Same, das Wort, wurde hineingelegt.

119    Wenn wir Paulus, Petrus, Jakobus, Johannes und alle diejenigen betrachten, die das Wort geschrieben haben, so sehen wir: Das Wort, das sie geschrieben haben, wurde lebendig und lebte. Es lebte. Wir stellen fest, dass Johannes die Briefe schrieb, als es reif zu werden begann. Danach wurde er auf die Insel Patmos verbannt, nachdem man ihn vierundzwanzig Stunden in Öl gekocht hatte. Doch das Wort musste hervorkommen, es musste niedergeschrieben werden. Sie konnten den Heiligen Geist nicht mit Öl aus ihm herauskochen. Er überstand es, denn sein Werk war noch nicht vollendet. Später starb er eines natürlichen Todes.
   Polykarp, ein Schüler von Johannes, trug das Wort weiter. Nach Polykarp trat Irenäus auf. Irenäus, der große Mann Gottes, glaubte dasselbe Evangelium, das wir glauben: „Das Wort ist richtig!" Die Kirche versuchte, es hinauszudrängen.

121    Schließlich gelangte es nach Nizäa und Rom. Dort fiel es in den Boden und wurde ermordet. St. Martin trat auf. Er glaubte dasselbe, was wir glauben. Er trat für dasselbe ein: für die Taufe des Heiligen Geistes und auch für die Wassertaufe im Namen Jesus; für dieselben Dinge wie wir, denn er war ein Prophet und glaubte das ganze Wort Gottes. Schließlich wurden sie gekreuzigt und in die Erde geworfen. Es vergingen Hunderte von Jahren. Die Außenseite des Samens verrottete; ihre Leiber verwesten. Ich war in den Katakomben, wo die Gebeine aufbewahrt werden. Sie verwesten, bis sogar ihre Gebeine zerfielen, doch das Leben ist dennoch geblieben.

122    Das Weizenkorn, das während des Konzils zu Nizäa in den Boden fiel, begann in Martin Luther wieder zu sprießen, wie jedes andere Weizenkorn auch hervorkommt. Nachdem die Saat verwest ist, kommt das Leben hervor. Es begann in Martin Luther hervor zu sprießen. Was tat er als erstes? Er verwarf die katholische Denomination, protestierte dagegen, weil sie verkehrt war. Er verkündigte: „Der Gerechte soll durch Glauben leben." Was war er? Ein kleines, schwaches Leben, das gerade seine Schösslinge hervorkommen ließ. Das waren die Lutheraner. Es sah noch nicht so aus wie das Korn, das in den Boden fiel, doch hier kam das Leben neu hervor.
   Dann entwickelte sich der Halm. Was geschah danach? Was tat John Wesley in seiner Zeit, als er die Heiligung hervorbrachte? Er hielt sich an das Wort. Was bewirkte es? Die Lutheraner hatten ja bereits wieder eine Organisation geformt. Also war die Zeit gekommen, dass etwas geschehen musste. Das Meisterstück war im Entstehen. Was tat er? Er protestierte gegen die anglikanische Kirche und kam nach der Reformation als die Ähre hervor. Was ist es gewesen? Der Same kam zum Leben hervor und begann zu wachsen.

124    Weder Halm noch Ähre sehen aus wie der Same.
   Nun spreche ich euch Pfingstbrüder in allen Nationen an und möchte, dass ihr, meine Brüder, zuhört. Wenn dies meine letzte Botschaft wäre, die ich predigte, so ist dies mein Meisterstück. Habt ihr schon einmal das Getreide, das in den Boden hineingefallen ist, beobachtet, wenn es beginnt, sich wieder zum Getreidekorn zu formen?
   Beobachtet die Natur. Die Natur stimmt genau mit Gott überein. Das Wirken Gottes ist in der Natur zu erkennen. Von der Pfingsterweckung nehmen sie an, dass es schon der Same war. Doch er war es nicht! Gebt jetzt Acht! Es kam jedoch etwas hervor, das dem Samen ähnlich sieht. Beachtet, dass Jesus in Matthäus 24,24 sagte, dass die beiden Geister in den letzten Tagen so nahe beieinander sein würden, dass, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführt würden.

127    Weder der Halm noch die Ähre sehen aus wie der Same. Gebt jetzt Acht: Nicht zur Zeit Luthers, sondern an diesem letzten Tag kommt der Same hervor.
   Hier sind auch Landwirte, die Weizen anbauen. Das erste, was an der Weizenähre hervorkommt, könnte man fast für den Samen halten, doch was ist es? Es ist die Hülse. Es ist die Umhüllung, worin sich das Getreidekorn befindet. Zuerst bildet sich die Hülse. Doch die Hülse ist nicht das Getreidekorn, genauso wenig wie Ähre und Halm. Es ist nur der Träger des Lebens des Weizenkornes, von dem Jesus in Johannes 12 sprach.

129    Der Weizen brachte nach der Ähre, nach John Wesley, die Hülse hervor, die dem Korn am ähnlichsten ist. Die Hülse wird dem Getreidekorn, das in den Boden fiel, immer ähnlicher. Wenn der Halm hervorkommt, hat er Leben in sich, ist aber noch nicht das Korn. Wenn die Ähre, die Blüte, sich entwickelt, ist sie noch nicht das Korn. Dann bildet sich die Hülse. Sie hat bereits die Form des Weizenkorns; sieht genauso aus wie das Weizenkorn. Und dennoch ist es noch nicht der Weizen, obwohl sie vollkommen dieselbe Form hat.
   Mit den Pfingstlern war es dasselbe wie beim Weizen. Eines kommt aus dem anderen hervor, doch sie sind nur Träger und werden zu Denominationen. Was also taten die Pfingstler, die wie das Getreidekorn hervorkamen? Sie waren die Hülse und gingen zurück, wie Offenbarung 17 es sagt, und wurden eine der Schwester-Denominationen. Genau das hat Jesus gesagt.

131    Beachtet, wie das Evangelium durch Luther und Wesley, bis hin zu den Pfingstlern, hervorkam. In den letzten Tagen würden, wenn es möglich wäre, sogar die Auserwählten verführt. 0 Pfingstbrüder, könnt ihr das nicht sehen?
   Wenn das Weizenkorn sich zu formen beginnt, sieht es zwar wie das Saatkorn aus, aber zunächst ist es nur die Hülse. Sie formen Denominationen und tun das gleiche, wie man es nach Luther tat. Offenbarung 17 beweist dasselbe in allen Gemeinden.
   Nun, die Saat fiel ursprünglich zu Nizäa in den Boden, denn dort entstand die erste Denomination. Beachtet, das Leben, das im Blatt, im Halm, in der Ähre war, geht schließlich in den Samen hinein. Das Leben aus dem ursprünglichen Samen ging durch drei verschiedene Entwicklungsstufen, bis es wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückkehrt. Halleluja! Oh, wie wunderbar! Ich bin der glücklichste Mensch auf Erden, weil Gott mich dies erkennen ließ.

135    Beachtet, wie vollkommen das Wort und die Natur übereinstimmen. Genauso ist die Sonne, wie sie unter- und dann wieder aufgeht, ein Beweis für die Auferstehung; oder auch, wenn die Bäume ihr Laub verlieren, sobald der Saft in die Wurzeln im Boden hinuntergeht; und wenn er wieder hochsteigt, kommen neue Blätter hervor und fallen im Herbst abermals ab. Das Leben des Baumes zieht den Saft mit den Mineralstoffen hoch, damit neue Blätter wachsen. Seht, die gesamte Natur entfaltet sich in Übereinstimmung mit dem Worte Gottes; genauso, wie wir es in vollkommener Weise in den Gemeindezeitaltern gesehen haben. Aus dem Grunde kam der Heilige Geist herab, zeichnete die Dinge auf und machte sie uns so verständlich. Das stimmt genau.

136    Begreift es. Das Leben, das im Halm, in der Ähre und in der Hülse war, kam dann im Getreidekorn zusammen. Das Leben aus dem Halm und jeder anderen Entwicklungsstufe brachte die nächste hervor. Die Rechtfertigung bahnte den Weg für die Heiligung, Heiligung bahnte den Weg für die Taufe des Heiligen Geistes. Die Taufe des Heiligen Geistes bahnte den Weg, damit der Heilige Geist selbst in Vollkommenheit wieder auf das Wort kommen kann, um sich selbst zu offenbaren.
   Was zur Denomination wurde, das starb. Das Leben, welches in Luther war, ging vorwärts und wirkte durch Wesley. Von Wesley ging es weiter zu den Pfingstlern; von den Pfingstlern, um den Original-Samen hervorzubringen. Die Pfingstler folgten auf Wesley und kamen bis hierher. Der Grund, weshalb die Pfingstbewegung nach Wesley kam, liegt darin, weil Pfingsten noch keine Denomination war. Dann aber wurden sie zu Denominationen. Was geschah dadurch? Sie wurden zur Hülse. Es sah aus wie das Echte.

138    Wie viele haben beobachtet, wie ein Weizenkorn zu wachsen beginnt? Was sehen wir als erstes? Es sieht genauso aus wie der Same, ist aber die Hülse. Seht ihr die drei Entwicklungsstufen: den Halm, die Ähre und die Hülse? In der Hülse bildet sich der Original-Same. Nicht der Same selbst, sondern das Leben des Samens bewirkt das Wachstum, bis es wieder zum Samen wird. Amen! Amen! Seht ihr es? Was ist es? Eine Auferstehung. Es entsteht wieder ein Meisterstück wie das, welches in den Boden fiel.
   Die Pfingsterweckung folgte auf Wesley, weil man daraus eine Organisation gemacht hatte. Als die Pfingsterweckung hervorkam, war sie keine Organisation, wurde später jedoch zu einer. Sie mussten die Hülse sein. Das wahre Wort des Lebens darin war auf dem Wege zum Original-Weizenkorn und ging durch diese Entwicklungsstufen: den Halm, die Ähre, die Hülse; danach bildete sich das Korn. Halm, Ähre, Hülse!

141    Am Anfang ihrer Erweckung waren sie lebendig und brachten schon einen bestimmten Teil des Saat-Lebens hervor. Doch als sie sich organisierten, verließ sie das Leben. Das ist geschichtlich nachgewiesen. Nie konnte eine Gemeinschaft mehr etwas ausrichten, nachdem sie sich organisiert hatte. Sie war tot. Das stimmt. Beobachtet, wie das Leben sich jetzt vorwärts bewegt.
   Gebt Acht! Es ist geschichtlich nachgewiesen, dass die Gemeinde durch all das, was sie alle getan haben, dahin gekommen ist, dass Er sie nie wieder gebrauchen kann. Die Organisationen wurden beiseite geschoben. Während der gesamten Kirchengeschichte kam es niemals vor, dass sie nicht gestorben wären, nachdem sie sich organisiert hatten. Jede Organisation starb und hat sich nie wieder erhoben. Könnt ihr das nicht sehen? Ihr blinden Menschen, öffnet eure Augen! Die Natur und das Wort stimmen überein und beweisen dadurch, dass dies die Wahrheit ist. Es ist die Wahrheit, dass das Leben den Halm verlässt, damit die Ähre hervorkommt, und dass aus der Ähre die Hülse entsteht; von der Hülse aus geht es wieder in die Ausgangsform hinein. Alles andere ist für Ihn nie wieder brauchbar.

143    Wie beachtlich ist doch der Unterschied, wie das Leben durch eine Weizenpflanze und durch einen Baum geht. Gott bezeichnet Sein Volk als Bäume. Das Leben geht aus dem Baum in die Wurzeln, steigt wieder hoch, geht hinunter und kommt wieder herauf. Seht ihr? Es geht hinunter und kommt wieder herauf. Bei der Getreidepflanze jedoch geht es aus dem Samenkorn durch den Halm, die Ähre und die Hülse. Sobald es eine dieser Wachstumsstufen verlassen hat, stirbt sie, so dass es nicht mehr dahin zurückkehren kann. Was ist sie dann? Sie ist unbrauchbar. Das Leben geht seiner Vollendung entgegen. Amen! Könnt ihr nicht sehen, weshalb Er nie eine Organisation gebrauchte? ER kann nicht mehr in sie zurückkehren; sie ist tot! Doch das Leben geht vorwärts, von einer Stufe in die nächste. Man nimmt Glaubensbekenntnisse an, doch: „Wer immer zu dem Wort hinzufügt oder hinweg nimmt, verliert seinen Teil." Er ist davon abgeschnitten. Der Lebenssame muss vorwärts dringen.

144    Ich gebrauche dies als Gleichnis für die Braut, das Meisterstück, das hervorkommt. Das Meisterstück fiel zwar, doch es gibt ein Meisterstück, das sich wieder erhebt. Das Meisterstück fiel zu Nizäa. Nach Nizäa ging es durch einen Prozess, doch es wird wieder zu dem vollkommenen Meisterstück, denn es ist ein Teil des Wortes, das Er ausgesprochen hat. ER wird eine Gemeinde ohne Flecken und Runzel haben. Sie wird in keiner Weise mit irgendeiner Organisation oder Denomination verbunden sein, denn das sind verfluchte Dinge. Sie ist durch sie hindurchgegangen, wird aber nie wieder dort sein.

145    Der Same kommt hervor. Das Leben geht hinauf und nicht wieder zurück. Danach wird es kein Wiederaufleben mehr geben. Das Leben kommt hervor und gelangt zur Vollkommenheit, zur Auferstehung.
   Beachtet, die Hülse bringt in sich den Original-Samen hervor. In Offenbarung 3 können wir dies feststellen.
   Ihr erinnert euch, dass Er in keinem der anderen Gemeindezeitalter aus der Gemeinde hinaus getan wurde. Wie viele können sich daran erinnern? ER wirkte während der Gemeindezeitalter, um etwas hervorzubringen. Das ist jetzt geschehen. Es kommt nichts mehr. Der Bildhauer hat das Wort wieder in Vollkommenheit zurückgebracht. Es geht nicht zurück. Wie ganz anders ist es! Jawohl!

147    Gebt Acht, wenn die Hülse sich bildet, sieht sie aus wie das Korn. Wenn aber das Leben des Korns die Hülse zu verlassen beginnt, um das Korn — die Braut — zu formen, öffnet sich die Hülse und sondert das Korn ab. Ist es so in der Natur? Genau das geschieht.
   In Offenbarung 3 stellen wir fest, dass die Gemeinde Ihn hinaus getan hat. Seht, so war es nicht in den anderen Gemeindezeitaltern, weil durch den Entwicklungsprozess etwas anderes hervorkommen musste. Es ging hindurch und in ein anderes über. Ich habe euch schon immer gesagt, dass keine weiteren Denominationen mehr kommen werden, denn wir sind am Ende. Sie haben Ihn hinaus getan. Weshalb? Weil Er wieder das Wort ist. ER ist wieder genauso hervorgekommen, wie Er in den Erdboden gelegt wurde. Es ist dieselbe Lehre, die am Anfang hervorkam.
   Sobald das Getreidekorn, das Wort, zu wachsen beginnt, stößt die Hülse es ab. Das Leben geht aus allem anderen heraus, damit die wahren Gläubigen ihm folgen. Sie folgen dem Leben, wohin es geht.

150    Israel war ein vollkommenes Schattenbild. In diesem vollkommenen Schattenbild war es am Anfang so, dass überall dort, wohin die Feuersäule ging, Leben war. Gott war das Leben. Ganz gleich, ob es Mitternacht war oder ob sie sich gerade an einem ganz besonderen Ort befanden; sobald sich die Feuersäule erhob, erscholl die Posaune und Israel folgte ihr. Halleluja! Als die Posaune ertönte, zog Luther mit ihr aus. Nach ihm wurden sie zu einer Organisation und starben. Gott nahm das Leben heraus und legte sie ins Grab. Das Leben jedoch ging vorwärts.
   Dann kam Wesley hervor. Als er diese große Organisation sah, stieß er in die Posaune der Heiligung; es war schon mehr vom Worte Gottes. Als er das tat, kamen sie aus den Lutheranern heraus und wurden dann zu Methodisten.
   Als die Pfingstler es sahen, stießen sie in die Posaune. Die Zeit der Wiederkehr der Gaben war gekommen. Seht, was sie taten. Sie stießen in die Posaune und kamen heraus. Doch danach organisierten auch sie. Doch denkt daran: Nach der Hülse — wir kennen ja nun die drei Stufen — kommt nichts anderes mehr als das Korn. 0 Gott! Dann wird das Korn aus allem herausgenommen. Amen und Amen! Das Getreidekorn, das Wort, beginnt sich zu bilden, und das Leben kommt hervor.

153    Beachtet, zunächst kam der Bräutigam; jetzt kommt die Braut hervor. Die Gemeinde begann zu Pfingsten und fiel zu Nizäa. Sie wuchs, sah jedoch noch nicht wie das echte Korn aus. Sie trug bereits etwas von dem Leben in sich, doch sie wuchs, und es entstand eine Organisation. Das Leben ging aus dieser Organisation heraus. Was tat es dann? Aus dieser Organisation ging es in die nächste, in ein anderes Stadium des Wortes: Rechtfertigung, Heiligung und Taufe des Heiligen Geistes. Als es durch den Halm und die anderen Stadien ging, kam es dem Getreidekorn immer näher.
   Denkt daran, die Ähre ist dem Getreidekorn näher als der Halm. Die Hülse ist ihm noch näher als die Ähre. Doch das Korn selbst ist noch darüber. Es benutzte diese Entwicklungsstufen nur zu seiner Weiterbeförderung.

155    Gebt Acht? Wenn der Bräutigam am Anfang das Wort war und die Braut vom Bräutigam genommen wurde, dann muss auch sie das Wort sein. Weshalb muss die Braut genau wie der Bräutigam das offenbar gewordene Wort sein? Weil Bräutigam und Braut eins sind. Sie ist ein herausgehauenes Stück von Ihm. Das ist das Meisterstück. Es wurde geschlagen.
   Michelangelo konnte es nicht wiedergutmachen; er konnte es nicht wieder einsetzen. Doch Gott vermag das zu tun. ER wird diese liebliche Braut, die herausgenommen wurde, wieder in die Seite des ursprünglichen Wortes zurückbringen. Das ist es: das Meisterstück als Familie wieder zurück im Garten Eden.

158    Wie geschieht das mit der Braut? Wie geschieht es mit dem Weizen? Maleachi 3, letzter Teil, spricht von der Wiedererstattung in diesen letzten Tagen. Was bedeutet es? Alles, was am Anfang war, wird wiedererstattet und zurückgebracht. "ICH werde wiedererstatten, spricht der HErr, all die Jahre, deren Ertrag die Heuschrecke, der Nager, der Fresser und der Verwüster verzehrt haben." [Joel 2,25]. „ICH werde wiedererstatten." Maleachi 3, zweiter Teil, sagt, dass Er die Herzen der Kinder — den Glauben der Menschen — zurück zu dem der ursprünglichen Väter wenden wird. Gemeinde, dies sehen wir direkt vor uns. Wo sind wir angelangt?
In einigen Minuten kommen wir zum Schluss. Ich möchte, dass ihr etwas, das gerade geschehen ist, wirklich genau beobachtet.

159    Maleachi 3 spricht über das Zurückbringen zum Original. Sie wurde von der Gemeinde, von der Kirche, zusammen mit ihrem Meister aus demselben Grund geschlagen, aus dem Joseph von seinen Brüdern geschlagen wurde: weil er das Wort war. Sie ist ebenfalls das Wort. Jesus wurde von Seinen Brüdern geschlagen, weil Er das Wort war. Die Braut wurde von der Kirchen-Gemeinde geschlagen, weil sie das Wort ist. Da habt ihr wieder eure drei Stufen. Es stimmt genau.

161    Das Wort lebt und ist in Tätigkeit. Die biblische Braut, nicht eine von Menschen gemachte, sondern die biblische Braut, von Gott geschlagen und gemartert, hat keine Schönheit, dass wir Gefallen an ihr gehabt hätten. Wir sahen sie an, als von Gott geschlagen und gemartert. Das stimmt. Sie steht allein. Sie ist von allen Denominationen hinaus getan worden, gemäß Offenbarung 3. Sie wurde aus dem Gemeindezeitalter zu Laodizea, in dem sie hervorkam, herausgeschlagen.
   Diese Gemeinde kam im Laodizea-Zeitalter hervor. Das ist die Hülse. Könnt ihr Pfingstleute das nicht sehen? Wenn jene natürliche Hülse, jener Halm und auch jene Ähre sterben mussten, dann muss diese Hülse ebenfalls sterben. Das sind auch die drei Entwicklungsstufen der Organisationen.
   Denkt daran! Ihr sagt: "Nun, es gibt doch genügend Ähren; eine ganze Menge." Ja. Es gibt Methodisten, Baptisten, Presbyterianer, Lutheraner, die Gemeinde Christi und all die anderen kleinen Bewegungen, die dazu zählen. Blätter und alles Mögliche wurden angehängt; doch mit der Reformation nahm es seinen Anfang.

164    Die Braut steht wie der Bräutigam allein da, verworfen von den Menschen und abgelehnt von den Kirchen und Gemeinden. Das ist ihr Stand. Was ist es? Es ist Sein Meisterstück. Es ist das abgelehnte Wort, wodurch Er wirken und das Er kundtun kann.
   Der Halm, die Ähre und die Hülse wurden nie zum Getreidekorn — Nein! —, kommen dem Korn aber immer näher. Jetzt, zur Erntezeit, ist das Korn wieder zu seinem ursprünglichen Leben, zur Bibel, zurückgekommen. In Maleachi 3, zweiter Teil, wird es so vorausgesagt. Damit es so sein kann, muss es das ganze Wort haben. Stimmt das?

167    Was sollte gemäß dem, was Er in Offenbarung 10 sagte, geschehen? Weshalb ging ich nach Tucson? Um es der Gemeinde zu überbringen. In den Tagen des siebenten Engels sollte durch seine Botschaft das ganze Wort Gottes kundgetan werden. Die Siegel und alles Übrige, was der Halm und die anderen Entwicklungsstufen ausgelassen haben, sollten zu dieser Zeit geoffenbart werden. Sagt es das Wort so? Also sehen wir es. Wo befinden wir uns dann? Wo sind wir angekommen? Es gibt nur eines: Die Ernte ist da. Sie ist überreif. Alles ist für das Kommen bereit.

168    Nein, anders wird es nicht sein. Zur Erntezeit ist das Korn wieder in seinem ursprünglichen Zustand. Es muss das gesamte Wort in sich tragen, um überhaupt Same sein zu können. Es kann kein halber Same sein, sonst wird er nicht wachsen. Es muss der ganze Same sein. Er kann nicht nur sagen: „Ich glaube an die Taufe das Heiligen Geistes. Halleluja! Ich glaube an das Zungenreden." Das ist nur ein Teil des Samens. Jetzt wird noch mehr hinzugefügt — Halleluja! —: das Leben; nicht die Gaben, sondern das Leben der Gaben. Seht ihr, was ich meine? Wir sind in der Endzeit, Brüder.
   Halm, Ähre, Hülse sind tot und bereits vertrocknet. Nur eines steht noch aus: Sie müssen im Weltkirchenrat zur Verbrennung gebündelt werden.

170    Das Wort ist Fleisch geworden, genau wie Er es in Lukas 17, Maleachi 3, zweiter Teil, und anderen Stellen verheißen hat. Das stimmt.
   Das wahre Leben, das im Halm, in der Ähre und in der Hülse war, wird jetzt im Getreidekorn zusammengefasst, das dann bereit für die Auferstehung, bereit für die Ernte, ist. Das Alpha wird zum Omega. Der Erste wird zum Letzten, denn der Letzte ist der Erste. Der Same, der hineinfiel, ging durch einen Prozess und wurde wieder zum Samen. Der unvollkommene Same, der im Garten Eden fiel und dort starb, kam als der vollkommene Same, der zweite Adam, wieder hervor.

172    Die erste Eva, die fiel und beim zweiten Kommen gebraucht wurde, um ein Kind hervorzubringen, ist jetzt wieder die wahre Braut, der Same, geworden, der zum Original-Wort zurückgekehrt ist. Alpha und Omega ist das gleiche. ER sprach: „ICH bin Alpha und Omega." ER sagte nie etwas von dem, was dazwischen liegt. „ICH bin Alpha und Omega, der Erste und der Letzte." Das ist es!
   Der erste und der letzte Dienst sind gleich. Die erste und die letzte Botschaft sind gleich. „ICH war das Alpha, Ich bin das Omega." „Es wird ein Tag sein, der weder Tag noch Nacht genannt werden kann, doch zur Abendzeit wird Licht sein." Seht ihr? Alpha und Omega ist der Erste und Letzte geworden. O meine Brüder, wir könnten uns stundenlang damit befassen.

174    Das herrliche Meisterstück einer Familie, der zweite Adam und die zweite Eva, ist jetzt bereit für den Garten Eden, der wieder hier auf die Erde kommen wird — das Tausendjährige Reich. Amen! Halleluja! Der große Bildhauer ließ sie nicht dort liegen. ER nahm sich Zeit — Millionen von Jahren, bis Er das erste Paar formte. Und sie fielen. Während Tausenden von Jahren hat Er sie wieder gebildet. Jetzt ist er damit fertig.
   Als das Meisterstück kam, wurde es zerschlagen. Aus Seiner Seite kam die Gehilfin hervor. Sie ging durch den gleichen Werdegang. Jetzt besitzt sie die gesamte Wesensart der Bibel und alles andere. Das zeigt, dass wir hier angekommen sind.

   Nationen zerbrechen, Israel erwacht...
   …

   Ich komme in einigen Minuten zum Schluss.

176    Beachtet das große Meisterstück — die Familie. Mann und Frau können keine wirkliche Familie sein, es sei denn, sie sind eins. Sie müssen es sein. Wenn nicht, sind sie keine gute Familie, dann zieht die Frau in diese Richtung und der Mann in die andere. Das wäre eine fürchterliche Familie. In einer echten Familie jedoch herrscht gegenseitige Liebe und Harmonie. So war Gottes Meisterstück. Die gesamte wahre Familie hier stellt das dar. Jetzt ist die „Meisterstück-Familie", Christus und Seine Braut, im Begriff hervorzutreten. Der zweite Adam und die zweite Eva sind bereit, in ihr Heim zurückzukehren. Nur durch die Erlösung konnten sie wieder dahin zurückgebracht werden, wo sie vorher waren. Wieder zurückgebracht!

177    Vor einigen Tagen war ich bei den Christlichen Geschäftsleuten, und ich nehme an, viele von euch ebenfalls. Dort war auch ein lutherischer Pfarrer, der aufstand und sich über das, was wir glauben, lustig machte und spottete. Die Geschäftsleute des Vollen Evangeliums ließen den Mann gewähren. Er trug einen umgedrehten Kragen. Das tun jetzt viele von ihnen. Er sagte: „Viele Menschen fragen mich, weshalb ich einen umgedrehten Kragen trage und wie sie einen so von einem katholischen Priester unterscheiden sollen. Doch es besteht kein Unterschied, und es sollte auch keinen geben, denn wir alle sind Kinder Gottes." Dann sagte er: „Ich weiß von einem katholischen Priester, der überall gegenwärtig ist, der überall anwesend sein kann."

178    Niemand kann allgegenwärtig sein, ohne allwissend zu sein. Nicht einmal Gott könnte allgegenwärtig sein, wenn Er nicht allwissend wäre. Allwissenheit bedeutet, dass Er alles weiß, und das macht Ihn allgegenwärtig. Um anwesend zu sein, muss Er in einem Wesen sein. Doch weil Er allwissend ist, kann Er allgegenwärtig sein, denn Er weiß alle Dinge. Vor Anfang der Welt wusste Er schon, wie viele Fliegen, Käfer es geben, wie oft sie mit ihren Augen blinzeln würden und alles andere, weil Er allgegenwärtig ist. Niemand kann allwissend sein, ohne unendlich zu sein. Es gibt nur einen, der unendlich ist — Gott. Amen!

179    Nun, was ist es? Es ist der Teufel, der sie direkt zur Schlachtung führt, und alle gehen mit hinein. Genau das sagt die Bibel, und hier ist es. Sie sind sogar unter die Pfingstleute gekommen und ziehen sie mit hinein. Welch eine Zeit!
   Nach diesem Zeugnis sprach jemand mit mir. Es ist gut, dass ich nicht allzu viel sagte, denn sonst hätten sie mich womöglich dort ins Gefängnis gesteckt. Ich dachte jedoch: "Das ist es." Die Menschen, die belehrt wurden, wissen es. „Die Weisen werden ihren Gott an jenem Tage erkennen," sagte Daniel. Jawohl. Die Weisen werden ihren Gott erkennen; sie sind auf der Hut.
   Als ich das mitbekam und sah, dass sogar die Pfingstler auf seiner Seite standen, und auch Oral Roberts mich seltsam ansah, dachte ich nur: „Oh, meine Güte!"
   Er trat auf, war geschult, elegant und so weiter Ihr wisst ja, wie. So poliert Gott die Seinen nicht. ER poliert sie nicht mit Schulung, sondern mit Demut und in der Kraft Seines geoffenbarten Wortes, so dass sie die Form des Kornes aufweisen, von dem sie stammen.

183    Jemand sagte zu mir: „Bruder Branham, etwas kann ich bei dir nicht verstehen."
   Ich fragte: „Was ist es?"
   Wir standen dort draußen in der Halle. Ich meine, es war, nachdem ich Bill und Schwester Dauch begrüßt hatte und gerade mit einer ganzen Gruppe um die Ecke kam, als sich ein Prediger mit umgedrehtem Kragen durchdrängte und sagte: „Weshalb schimpfst du die Menschen immer aus?" Er sagte: „Sie glauben, dass du ein Knecht Gottes bist. Du solltest freundlich und nett zu ihnen sein. Doch jedes Mal, wenn ich dich irgendwo sprechen höre, tadelst du die Frauen, weil sie kurzes Haar haben, Shorts tragen, Make-up verwenden und wegen aller möglichen Dinge. Du schimpfst die Menschen aus und sagst ihnen, dass sie kalt, formell und gleichgültig sind." Er fragte: „Warum tust du das? Diese Menschen Heben dich. Wie kannst du ein Sohn Gottes voller Liebe sein und so etwas tun?"
   Ich dachte: „HErr, hilf mir, diesem klugen Mann recht zu antworten. Lass mich so antworten, dass er sich in seinem eigenen Netz verfängt." Ich fragte: „Hast du je von dem großen Komponisten Beethoven gelesen?
   „Natürlich", antwortete er, „habe ich über Beethoven gelesen."
   Ich sagte: „Wahrscheinlich hat er ganze Papierkörbe mit zerrissenem Konzeptpapier gefüllt, doch er hat der Welt Meisterwerke geschenkt." Er verstummte und sagte kein Wort mehr. Ich sprach: „Wenn er in seinem Studierzimmer saß und einen Einfall hatte, schrieb er ihn nieder. Dann begann er, es zu spielen. Wenn es nicht richtig war, warf er es in den Papierkorb. Doch wenn er ganz in die Inspiration hineinkam, hatte die Welt ein Meisterwerk." Oh, wie einschneidend das Wort doch ist, aber es schafft Meisterwerke. Es beseitigt den Halm und die Ähre und bringt das Meisterstück hervor.

186    Ich habe noch einige Minuten Zeit, euch zu erzählen, was vorgestern geschah. Am 3. Juli saß ich hier in dem Einkaufszentrum. Ich war schon in Rom, in Frankreich, in New York und Los Angeles, doch die unanständigsten Frauen, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe, gibt es in Jeffersonville, Indiana. Soviel Schmutz und Unflat habe ich noch nie in meinem Leben unter den Menschen gesehen. Ich saß da und bekam Herzschmerzen. Der HErr gab mir eine Vision. Ich werde sie euch jetzt erzählen. Ich weiß nicht, ob ich sie wiedergeben kann, denn ich erzähle sie heute zum ersten Mal.

187    Ich geriet in Verzückung. Als das geschah, war jemand bei mir. Ich sah die Person nicht, sondern hörte nur die Stimme. Ich schaute in die Richtung, und er sagte: „Die Braut kommt zu einer Vorschau in Sicht." Als ich hinblickte, sah ich die am anständigsten gekleidete Gruppe Frauen auf mich zukommen, die ich in meinem Leben gesehen habe. Jede von ihnen schien anders gekleidet zu sein. Alle Ratten langes Haar, lange Ärmel an ihren Kleidern. Es waren junge Frauen. Dem Aussehen nach waren sie etwa zwanzig Jahre alt.
   Vor mir liegt die aufgeschlagene Bibel. Ich kann nur sagen, was ich gesehen habe. Wenn ihr mich fragen würdet: „Worauf schaust du gerade?", würde ich sagen: „Ich schaue auf die Uhr." „Was siehst du jetzt an?" „Ich schaue auf die Menschen." „Worauf blickst du jetzt?" „Ich schaue auf die Bibel." Ich sage euch die Wahrheit: Das habe ich gesehen. Ich kann nur sagen, was ich gesehen habe. Ich weiß nicht, was das alles bedeutet. Ich muss es euch nur sagen.

189    Derjenige, der zu mir sprach, stand neben mir. Die Braut bestand aus so sauber und lieblich aussehenden Menschen, wie ich sie nie zuvor in meinem Leben gesehen habe. Es schienen etwa ein Dutzend oder mehr zu sein. Ich weiß es nicht genau. In jedem Fall ist es eine ganze Gruppe gewesen. Sie kamen vorbei, schwebten, hatten ihre Augen nach oben gerichtet. Ich beobachtete sie, während sie vorüber zogen. Oh, wie hübsch sie waren! Ich sah sie an.
   Als sie vorüber zogen, sagte er: „Das ist die Braut. Jetzt werden wir die Gemeinden in einer Vorschau sehen." Da kamen sie. Ich beobachtete, wie sie näher kamen. Als sie vorbeigingen, schien es, als würde eine schlimmer aussehen als die andere. Nie in meinem Leben habe ich solch eine unanständige Gruppe gesehen. Dann hörte ich ein Geräusch. Er sagte:
„Als nächstes kommt die amerikanische Gruppe vorbei."

190    Ich bin ja Amerikaner; doch dies machte mich krank. Ich bin nicht redegewandt genug, um in einer gemischten Zuhörerschaft ausdrücken zu können, was stattfand. Ihr werdet zwischen den Zeilen lesen müssen. Als diese Frauen sich näherten, sah ich, dass ihre Anführerin eine Hexe war. Sie hatte eine lange Nase und einen großen, breiten Mund. Alle waren nur von der Hüfte ab nach unten bekleidet, oben hatten sie nur eine Art Streifen, etwa einen Zoll breit, umgebunden. Jede dieser Frauen trug etwas Ähnliches, wie wir es vor langer Zeit aus Zeitungspapier zurechtgeschnitten haben, um damit die Fliegen zu verscheuchen.
   Wie viele können sich daran erinnern? Ihr wisst es noch. Ich meine, man hat es im Karneval benutzt. Die Papierfransen oder -streifen hingen herunter. So etwas hielten sie nach unten hin vor sich; von der Hüfte ab nach unten. Sonst war dieser Teil entblößt. Jede von ihnen hatte ganz kurz geschnittenes Haar, über und über gekräuseltes Zeug, und war voller Make-up. Sie sahen wie Straßendirnen aus. Mit diesem Papier gingen sie dahin. Oh, wie vulgär! Vorne hielten sie zwar dieses Papier, doch als sie vorübergingen, konnte man ihre Rückseite sehen. Als ich sah, wie sie von vorne und von hinten aussahen und wie sie sich benahmen, dachte ich: "Ist dies die Gemeinde?"

192    Sie ging dahin und sang diese Twist und Rock’n’roll-Schlager, oder wie immer man sie nennt. Ich stand dort und sagte: „Ist das die Gemeinde?" In meinem Herzen weinte ich. Die Hexe, die sie auf diesem Weg führte, ist meiner Ansicht nach nichts anderes als der Weltkirchenrat. Sie bogen zur Linken ab und verschwanden in einem Chaos, ließen immer noch die Musik ertönen und gaben sonderbare Laute von sich, indem sie dabei mit ihrem Körper Verrenkungen zur einen und dann zur anderen Seite machten. So benahmen sie sich, als sie dahingingen.

193    Ich wollte gerade meinen Kopf senken, als er sagte: „Warte, die Braut muss wiederkommen." Ich sah hin, und dort kamen sie wieder. Sie zogen vorüber. Es waren anmutig aussehende Damen. Sie sahen mich an, als sie vorbeigingen. Ich habe beobachtet, dass jede von ihnen anders gekleidet war. Eine von ihnen, die ziemlich hinten ging, hatte langes Haar, das sie so eingerollt hatte. Es könnte eine Deutsche gewesen sein. Ich beobachtete sie. Als sie sich entfernten, kamen die zwei oder drei letzten aus dem Schritt. Ich rief ihnen etwas zu, und sie versuchten, wieder hineinzukommen. Nachdem ich sie gesehen hatte, endete die Vision, und ich kam wieder zu mir.

194    Nun, hier ist die Auslegung darüber. Merkt sie euch. Ich war noch nicht damit fertig, mir alles zu notieren. Doch während ich heute Morgen predigte, habe ich begriffen, was sie bedeutet. Habt ihr beachtet, dass die Gemeinde nur einmal in Sicht kam? Das ist die Wahrheit, Freunde. Der himmlische Vater, der das Wort geschrieben hat, weiß, dass ich die Wahrheit sage. Ich sage die reine Wahrheit. Bis vor einigen Minuten habe ich es nicht gewusst. Habt ihr auch bemerkt, dass die Braut zweimal zu sehen war? Das erste und das zweite Samenkorn; beide waren genau gleich. Der Grund, weshalb sie unterschiedlich gekleidet waren, liegt darin, weil die Braut aus allen Nationen stammen wird. Jede von ihnen hatte langes Haar und trug kein Make-up. Es waren wirklich hübsche Mädchen. Sie haben mich angesehen. Sie stellten die Braut dar, die aus allen Nationen kommt. Jede einzelne repräsentierte eine Nation. Ihr Schritt war in vollkommenem Einklang mit dem Wort.

195    Ich muss auf sie Acht geben. Wenn ich nicht aufpasse, wenn sie vorüberzieht, wird sie aus dem Gleichschritt mit dem Wort geraten. Vielleicht wird das geschehen, wenn meine Zeit vorüber ist, wenn ich nicht mehr bin, oder wie es auch immer sein mag.
   Beachtet! Sie versuchten ihr Bestes, um wieder hineinzukommen. Sie kamen auch zurück, fügten sich wieder ein, nachdem sie woanders hingeschaut und die Gemeinde beobachtet hatten, die gerade dabei war, ins Chaos zu geraten. Doch es waren nicht diejenigen, die an der Spitze gingen, sondern die zwei, drei letzten, die ein wenig nach rechts abwichen und wieder in die Reihe zurückzukommen versuchten, als sie vorbeigingen. Dabei waren sie ungefähr so weit von mir entfernt, wie von hier zur Wand. Ich stand dort und sah ihnen nach, bis sie aus meinem Blickfeld waren.
   Ihr habt beachtet, dass die Gemeinde aus allen Nationen nur einmal gezeigt wurde. Doch die Braut erschien zweimal. Seht, was es war. Ich habe es vorher nicht gewusst, doch betrachtet es im Zusammenhang mit meiner Botschaft von heute Morgen. Ich wusste es nicht.

197    Der Same fiel zu Nizäa in den Boden. Das war die Original-Saat. Sie ging durch einen Prozess in diesen Denominationen, die nur einmal ins Dasein kamen. Doch die Braut wird in den letzten Tagen wieder hervorkommen: „ICH werde wiedererstatten..." Das Meisterstück wird gebildet. Das ist der Grund, weshalb sie zum zweiten Mal gezeigt wurde. Sie wurde zuerst gezeigt und dann noch einmal. Beim zweiten Mal war sie so vollkommen wie zuerst. 0 Gott, sei barmherzig! Eilet, eilet, eilet! Möge das Leben schon sehr bald in das Korn kommen!

198    Alle anderen erschienen nicht wieder. Sie verschwanden, um nie wiederzukehren. Die Braut aber kehrte zurück, denn sie ist Alpha und Omega. Gott, der große Bildhauer, hat Ihm ein Meisterstück geschaffen, denn es ist ein Teil von Seinem ersten Meisterstück. Wie Er im Garten Eden einen Teil herausnahm und ein anderes Stück daraus machte, das verdorben wurde und fiel, war Er die ganze Zeit damit beschäftigt, es wieder aufzurichten. ER brachte dieses Meisterstück hervor, und es wurde geschlagen. Durch den geschlagenen Teil wurde das Meisterstück wieder hervorgebracht.
   Das Meisterstück des Sohnes Gottes — das Meisterstück der Braut! Sie ist ein Teil von Ihm, deshalb muss sie die Erfüllung des Wortes sein. Das Wort ist erfüllt worden, und wir sind für das Kommen des HErrn bereit.

200    O Gemeinde des lebendigen Gottes, beugt eure Herzen und euch selbst vor Gott. Diese Dinge sind wahr. Ich weiß, dass es sich anhört, als würde sich so etwas Gewaltiges über die Nationen verbreiten. Nie war das so. ER ändert Seine Art nicht.
   Sei dankbar, Gemeinde. Seid dankbar, dass ihr dort seid, wo ihr euch heute befindet, wenn ihr in Christus seid. Denkt daran, das gesamte Leben sammelt sich für die Auferstehung im Korn, und der Halm und alles andere wird verbrannt. Die Hülse und alles andere muss und wird vernichtet werden. Setzt euer Vertrauen nicht in die Denominationen. Bleibt in dem Wort, dem Leben, in Gott und Seinem Meisterstück.
   Was wird im Tausendjährigen Reich sein? Christus und Seine Braut werden zurück im Garten des Tausendjährigen Reiches sein. Amen.

203   

   Ich lieb Ihn, ich lieb Ihn,
   denn Er liebte mich zuerst,
   und erkaufte mir das volle Heil
   auf Golgatha.

   Dort wurde Er geschlagen. Wir hielten Ihn für einen von Gott Geschlagenen und Gemarterten, doch Er war verwundet um unserer Übertretungen willen, zerschlagen um unserer Verschuldungen willen.
   Ist heute Morgen jemand hier, der noch nicht in diesem Korn ist, während das Leben jetzt seinen letzten Rest aus der Hülse herauszieht und die Hülse vertrocknet? Wie viele wissen, dass die Pfingstgemeinde vertrocknet? Was ist es? Das Leben verlässt sie. Es hat sie bereits verlassen. Nachdem die Braut in der Vorschau gezeigt wurde, frage ich mich, ob sie nicht schon vollzählig ist.

   Ich lieb Ihn, ich lieb Ihn...


205    Während wir unsere Häupter gebeugt halten — ist jemand hier, dessen wir im Gebet gedenken sollen? Wenn ihr verspürt, dass ihr noch nicht soweit seid, — Freunde, es ist zu klar! Nie habe ich in meinem Leben eine Vision gehabt, es sei denn, etwas geschah und folgte. Ich sage die Wahrheit. All die anderen Male habe ich die Wahrheit gesagt, und Gott hat es bestätigt. Auch dieses Mal sage ich die Wahrheit.
   Ich weiß nicht, was für ein Tag es genau ist, an dem wir leben, aber ich weiß, dass nichts mehr aussteht. Es kann kein Politiker auftreten, der die Lage noch begradigen könnte. Die Politik und die Nationen sind dahin. 0 Gott! Dringt es so tief bei euch ein, dass ihr es verspürt? Die Nationen sind dahin. Dies ist eine der besten, doch auch sie ist dahin. Wenn die Nationen dahin sind, ist auch die Welt dahin. Und die Gemeinden? Meiner Meinung nach waren die Pfingstler die besten, die es gab. Doch sie sind ebenfalls dahin. 0 Gott, sei uns gnädig!

207    Wenn ihr Ihn nicht kennt, dann eilt bitte; eilt! Wenn ihr das Leben verspürt, so kommt aus eurer Sünde heraus, kommt heraus, wo ihr euch befindet, begebt euch schnell in das Korn. Im Halm oder in der Hülse werdet ihr sterben. Betet, während wir singen:

   Ich lieb Ihn, ich lieb Ihn...

   Es liegt an euch. Wir haben keine Denomination, nichts; wir haben nur Christus. Ihr seid willkommen, Ihn, zusammen mit uns, anzubeten, bis Er kommt. Wir können euren Namen in kein Buch schreiben, weil wir keines haben. Wir möchten, dass euer Name im Buch des Lebens steht. Das ist nur durch Geburt möglich. Wollt ihr sie nicht jetzt erleben? Bittet Christus um neues Leben, dass Er euch hineinbringt und euren Namen in Sein Buch schreibt, wenn er nicht schon dort steht. Dann könnt ihr Gemeinschaft mit uns haben. Wir möchten euch gerne bei uns haben.

   Ich lieb Ihn, ich lieb Ihn...


208    Teurer Gott, hilf jeder Person, jetzt eine Selbstprüfung vorzunehmen, damit wir feststellen, ob wir in Ihm sind. DU hast uns geliebt und wurdest für uns geschlagen. Wir hielten Dich für einen von Gott Geschlagenen und Gemarterten. Ich bitte, o Gott, rufe jeden einzelnen. HErr, sprich zu meinen Kindern, zu meinen Angehörigen und zu meinen Freunden. Gewähre es jetzt, HErr, durch den Namen Jesus Christus.
   Lass niemanden zu lange warten, HErr. Es sieht aus, als sei es sehr nahe. Die Ernte ist wirklich reif. Eines Tages wird der große Mähdrescher Gottes durch das Land eilen; dann wird die Spreu überallhin geweht, der Weizen aber in die Scheuer gesammelt — hinauf genommen werden, weil in ihm das Leben ist. Gewähre, HErr, dass jedes Anliegen beantwortet wird, dass jedes Gebet vor Dir kund wird.
   Ich bete für sie, HErr. Ich bete, dass Du keinen, der hier ist, verloren gehen lässt, HErr. Sie kamen unter Schwierigkeiten hierher; sie fahren Hunderte von Meilen. HErr, gib uns, was immer wir benötigen mögen; was gut für uns ist, HErr, nicht nach unserem Ermessen, sondern, was in Deinen Augen gut ist. Wir möchten als eine reine Jungfrau dastehen, von Gott gereinigt und zurechtgewiesen, damit wir von unseren Sünden geläutert werden.

211    HErr, ich bringe mein Gebet für sie dar. Ich weiß nicht, wie ich beten soll. Wir sprechen mit Dir, dem allmächtigen Gott. Wo wäre ein Mensch, und wer könnte als Sterblicher die rechte Art von Gebet vor den lebendigen Gott bringen? DU kannst das ABC eines kleinen Jungen nehmen und einen Satz daraus bilden — so kannst Du auch die Worte, die ich falsch ausgesprochen habe, übersehen und nur darauf blicken, was ich glaube, HErr. Ich glaube Dir. Ich glaube dieses Wort. Ich glaube für jeden, der hier ist. Durch Glauben bringe ich sie zu jenem Altar, HErr, wo zwischen uns und dem großen Jahwe das Blut Seines Sohnes Jesus steht. Das Blut wird für uns sprechen. Als Du Ihn auf Golgatha schlugst, sagtest Du: „Rede! IHN sollt ihr hören!" Die Bibel sagt, dass das Blut besser redet als das Blut der Lämmer im Alten Testament. Das Blut Christi redet Besseres als das Blut Abels — Größeres. HErr, sprich die Erlösung für uns aus, denn wir rufen Dich an durch das Blut.

212    Großer Vater des Lebens, schließe uns mit ein, HErr. Wenn wir gesündigt haben, nimm es von uns weg. Wir möchten nicht so sein, HErr. Es ist nicht unsere Absicht. Wir erkennen, dass wir an einem schrecklich dunklen Tag leben. Wie wir zu Anfang sagten, gehen wir einen Berg hinauf, durch raues Gelände; der Pfad ist düster, doch wir tragen das Licht. Mögen wir ihn Schritt für Schritt erkennen, während wir gehen, bis wir, wie in der "Pilgerreise" beschrieben, endlich die Bergesspitze erreichen. Führe uns, o Hirte. Großer Jahwe, leite uns durch Deinen Geist.
   Wir wissen, dass wir weit davon entfernt sind, ein Meisterstück zu sein, doch wir schauen dorthin, woraus wir gehauen wurden: auf das wahre Meisterstück, und in Ihn setzen wir unser Vertrauen. Bringe uns zu Ihm, HErr. Gewähre es.

214    Heile alle Kranken, die hier sind, HErr. Wir sahen Ihn als geschlagen und gemartert an, doch um unserer Übertretungen willen war Er verwundet. Das Meisterstück Gottes wurde geschlagen. ER wurde verwundet um unserer Übertretungen willen; durch Seine Striemen sind wir geheilt. HErr, heile jetzt die Kranken in Deiner göttlichen Gegenwart. Wir wissen, dass Du hier bist.
   Reinige unsere Seelen und unsere Herzen von allem Bösen, von allen schlechten Gedanken, von allen bösen Gesprächen; von allem, was verkehrt ist. Reinige uns. Vater, wir beten darum, dass Du unsere Krankheiten heilst. Lass uns in dem Bewusstsein von hier gehen, dass wir Deine geheiligten Kinder sind. Unter der Deckung Deines Blutes sprechen wir das Wort; durch das Blut. Gewähre es, HErr. Wir bitten im Namen Jesus Christus. Amen.

216    Gott, unser Vater, ich lege meine Hände auf diese Taschentücher;
salbe sie mit Deiner Gegenwart, HErr. Möge Deine Gegenwart mit ihnen sein, wo sie auch hingelangen. Wo immer sie auf einen kranken Leib gelegt werden, möge er geheilt sein. Und wo immer ein zerbrochenes Heim ist, bringe es in Ordnung, HErr, Du großer Bildhauer. Gewähre es, HErr.
   Forme und gestalte uns zu Söhnen und Töchtern Gottes. Wir glauben, dass die Braut jetzt ihren letzten Schliff bekommt. Sie wird von der gesamten Organisation geschlagen werden, dann wird die große Ernte stattfinden. Erhalte sie bis dahin gesund und froh, HErr, indem sie Dir dienen, in Jesu Namen. Amen.

   Ich lieb Ihn, ich lieb Ihn...


218    Versteht ihr jetzt, warum ich euch schelte? Es ist nicht deshalb, weil ich euch nicht lieben würde. Ich liebe euch doch und möchte ein Meisterstück für den Meister. Ich muss vielleicht auf diese Weise einiges herausreißen, doch wenn ich es in Übereinstimmung mit diesem Worte halte, werde ich eines Tages ein Meisterstück haben. Das stimmt.
   Jesus sagte: „Daran werden alle Menschen erkennen, dass ihr Meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt." So sollten wir in Liebe miteinander verbunden sein.

   Gesegnet sei das Band...

   Lasst uns einander die Hände reichen.