gepr. am 02.10.1960

in Jeffersonville, Indiana

von Br. William Marrion Branham

 

(Anm.: Die vorliegende deutsche Übersetzung liegt bislang nur ab dem

Abschnitt des §22 vor. Der Predigtanfang wird in Kürze übersetzt)

 

 

"Wir öffnen unsere Bibel im Buche Ruth. Der Titel für unsere Botschaft lautet: "Der verwandte Erlöser". Ich möchte das Thema von vier verschiedenen Standpunkten aus betrachten.


023    Letzten Sonntag sprachen wir darüber, wie Christus kam, um uns zu erlösen. Heute möchte ich über folgendes sprechen: Was ist ein Erlöser und wie wurde Er ein Erlöser? Denkt daran: Wenn euch ein Erlöser erlöst, dann erlöst er euch vollständig. Er erlöst euch von euren Sünden, von eurer Krankheit und von allem was verkehrt ist. Er ist ein Erlöser.


024    Bevor wir uns dem Thema nähern, neigen wir unsere Häupter im Gebet:


025    Unser Himmlischer Vater, ich bin so froh, daß es eine mächtige erhabene Kraft gibt. Ich bin heute froh, daß wir uns Gott durch seinen Sohn Jesus Christus nähern können und daß wir eine Antwort erwarten dürfen, wenn wir bitten. In der vergangenen Versammlung sprachen wir darüber, wie jener Mensch in Lammfellen und in Ziegenfellen umherzog, wie er voller Not nach einer Stadt suchte, deren Erbauer und Gestalter Gott war. Wie Hiob wußte er, daß er von Angesicht zu Angesicht mit Ihm sprechen könnte, wenn er sich Ihm nähern könnte. Wie der alte Hiob sagte: "Wenn ich an Seine Türe klopfen könnte" oder anders gesagt: "Wenn ich Seine Wohnung fände, dann würde ich mit Ihm nach Hause gehen, und ich würde von Angesicht zu Angesicht mit Ihm sprechen." Doch für den Menschen war dieser Weg verschlossen, denn er hatte gesündigt und hatte sich von Gott getrennt und wurde Gott fremd.


026    Doch dieser kostbare Eine kam und öffnete den Weg, vergab uns unsere Sünden und brachte uns vor Gott. Nicht als Fremde sondern als Kinder. Wir wissen, daß Du uns jedes Anliegen gewährst, das wir erbitten, denn Du hast uns nur ein Gesetz dafür gegeben: Wenn ihr glauben könnt. Dies ist die Übereinkunft. Satan behauptet, daß wir nicht glauben werden und Gott sagt, wir würden glauben. Der Kampf ist nun eröffnet und wir müssen unsere Entscheidung treffen. Wie wir uns auch immer entscheiden werden, so wird es sein. Und es steht so wunderbar geschrieben: "Alle Dinge sind möglich für den, der glaubt." Und heute glauben wir.


027    Wir kommen herbei, um vor Gott Gefallen zu finden, bittend, daß Du unsere Anliegen gewähren mögest.


028    Ich bete auch, daß Du mir heute helfen mögest, denn vielleicht bin ich der Bedürftigste der ganzen Zuhörerschaft; ich weiß, daß wir durch das Blut des Herrn Jesus erkauft sind. Vielleicht sitzen Sünder hier, die durch die Sünde dermaßen gebunden sind, daß es für sie schwer, ja fast unmöglich sein wird, um so weit vorzudringen, daß sie Christus annehmen können, solange sie Satan mit seiner Kraft so gebunden hat. Doch wir wissen, daß geschrieben steht: "In meinem Namen werden sie Teufel austreiben."


029    Herr, gib uns heute durch das Predigen des Wortes die Kraft, jeden Teufel des Unglaubens, des Aberglaubens und der Furcht aus den Herzen und den Gedanken der Menschen hinauszuwerfen, damit jene, die durch Verwirrung und Zweifel gebunden sind, in die Arme von Christus gebracht werden. Und es steht auch geschrieben: Und sie werden ihre Hände auf die Kranken legen, und es wird besser werden mit ihnen. Es sind auch Christen anwesend, die durch Dämonen der Krankheit gebunden sind.


030    Herr, gib mir heute die Kraft des Heiligen Geistes, um jede kranke und bedürftige Person zu befreien, damit der große Heilige Geist in jedem Herzen das Vorrecht hat, in jeder Person, die in der göttlichen Gegenwart ist. Sprich zu uns durch Dein Wort. Dein Wort ist die Wahrheit. Ich weiß nicht, was ich sagen werde, denn ich warte auf die Leitung des Heiligen Geistes, daß Er uns leiten und in die Wahrheit führen möge. Gewähre es Herr. Verherrliche Dich selbst. Salbe Deinen Diener, denn Dein Wort ist bereits gesalbt. Wir werden Dir die Ehre geben, während Du es zu jedem Herzen bringst, so wie wir es benötigen. Wir bitten es im Namen des Sohnes Gottes, im Namen von Jesus Christus. Amen.


031    Bevor ich lese, möchte ich euch einen kleinen Reim übermitteln, den ich so gerne mag:

Wenn ihr an Flüsse kommt, die ihr nicht überqueren könnt,
Und wenn ihr Berge vor euch seht, die ihr nicht überqueren könnt,
Dann denkt einfach daran, daß der Gott des Himmels für die Dinge spezialisiert ist,
welche andere nicht tun können.


032    Wir lesen aus dem Buche Ruth das erste Kapitel:

1 Zu der Zeit, als die Richter regierten, entstand eine Hungersnot im Lande. Damals zog ein Mann von Bethlehem in Juda fort, um sich im Gefilde Moab niederzulassen, samt seinem Weib und seinen beiden Söhnen.

2 Diese Mann aber hieß Elimelech und sein Weib Naemi, seine beiden Söhne aber hießen Machion und Kilion, die waren Ephraditer von Bethlehem in Juda; und sie gelangten ins Gefilde Moab und lebten dort.

3 Elimelech aber, Naemis Mann, starb, und sie blieb allein mit ihren beiden Söhnen.

4 Diese nahmen sich moabitische Frauen, eine hies Orpa und die andere Ruth. Und sie wohnten daselbst etwa 10 Jahre.

5 Danach starben auch sie beide, Machion und Kiljon, also daß das Weib nach dem Tode ihrer beiden Söhne und ihres Mannes allein zurückblieb.

6 Da machte sie sich mit ihren beiden Schwiegertöchtern auf und kehrte zurück aus dem Gefilde Moab; denn sie hatten daselbst vernommen, daß der HERR sein Volk heimgesucht und ihm Brot gegeben hatte.

7 Und sie verließ den Ort, da sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr, und sie machten sich auf den Weg, um wieder ins Land Juda zurückzukehren.

8 Naemi aber sprach zu ihren beiden Schwiegertöchtern: Gehet hin, kehret um, eine jede zu ihrer Mutter Haus! Der HERR tue euch Gutes, wie ihr es an den Verstorbenen und an mir getan habt.

9 Der HERR gebe euch, daß ihr Ruhe findet, eine jede in ihres Mannes Haus! Und sie küßte sie.

10 Da erhoben sie ihre Stimmen und weinten und sprachen zu ihr: Wir wollen mit zu deinem Volke gehen!

11 Aber Naemi sprach: Kehret um, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Trage ich denn noch Kinder in meinem Schoß, die eure Männer werden könnten?

12 Kehret um, meine Töchter, und gehet hin! Denn ich bin zu alt, um noch eines Mannes Weib zu werden. Und wenn ich auch spräche: Es ist zu hoffen, daß ich schon diese Nacht einen Mann bekomme und Söhne gebäre, wolltet ihr auf sie warten, bis sie groß geworden?

13 Wolltet ihr um ihretwillen verziehen, wieder zu heiraten? Nicht doch meine Töchter! Denn ich bin noch viel trauriger daran als ihr, weil des HERRN Hand wider mich ausgestreckt ist!

14 Da erhoben sie ihre Stimmen und weinten noch mehr; und Orpa küßte ihre Schwiegermutter. Ruth aber hing ihr an.

15 Sie aber sprach: Siehe deine Schwägerin ist umgekehrt zu ihrem Volk und zu ihren Göttern; kehre du auch um, deiner Schwägerin nach!

16 Ruth antwortete: Dringe nicht in mich, daß ich dich verlassen und von dir weg umkehren soll! Denn wo du hingehst, da will ich auch hingehen, und wo du bleibst, da bleibe ich auch; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.

17 Wo du stirbst, da sterbe auch ich, daselbst will auch ich begraben sein; der HERR tue mir dies und das und noch mehr, wenn nicht der Tod allein uns scheiden soll!


033    Diesem kleinen Gespräch möchte ich den Titel Der verwandte Erlöser geben, während ich lehre und versuche, euch den Glauben der Erlösung zu übermitteln. Ich möchte euch zeigen, was es ist, und wie man sie empfangen kann.


034    Das Erlösen [Das Wort erlösen, in der englischen Bibel redeem, bedeutet: zurückkaufen, loskaufen, auslösen, ablösen, einlösen, büßen, wiedergutmachen, ersetzen, entschädigen, bewahren.] einer Sache bedeutet, die Sache zurückzubringen. Wie wenn etwas verloren ging und dann ins Fundbüro gebracht wird.

Wenn etwas verpfändet wurde, dann geht ihr hin und löst es aus, es wird mit einem Preis ausgelöst. Wenn ihr es eingelöst habt, dann gehört die Sache euch. Im jüdischen Gesetz konnte nur ein Verwandter einen verloren gegangenen Besitz oder sonst etwas einlösen.


035    Unsere Geschichte beginnt nach dem Tode Josuas, als die Richter in Israel herrschten. Wenn ihr ein sehr schönes Bild der Sache erhalten möchtet, dann lest ungefähr die ersten fünf oder sechs Kapitel des ersten Buches von Samuel, dann werdet ihr die ganze Sache sehen.


036    Wir werden nun die Sache in großen Zügen durchgehen, um die Hauptsache zu betrachten. Vor einiger Zeit begann ich das Buch Ruth zu betrachten, und ich brauchte etwa drei vier Wochen dafür. Als ich damals das Buch der Offenbarung betrachtete, brauchte ich etwa ein Jahr, um durchzukommen. Durch die ganze Bibel hindurch ist jede kleine Schriftstelle mit einer andern verbunden. Es ist wunderbar. Daher wissen wir, daß die Bibel inspiriert ist. Sie stimmt in den Zahlen und in jeder Hinsicht. Außer der Bibel gibt es kein Buch, das sich nicht irgendwo widersprechen würde.


037    Dieses Buch wurde während beinahe viertausend Jahren geschrieben. Vierzig Männer schrieben die Bibel, in Zeiträumen von tausenden von Jahren. Sie kannten einander nicht, sie sahen sich nicht und oft lasen sie nicht einmal die Bücher voneinander. Und nicht ein Wort widerspricht dem andern. Es ist inspiriert.


038    Wenn sie das Buch Ruth betrachten, dann sagen viele Leute: "Dies ist eine Liebesgeschichte der Bibel." Die Bibel ist eine Liebesgeschichte. Die ganze Bibel ist eine Liebesgeschichte.


039    Die Bibel ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sie ist auch ein Prophet; nicht nur ein Prophet, auch ein Buch der Geschichte. Es ist eine Liebesgeschichte, ein Geschichtsbuch und eine Prophetie. Es ist Gott selbst, denn im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Die Bibel ist Gott in Buchstabenform. Dies sollte genügen, Brüder, Gott in gedruckter Form - Jehova, gedruckt in einem Buch! Und keines ihrer Bücher ist nur eine erfundene Geschichte, alles ist vollkommen die Wahrheit, jeder Satz, verknüpft eure Seele damit. Dort ist die Wahrheit.


040    Gott wird hinter Seinem Wort stehen. Und so wurde diese Geschichte geschrieben. Als die heiligen Männer damals all die alten Manuskripte aussortierten und das Alte Testament zusammenstellten, da war das Buch Ruth eines der außergewöhnlichen Bücher, das sie akzeptierten. Weshalb? Wie hätten die Schreibkundigen und die alten Weisen dieses Buch als inspiriertes Buch akzeptieren können, wenn es nur eine Liebesgeschichte wäre? Doch es liegt eine verborgene Offenbarung darin. In dieser verborgenen Offenbarung könnt ihr die eigentliche Aussage erfassen und es wird euch sehr nahe zu Gott bringen.


041    Heute morgen bete ich von ganzer Seele, daß Gott jedes Herz so gefangen nehmen möge, daß Er sich so offenbaren kann, wie Er sich in dieser Geschichte zeigt; was Er für euch ist und wie ihr Ihn annehmen könnt. Wenn ihr es einmal sehen könnt, dann ist es so einfach, daß ihr euch wundert, weshalb ihr es je übersehen konntet. Doch es kann nur durch den Heiligen Geist geoffenbart werden.


042    Viele lesen ihre Bibel. Sie stehen auf und lesen eine Seite und noch eine Seite. So werdet ihr es nie erfassen, denn es ist in Rätseln geschrieben. Jesus dankte Gott, daß Er es so gemacht hatte. Er sagte: "Du hast es vor den Augen der Weisen und Klugen verborgen und wirst es den kleinen Kindern offenbaren, solchen, die lernen wollen."


043    Oft habe ich schon darüber gesprochen - heute morgen ist meine Frau hier, doch wenn ich nach Übersee muß, dann schreibt sie mir einen Brief. Sie wird schreiben: "Lieber Bill, heute abend sitze ich mit den Kindern hier und denke an Dich." Und sie wird weiterschreiben und mir erzählen, was sie tun wird. Doch ich liebe sie und kenne sie so gut, daß ich zwischen den Zeilen lesen kann. Ich weiß genau, was sie sagen will, ob sie es nun schreibt oder nicht. Denn ich weiß, was sie sagen will. Warum ist das so? Weil wir einen engen Kontakt haben. Wir sind eins. Und sie kennt meine Natur und ich kenne die ihre.


044    Sie kann einfach dasitzen und mich anschauen und ich kann euch sagen, was sie mir sagen wird, denn ich kenne sie so gut. Sie kann bei mir dasselbe. Dies wird bewirkt durch das Vertrauen, das wir ineinander haben. Es ist Liebe!


045    Gestern lagen wir etwas länger im Bett, da die Kinder nicht zur Schule mußten, und wir sprachen miteinander über verschiedene Dinge, auch über Haß. Was ist Haß?


046    Ich sagte: "Haß hatte einen Anfang und so wird er auch ein Ende haben. Liebe hatte keinen Anfang und so wird sie auch kein Ende haben. Haß dauert fortwährend. Die Liebe ist ewig. Haß hat einen Anfang und er wird einmal enden. Liebe hat nie begonnen und sie wird auch nie enden. Seht, sie war ewig.


047    Wenn ein Mann eine Frau heiratet, nur weil sie hübsch ist, dann wird die Sache ein Ende haben. Doch wenn ein Mann eine Frau findet, die er einfach liebt, ohne zu wissen warum, wenn er sie einfach liebt - und wenn sie einen Mann findet, den sie liebt, wie er auch aussehen mag, dann hat sie einen ewigen Mann in der Herrlichkeit. Er liebt sie und sie liebt ihn. Dann kann sie nichts trennen, nicht einmal der Tod; denn sie kamen aus der Ewigkeit, traten hinein in die Zeit und gehen zurück in die Ewigkeit. Die Ewigkeit ist hineingefallen in einen Leib, der Zeit genannt wird, dann geht es wieder hinauf in die Ewigkeit. Es kann nicht zugrunde gehen.


048    Die Schönheit einer Frau wird mit Sicherheit nach ein paar Jahren vergehen. Vielleicht tänzelt sie heute durch die Straßen; eine halbnackte Frau, die mehr Seelen zur Hölle bringt, als alle Kneipen und Bars der Welt. Sie trippelt der Straße entlang und bildet sich noch ein, etwas zu sein. Die Bibel sagt, daß sie in den letzten Tagen mit ausgestreckten Hälsen umherstolzieren würden. So eine Frau erfüllt die Schrift, ohne daß sie es weiß. Sie steht vielleicht nur mit unmoralischen Kleidern in ihrem Garten, doch sie weiß nicht, was sie tut. Sie mag ihrem Freund oder ihrem Mann ganz treu sein, doch eines Tages wird sie vor dem Gericht zur Verantwortung gezogen werden, wegen Ehebruchs mit minderten von Männern. Es ist ein Geist auf jenen Frauen, doch sie wissen es nicht. Die Bibel sagt: "Sie sind blind und nackt und sie wissen es nicht." Das ist das Tragische an der Sache: Sie wissen es nicht.


049    Doch wißt ihr, daß der gut gebaute Körper, den Gott einem Mädchen gegeben hat, schon am nächsten Sonntag am Verwesen sein kann? Am nächsten Sonntag ist dieser hübsche, dunkle und gut gebaute Mann vielleicht nichts weiteres als ein Abfallhaufen. Dies ist alles vergänglich, doch das was im Innern ist - Gott - das lebt in Ewigkeit. So beachtet das Innere. Haltet das Ziel im Auge.


050    Die Geschichte, die wir betrachten, hat nichts mit solchen Dingen zu tun. Sie beginnt mit einer liebenswürdigen, lieblichen Frau. Ihr Name war Naemi. Naemi bedeutet angenehm, nett, erfreulich oder freundlich. Ihr Gatte hieß Elimelech, und dies bedeutet Anbetung. Ihre Familie war also erfreuliche Anbetung. Sie hatten einen Sohn, mit dem Namen Machlon, dies bedeutet Krankheit. Der Name des andern Sohnes war Kiljon, dies bedeutet Müdigkeit, Schwermut, Traurigkeit. Das war die Familie.


051    Dann wurde das Land Israel von einer Hungersnot befallen. Der erste Fehler, den ein Jude machen kann, ist sein Land zu verlassen. Gott gab ihnen jenes Land. Als Abraham das Land bekam, sagte ihm Gott, er solle das Land nicht verlassen. Er machte einen Fehler, als er nach Gerar ging, und er kam in Schwierigkeiten. Ein Jude sollte Palästina nie verlassen, denn es ist der Ort der ihnen zugeteilt wurde. Sie wurden in die ganze Welt vertrieben und nun kehren sie wieder in ihr Land zurück.


052    Oh, wir haben heute morgen solch eine herrliche Geschichte und die Juden kehren in ihr Land zurück.


053    Naemi und Elimelech wurden durch eine Hungersnot vertrieben, und so gingen sie nach Moab.


054    Wir fahren nun mit unserer Geschichte weiter und während ihr zuhört, werdet ihr verstehen können, was damit zum Ausdruck kommt. Nun, die Moabiter stammen von einem unehelichen Kind, geboren von einer der Töchter Lots. Nachdem sie durch die Gnade Gottes den Flammen Sodoms entronnen waren, machten die Töchter den Vater betrunken und kamen mit ihm zusammen. Eine der Töchter gebar ein Kind, von dem die Nation Moab abstammt. Eigentlich hätten sie im Glauben stehen sollen, doch sie vermischten sich mit dem Heidentum. Indem sie das verheißene Land verließen um in ein anderes Land zu ziehen - wie schlimm es auch gewesen sein mag - kamen sie in Schwierigkeiten


055    Jedesmal, wenn ein Gläubiger den von Gott gegebenen Grund verläßt, kommt er in Schwierigkeiten. Oft geschieht es durch Politik, zum Beispiel durch Wahlen. Ein Mann mag ein guter Mann sein, doch wenn er auf jenen Boden gelangt, wird er vom Gott gegebenen Grund hinwegkommen. Ich kenne einen Prediger, er wollte Bürgermeister einer Stadt werden. Als er seinen Platz als Prediger verließ, wurde er von Satan überwältigt.


056    So geht es jedem Christen, wenn er seinen Platz verläßt. "Oh, ich gehe heute abend nur eine Weile mit den Jungen in den Billiardraum, es wird nichts schaden; ich werde nur einen kleinen Trunk nehmen." Dann bist du nicht mehr auf deinem Grund; komm zurück! Du gehst in eine Richtung, wo du Schwierigkeiten bekommst.


057    "Oh, alle andern Mädchen rauchen, ich möchte nur eine Zigarette versuchen." Du bist nicht mehr auf deinem Grund! Tut es nicht! Bleibt in eurem Heimatland.

"Oh, alle sagen, ich sei von gestern, sie sagen, ich sei altmodisch." Bleibt trotzdem an eurem Platz! Bleibt in Christus, das ist euer Platz!


058    Wegen einer Hungersnot wanderte Naemi aus ihrem Land und ging nach Moab, um Brot zu finden. Das hätte sie nicht tun müssen, denn alle andern blieben in Juda, Bethlehem. Bethlehem bedeutet Bethel, Haus Gottes. Das Haus des Preisens. Und die andern blieben dort.


059    Doch sie wanderte weg mit ihrem Mann. Ihre zwei Söhne heirateten Töchter der Moabiter. Aber wenn Gott etwas bestimmt hat, daß es geschehen soll, dann wird es so oder so geschehen. Darum glaube ich gewiß an Vorherbestimmung, Gottes Vorherwissen der Dinge.


060    Dann sehen wir in unserer Geschichte, daß die Familie vom Tod getroffen wurde und sie begannen zurückzugehen. Beide Söhne starben und der Vater starb auch. Ruth, Orpa und Naemi machten sich auf den Rückweg.


061    Naemi die ältere Frau repräsentiert die Orthodoxe Gemeinde, die jüdische, orthodoxe Gemeinde. Ruth, die Moabiterin war eine Heidin, sie repräsentiert die Christliche Gemeinde, die neue Gemeinde.


062    Ich möchte die Sache in vier verschiedenen Abschnitten betrachten:

Ruth trifft die Entscheidung.
Ruth dient.
Ruth ruht.
Ruth wird belohnt.
Wir betrachten es noch einmal: Ruth trifft eine Entscheidung; nachdem Ruth sich entschieden hat, dient sie; dann kommt sie zur Ruhe; darauf wird sie belohnt.


063    Auf dem Rückweg kommt etwas zum Ausdruck. Ruth ist ein Schattenbild der Gemeinde, oder der Typ eines Christen. Genauso, wie jeder einzelne von uns die gesamte christliche Nation repräsentiert. Wußtet ihr das? In eurem Benehmen, in der Art und Weise wie ihr euch aufführt und wie ihr etwas tut, repräsentiert ihr den ganzen Leib von Jesus Christus. Ihr mögt sagen: "Aber ich bin doch nur ein Gemeindemitglied." Das macht keinen Unterschied. Wenn ihr euch Christen nennt, dann repräsentiert ihr Christus und seine Gemeinde. Dann solltet ihr entsprechend leben. Ihr solltet leben wie ein Gentleman, wie eine feine Frau. Tut nie die Dinge der Welt, denn alle Augen des Himmels und der Erde ruhen auf euch, ob ihr diese eine Sache repräsentiert. Ungeachtet wie schwach und wie klein du auch sein magst - halte dich aufrecht, denn du bist ein Christ.


064    Ruth war eine Heidin, sie diente den Götzen, und so war auch Orpa. Und nun befinden sie sich also auf dem Rückweg mit ihrer Schwiegermutter. Denn sie hatten gehört, daß Gott die Plage in Bethlehem, Juda, hinweggenommen hatte und daß die Menschen wieder Brot hatten. Der Historiker Edersheim sagt, daß sie etwa zehn Jahre in der Fremde waren.


065    Und so geht sie nun zurück mit ihren beiden Schwiegertöchtern. Ihr Gatte und ihre Kinder sind gestorben. Und sie wendet sich zu ihren Schwiegertöchtern und spricht: "Warum wollt ihr mit mir ziehen? Es werden nur Schwierigkeiten auf euch zukommen. Es tut mir leid, daß sich die Hand Gottes gegen mich gewandt hat."


066    Wie oft dachte Israel in dieser Weise? Nicht wissend, daß alles in Gottes Programm lag. Die Klagemauer liegt heute noch direkt vor Jerusalem. Man hatte die alten Steine des Tempels genommen, und damit eine Mauer gemacht. Und die Steine sind glatt gerieben von tränenbenetzten jüdischen Händen. Sie weinten und baten zu Jehova. Sie können jetzt nicht erkennen, daß ihre Stunde nahe gekommen ist. Die Klagemauer, deren Steine einst die Bundeslade beherbergten! König David schaute auf diese Steine: "Oh, Jehova, wo bist Du?" Seht, sie wissen nicht, daß ihr König bald zurückkehrt, ihr Erlöser! Sie mußten für eine kleine Zeit hinausgeworfen werden.


067    Naemi fragte sich: "Meine Schwiegertöchter, warum war wohl die Hand des Herrn so böse zu mir? Gott hat mich weggeworfen, ich bin eine Verstoßene. Ich weiß nicht, was ich getan habe, doch ich bin eine Verstoßene.


068    Seht, Gott arbeitete an seinem Programm, denn denen, die Gott lieben, bewirken alle Dinge das Beste - was es auch sein mag.


069    Und Naemi sprach: "Kehrt zu eurer Mutter zurück und findet eure Ruhe im Hause eurer Mutter. Eure Männer sind tot und ihr seid junge, schöne Frauen. Geht zurück! Geht dorthin, wo ihr herkommt und findet dort eure Ruhe. Gott möge euch gnädig sein, denn ihr seid gut gewesen mit den Verstorbenen. Seit eure Männer gestorben sind, seid ihr tugendhaft gewesen. Auch zu mir seid ihr freundlich gewesen, zu einer alten Witwe ohne Mann, ihr habt zu mir gehalten. Kehrt zurück und Gott möge euch Ruhe geben in eurem Hause." Und sie weinten.


070    Und weiter sprach sie: "Ich bin alt und kann keine Kinder mehr bekommen. Wenn ich auch einen Ehemann hätte und Kinder bekommen könnte, was würde es euch nützen? Ihr könntet doch nicht warten, bis das Kindlein erwachsen wäre." Das war in der Tat das Gesetz in jenen Tagen: Wenn ein Bruder starb und sein Bruder noch ledig war, dann mußte er die Frau des verstorbenen Bruders nehmen, um von ihr seinem Bruder eine Nachkommenschaft zu zeugen, damit der Name weiterbestehen konnte. Und so sprach sie: "Ihr könntet doch nicht warten, bis so ein Kind erwachsen wäre. Darum kehrt zurück und findet eure Ruhe in den Häusern eurer Männer. Kehrt zurück zu eurer Mutter."


071    Orpa, die ein Typ auf die lauwarme Kirche darstellt, auf die Gemeinde, die sich aufmachte, doch nicht den ganzen Weg gehen wollte, sie sagte: "Das ist eine gute Idee." Sie küßte ihre Schwiegermutter und kehrte wieder um. Dies ist ein Typ auf den lauwarmen Gläubigen, der glauben möchte, daß Jesus der Christus ist, der sich dann wieder abwendet, und zu den Dingen zurückgeht, aus denen er herauskam. Der Mann, der sich auf den Weg macht, mit den Wenigen, die verachtet sind und dem Herrn folgen, der dann aber umkehrt. Wie die Bibel sagt: "Wie ein Hund zurückkehrt zu seinem Gespei und wie ein Schwein sich wieder in seinem Dreck wälzt."


072    Orpa kehrte zu ihren Göttern zurück. Oft kehren wir zu den Göttern unseres Anfangs zurück. Vielleicht hatten wir Augen der Lust nach verkehrten Dingen. Dann wenden wir uns zurück zu der Lust. Vielleicht hatten wir Götter des Trinkens, Götter des Rauchens, Götter des Lügens oder Götter des Diebstahls, alle Arten von Göttern; dann bekennt man, läßt sich taufen und kehrt dann wieder um. Wie traurig ist das. Denkt daran, daß ihr Name nie mehr erwähnt wurde. Aufgrund ihrer Entscheidung war sie exkommuniziert.


073    Dies ist die lauwarme Gemeinde, der lauwarme Gläubige, so wie jeder Gläubige seine Gemeinde repräsentiert. Jeder Amerikaner repräsentiert Amerika, jeder Deutsche repräsentiert Deutschland. Jeder Christ repräsentiert Christus!


074    Hört es! Sie wandte sich um, um zu den Dingen zurückzukehren, aus denen sie herausgekommen war. Wie viele Männer, ja sogar Prediger - sie wollen den Weg des Herrn gehen, doch wenn ihr mit ihnen über die Taufe des Heiligen Geistes redet, dann sagen sie: "Ach, dieser Unsinn", und wenden sich ab. Dies ist Orpa.


075    Erzähle ihnen einmal etwas über den Namen von Jesus Christus, daß den Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben ist, in welchem sie gerettet werden müssen. Oder - "was ihr auch tut, in Worten oder in Werken, tut alles im Namen von Jesus Christus."

Wenn es keinen andern Namen unter dem Himmel gibt, in welchem ihr gerettet werdet... denn Petrus sagte am Pfingsttage: "Wenn ihr gerettet werden wollt, dann tut Buße und laßt euch taufen in den Namen von Jesus Christus, zur Vergebung eurer Sünden." So wurden ihnen die Sünden erlassen. Und da gibt es Männer, die wegen ihrer Popularität - auch wenn sie keine Bibelstelle dafür haben - der Gemeinde den Abschiedskuß geben. Sie geben der Botschaft und Christus den Abschiedskuß und gehen dorthin zurück, wo sie die Heiligung herausgebracht hatte. Orpa - lauwarm, exkommuniziert.


076    Doch wie liebe ich die kleine Ruth. Sie mußte sich entscheiden. Ich mußte eine Entscheidung treffen und ihr müßt eine Entscheidung treffen. Ihr könnt heute nicht durch diese Türen gehen, ohne daß ihr euch für irgend etwas entscheidet. Ihr könnt diese Versammlung nicht verlassen (und gleich sein wie vorher). Entweder seid ihr ein besserer Mann oder eine bessere Frau oder ihr seid übler dran. Wenn ihr das Wort ablehnt, dann seid ihr übler dran. Das nächste Mal wird es noch schwerer sein, die Sache anzunehmen. Wenn ihr es annehmt, dann werdet ihr als bessere Menschen weggehen.


077    Im Leben von Ruth kam der Tag der Entscheidung. Im Leben von jedermann kommt der Tag der Wahrheit. Und so mußte auch Ruth ihre Entscheidung treffen. Die Bibel sagt uns, daß ihre Schwiegermutter zu ihr sagte: "Geh doch zu deinen Göttern zurück wie deine Schwester." "Geh zurück, wie es die Lauwarme tat. Warum willst du nicht zurückgehen?"


078    Der Prediger des Evangeliums sagt: "Wenn ihr gehen wollt, dann geht!" Ein wirklicher Prediger, der auf der Wahrheit steht, wird eine Menschengruppe vor eine Entscheidung stellen: "Entscheidet euch, erhebt euch von euren Sitzen." Der lauwarme hin- und her- Prediger wird das nicht sagen. Doch der wahre Diener Gottes wird es in euren Schoß legen: "Trefft eure Entscheidung!"


079    Ruth sagte: "Ich werde dorthin gehen, wo du hingehst. Dein Volk wird mein Volk sein. Dein Gott soll mein Gott sein. Dort wo du lebst, werde ich leben. Dort wo du sterben wirst, werde auch ich sterben und dort, wo du begraben wirst, werde auch ich begraben werden." Dies ist eine wahrhaftige Entscheidung.


080    "Herr, ich beanspruche Dich als meinen Retter. Wenn die Bibel sagt: 'Bekehrt euch, und laßt euch taufen in den Namen von Jesus Christus', dann werde ich dies tun. Wenn die Bibel sagt, ich müsse den Heiligen Geist empfangen, dann werde ich das. Wenn die Bibel sagt, ‚Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit', dann werde ich das glauben. Ich beanspruche die Bibel so wie sie geschrieben ist und Gott für das, was Er ist, ganz egal was andere sagen." Dies ist die wahre Ruth.


081    Sie traf ihre Entscheidung. Sie mußte vorwärts gehen oder umkehren. Heute stehen wir auf derselben Grundlage. Kehrt um oder geht vorwärts. Geht niemals zurück! Laßt uns vorwärts gehen. Sie gingen vorwärts in das verheißene Land, hinein in ein Land mit unbekannten Leuten.


082    Ruth ist also ein Typ auf den wahren Gläubigen. Was ist ein Gläubiger? Wenn ein Mann oder eine Frau, eine Person aus der Welt herauskommt, dann kommt er zu christlichen Gläubigen. Frauen, die rauchten, tranken und Karten spielten, modisch und luxuriös daherkamen, wie aufgetakelte Hühner, sie werden verwandelt. Sie entscheiden sich mit Gott zu gehen. Sie kommen zu Menschen, die jene Dinge nicht tun. Sie ist eine Fremde unter ihnen. Sie geht wie ein Pilger vorwärts. Sie kennt die neuen Gebräuche noch nicht, alles ist ihr fremd. Sie weiß nicht, was sie tun soll. So müßt ihr handeln, so muß ich handeln.


083    Als ich Christus annahm, wurde ich aus meinem Vaterhaus vertrieben. Als ich Christus annahm ließen mich meine Freunde und meine Freundinnen fallen. Alle wandten sich gegen mich. Ich ging zu einer Gruppe von alten Leuten, die den Heiligen Geist hatten und an Gott glaubten und Ihm dienten. Die Mädchen in jener Gemeinde waren anders als die Mädchen, mit denen ich vorher ging. Sie sahen anders aus. Sie benahmen sich anders. Sie waren eigenartig und ich fürchtete mich vor ihnen. Es waren andere Menschen.


084    Das war es, was Ruth tun mußte. Sie mußte aus ihrem Eigenen herausgehen und zu andern Menschen gehen. Sie war bekehrt. Sie traf eine Entscheidung. Auch ihr trefft eine Entscheidung. Ihr müßt eure Wahl treffen. Möchtet ihr zu den Dingen der Welt zurückgehen? Oder möchtet ihr mit Gott vorwärts gehen?


085    Wollt ihr euch aufführen wie die Welt und wie all die andern? Dann gebt Christus den Abschiedskuß und kehrt um. Wenn ihr aber den Weg mit der kleinen, verachteten Gruppe des Herrn gehen wollt, dann haltet fest an Gottes unveränderlichen Hand. Was die Welt dann auch sagen mag, ihr haltet euch dort fest: "Gott hat gesprochen, es ist die Wahrheit. Ich glaube es. Wenn ich es in meinem Leben auch nicht selbst hervorbringen kann, Gott hat es gesagt und ich glaube es. Daran halte ich mich fest!"


086    So tat Ruth mit Naemi. "Ich werde dich nicht verlassen. Ich werde dorthin gehen, wo du hingehst. Dein Volk wird mein Volk sein. So wie sie handeln, so werde auch ich handeln. Was sie tun, das werde auch ich tun. Das was sie essen, werde auch ich essen. Wo du sterben wirst, werde auch ich sterben. Und dort wo du begraben wirst, werde auch ich begraben werden. Und der Herr möge mehr mit mir verhandeln, wenn ich irgendwo fehle." Dies ist eine wahre, klare Entscheidung. Gott verlangt von Seiner Gemeinde klare Entscheidungen.


087    "Nun, Herr, wenn Du mich einfach segnest und für mich jene Sache erledigst, dann werde ich auch etwas tun." Dies ist keine Entscheidung!


088    "Mein Gott, was Du auch mit mir tun wirst, ich werde trotzdem gehen. Wenn ich dabei sterbe, dann ist das in Ordnung. Ob ich lebe oder sterbe, ob sie mich auslachen und sich über mich lustig machen, das spielt keine Rolle, ich gehe so oder so." Dies ist eine klare Entscheidung wie sie Rebekka traf, bevor sie Isaak je gesehen hatte.


089    Ihre Eltern sagten: "Das Mädchen soll antworten. Sie hat ihr Alter, laßt sie antworten."


090    Sie antwortete: "Ich will gehen!" Eine klare, schnell getroffene Entscheidung. Sie stand dazu. So handelte auch Ruth; Orpa ging zurück.


091    Sie reisten weiter. Ruth wußte nicht, wohin sie gehen würde, doch in ihrem Herzen... Sie ist ein Typ auf die Gemeinde. Wir wandern wie Abraham. Wir sind Pilger in einem fremden Land unter fremden Menschen. Und so ging Ruth weiter, bis sie zuletzt an den Ort und in das Zimmer kam, wohin Naemi sie brachte. Was hat sie aber dort gefunden? Haben ihr alle auf die Schulter geklopft und gesagt: "Ruth, wir freuen uns, daß du hier bei uns bist?" Sie fand Unstimmigkeit. Sie fand etwas Schlechtes. Sie fand Probleme.


092    Wenn euch Prediger erzählen, daß das christliche Leben eine leichte Sache voller Blumen sei, dann betrügen sie euch, oder sie selbst haben sich noch nie dafür entschieden. Die Welt haßt euch und die Leute werden euch hassen. Ihr müßt den Weg mit der kleinen, verachteten Gruppe unter die Füße nehmen, man wird euch auslachen und verspotten. Ihr müßt anders sein. Ihr seid in einem andern Land geboren.


093    Einst fragte mich meine Frau: "Weshalb tragen die christlichen Frauen nicht dieselben Kleider wie die andern Frauen? Wir sind doch alle Amerikaner."


094.-97   "Nein", sagte ich. "Was sind wir dann?" Ich sagte: "Wir sind keine Deutschen, keine Franzosen, keine Belgier, keine Schweizer, keine Afrikaner, keine dieser Rassen." "Was sind wir dann?" fragte sie.


098    "Wir sind Christen", sagte ich. Amerikaner führen sich wie Amerikaner auf. Deutsche wie Deutsche, denn das entspricht ihrem Nationalgeist. Auch wir haben einen Nationalgeist. Es ist der Heilige Geist, der von Gott aus dem Himmel kommt, und ihr handelt entsprechend. Es bewirkt, daß ihr euch hier so aufführt, wie jene dort oben. Denn ihr stammt aus einer andern Welt.


099    Was den Leib betrifft, so leben wir in diesem Land hier, doch die Seele die uns führt, unser Charakter, das kommt von oben. Wir leben aus der Höhe, denn wir sind aus der Höhe geboren. Alle Christen kommen von oben. Jesus sagte: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, mein Reich ist nicht von hier." Und so ist jeder Mann, der aus dem Königreich Gottes geboren ist. Er kommt aus der Höhe.


100    Während wir fortfahren und sie beobachten, sehen wir, daß sie in Enttäuschungen hineinkommen. Seid ihr nicht auch dort hineingekommen, als ihr den Heiligen Geist empfingt? Gewiß war es so. Man spottete über euch und tat alles mögliche.


101    Beachtet, daß das Leben für sie schwierig wurde. Wenn du ein Christ geworden bist, dann wird es schwierig. Denn von einem Leben der Fröhlichkeit und den Vergnügungen der Welt, mußt du dich einstimmen auf ein Leben der Hingabe an Gott. Ihr müßt euren Platz auf der andern Seite finden.


102    Ruth mußte sich wieder anpassen. Sie war in einem Land gewesen, wo es genügend Nahrung gab und wo man sie respektiert hatte. Nun kam sie in ein Land, wo sie ausgelacht und verspottet wurde. Auf dem Feld mußte sie die Ähren zusammenlesen, damit sie etwas zu essen hatte. In ihrem Kopftuch brachte sie die Ähren nach Hause. Dort mußte sie die Körner herausschlagen, dann machte sie Brot daraus und sie und ihre Schwiegermutter aßen es.


103    Als sie im Land angekommen war, und im Begriff war, Ähren zu lesen, mußte sie eine Entscheidung treffen. Sie traf eine Entscheidung.


104    Das nächste, was sie tun mußte, war dienen.


105    Das muß auch die Gemeinde tun. Nachdem du deine Entscheidung getroffen hast, mußt du dienen. Diene Gott gemäß Seinem Plan. Du mußt Gott dienen.


106    Ruth traf ihre Entscheidung, dann diente Ruth aufgrund ihrer Entscheidung. Paßt nun auf: Jetzt geht sie ins Feld, um Ähren zu lesen.


107    Ihre Mutter, welche das Alte Testament repräsentiert, sagte ihr, dem Neuen Testament: "Wir haben einen Verwandten, er heißt Boas. Er ist ein reicher Mann und ein naher Verwandter. Geh in sein Feld und vielleicht... geh in kein anderes Feld, gehe in sein Feld."


108    Der Heilige Geist sagt uns, daß wir nicht in irgend eine Gemeindeverordnung oder in einen Katechismus hineingehen sollten, sondern hinein in Gottes Feld, ins Alte Testament, in die Bibel. Sagt nicht einfach: "Wir haben bestimmte Worte für unser Gebet, wir sagen einfach dies oder jenes." Bleibt im Feld. Geht hinein ins Feld, denn Er ist ein naher Verwandter.


109    Gottes Wort, das Alte Testament, ist ein naher Verwandter des Neuen Testamentes. Die alte Gemeinde ist die Mutter der neuen Gemeinde. Zum Gläubigen, zum Christen wird gesagt: "Geh in kein anderes Feld. Bleibe in diesem Feld. Vielleicht findest du eines Tages Gnade bei Ihm."


110    Und während sie eines Tages draußen auf dem Felde war, kam Boas ein reicher, junger Mann. Er kam vorbei und sah sie. Oh, als er sie sah, da verliebte er sich in sie. Er fand, daß sie eine wunderbare Frau sei. Er liebte ihren Charakter. Ihr erinnert euch, daß er zu ihr sagte: "Ich weiß, und die Leute wissen auch, daß du eine tugendhafte Frau bist." Sie hatte ihre Entscheidung klar und eindeutig getroffen. Sie kam in ihr Land und lebte genauso, wie sie gesagt hatte.


111    Heute sagt man auch: "Wir wissen, daß du ein Christ bist. Wir wissen, daß du ein Mann Gottes bist; denn niemand kann solche Wunder tun, es sei denn, Gott ist mit ihm."


112    So hatte Nikodemus zu Jesus gesprochen. Er sagte: "Rabbi, wir wissen, daß du ein Lehrer von Gott bist. Niemand kann diese Dinge tun, es sei denn, Gott ist mit ihm." Das sagte er, als er gesehen hatte, wie Jesus die Gedanken in ihren Herzen erkannte.


113    Eine Frau hatte einst sein Kleid berührt, und er wandte sich um und sagte: "Wer hat mich berührt." Keiner wollte es gewesen sein. Und Er schaute in die Menge und sagte: "Dein Blutfluß hat dich verlassen. Dein Glaube hat dich gesund gemacht."


114    Und so sagte man: "Kein Mensch kann diese Dinge tun, es sei denn, Gott ist mit ihm. Wir wissen, daß du von Gott kommst, doch wir können dich nicht annehmen, da wir sonst aus unserer Gemeinde hinausgeworfen würden." Seht, dies ist der aufgepfropfte Weinstock, sie werden euch hinauswerfen. "Doch tief in unseren Herzen wissen wir, daß du vom ursprünglichen Weinstock kommst." (Sagen sie zu sich selbst.) Christus ist der Weinstock und wir sind die Reben. "Wir wissen das, weil wir sehen, daß dasselbe Leben das in Gott ist, auch in dir ist."


115    Das war es, was Boas auch in Ruth gesehen hatte - die klare Entscheidung und die Tugend der Frau, wie sie dort stand. Und er verliebte sich in sie.


116    Ich möchte nun, daß ihr beachtet, daß Naemi, die alte Gemeinde, der Ruth all die Gesetze ihrer Religion erklärte; so wie das Alte Testament ein Schatten des Neuen Testamentes ist. Ich möchte, daß ihr den Sinn der Geschichte schon jetzt erfaßt.


117    Ich möchte euch die Schattenbilder zeigen. Das Alte Testament erklärt das Neue Testament, denn es ist ein Vorschatten des Neuen. Wenn ich mich auch noch nie gesehen hätte, und ich würde meinen Schatten an einer Wand sehen, dann hätte ich doch eine Vorstellung, wie ich in Wirklichkeit aussehen würde. Wenn ihr wißt, was das Neue Testament ist, dann lest das Alte Testament und ihr werdet sehen, daß es ein Schatten der Sache ist. Wenn dann das Neue Testament hervorkommt, dann werdet ihr sagen: "Nun sehe ich die Bedeutung dieser Sache." Im Hebräerbuch geht Paulus zurück ins Alte Testament und erklärt es.


118    Paßt nun gut auf, wie Naemi zu Ruth sagt: "Boas ist unser Verwandter, und wenn du vor ihm Gnade findest, dann wirst du Ruhe finden." Oh, wie wunderbar: "Wenn du Gnade findest, dann findest du Ruhe." Boas repräsentiert Christus, der reiche Mann, der Erbe aller Dinge, der Herr der Ernte. Wie wunderbar! Boas kommt ins Feld gefahren, schaut umher und seine Augen fallen auf Ruth. Er war Herr. Er war Herr der Ernte. Und sie fand Gnade in seinen Augen.


119    So geht es heute der Gemeinde. Während der Herr der Ernte vorübergeht, hält er nicht Ausschau nach großen Gebäuden, hohen Kirchtürmen und gut ausgebildeten Chören. Er suchte Einzelne. Männer und Frauen, die sich geweiht haben und eine klare Entscheidung für Christus getroffen haben. Sie haben sich seinem Dienst hingegeben. "Herr, ich glaube es; ich glaube jedes Wort. Wenn Dein Wort mir etwas sagt, dann bleibe ich dabei, denn es ist Dein Wort. Ich glaube es, ich glaube jedes Wort." Nach dieser Sache hält der Herr der Ernte Ausschau. Er möchte denen den Heiligen Geist geben, die danach hungern und dürsten. "Gesegnet sind jene, die hungern und dürsten, denn sie sollen gefüllt werden." So eine Gemeinde versucht Er heute zu finden.


120    Und so wurde Ruth dann aufgefordert, etwas zu tun, das sich nicht schickte, doch sie gehorchte, denn sie hatte ihre Entscheidung getroffen. Wie ist das doch ein Typ auf den Gläubigen! Welch vollkommenes Schattenbild.


121    Naemi, die alte Gemeinde, sagte: "Geh heute hinab, denn es ist Erntezeit!" Oh, welch wunderbarer Gedanke, schon hier könnten wir stehenbleiben.


122    Naemi und Ruth kamen gerade zur Zeit der Ernte an. Die Erntezeit war die Zeit des Brotes, die Jahreszeit, wo frisches Brot verteilt wurde. Und nach 2.000 Jahren heidnischer Lehren ist für die Gemeinde eine Erntezeit gekommen, ein neues Leben kam hervor, neues Brot, Honig aus dem Himmel. (Schon Russel hat von Brot mit Honigkrusten gesprochen.) Hier ist es nun! Brot vom Himmel. "Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste Manna gegessen, und sie sind gestorben. Doch Ich bin das Brot des Lebens, das von Gott aus dem Himmel herabkommt. Wenn ein Mensch von diesem Brote ißt, so wird er niemals sterben." Und die Gemeinde ist in diesen letzten Tagen hereingebracht worden, gerade jetzt, zur Erntezeit.


123    Ruth, eine exkommunizierte Heidin, hinausgegangen, sie wird als Braut angenommen. Gerade zur Erntezeit kam Christus herein.


124    Sie sagte zu ihr: "Siehe, Boas, unser Verwandter, worfelt diese Nacht auf seiner Gerstentenne. So bade dich nun, lege deine Kleider an und geh zur Tenne hinab." [Ruth 3, 2]

"Lege deine Kleider an", nicht "ziehe deine Kleider aus." Ganz im Gegensatz zur heutigen Zeit.


125    Heute wollen sie sich entblößen. Bedeckt euch! "Geh hinab auf die Tenne, denn er worfelt diese Nacht. Merke dir den Ort, wo er sich hinlegt." Habt ihr es verstanden? Auf Golgatha! Vor vielen Jahren habe ich mir in meinem Herzen den Ort gemerkt, wo Er Sein Leben niederlegte, damit Er mich ergreifen konnte. "Merke dir den Ort, wo er sich hinlegt." Das sollte jeder Gläubige machen. Merke dir, was Er für dich getan hat. In der Botschaft "Jener Tag auf Golgatha" am letzten Sonntag sprachen wir darüber. Merke dir, was Er für dich getan hat.


126    Sie sagte: "Wenn er sich dann schlafen legt, so merk dir den Ort, wo er sich niederlegt, und geh hin und decke auf zu seinen Füßen." Sie sagte nicht: "Bei seinem Haupt", sondern "bei seinen Füßen." Wir sind nicht würdig. "Nimm die Decke, mit der er sich deckt, und ziehe sie über dich." Könnt ihr das sehen? Oh, sie denken, ich sei fanatisch. Doch das ist es, der Geist Gottes, das ist die Sache, die mich gerade richtig bedeckt. Merke dir den Ort auf Golgatha, wo Er sich niederlegte, den Ort Gethsemane, wo Er ins Grab gelegt wurde. Merk dir den Ort und krieche hin, zu Seinen Füßen, lege dich dort nieder und sterbe dir selbst. Seht, das ist es. Bedeckt euch mit Seiner Decke.


127    Ruth sagte: "Alles was du mir sagst, will ich tun."


128    Welch deutliche Entscheidung für einen Gläubigen: "Was die Bibel sagt, das werde ich tun." Es steht geschrieben: "Tut Buße und laßt euch Taufen im Namen von Jesus Christus", das werde ich machen. Wenn geschrieben steht: "Gehet hinaus in alle Welt und predigt das Evangelium", dann werde ich das tun. Und wenn geschrieben steht: "Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit", dann gilt das für mich. Was die Bibel sagt, das werde ich tun. Seht ihr es? Die Gemeinde bekommt ihre Befehle aus dem Wort. Und so legte sich Ruth nieder.


129    Denkt daran, daß es für eine junge Witwe eine Schande war, zu den Füßen dieses Mannes zu liegen. Eine Schande für die Welt. Oh, könnt ihr dazu stehen? Hier seht ihr es.


130    Die Gemeinde, die junge Frau, der junge Mann, die alten und die Jungen, sie werden aufgefordert, sich von der Welt zu trennen um zum Königreich des Heiligen Geistes zu kommen. Ein Ort, der von der Welt verachtet wird. Dann wissen sie in ihrem Herzen, was sie haben, doch für die Welt sind sie dann Fanatiker oder Spinner. Die Welt gibt ihnen alle Arten von Namen, doch die Gemeinde ist aufgefordert zu kommen. Seid ihr bereit, euch den Ort zu merken und euch dort niederzulegen? Die Welt soll euch nennen wie sie will.


131    In einem alten Lied heißt es:

Ich begann zu gehen mit Jesus allein,
Ich habe ein Kissen, wie Jakob - nur einen Stein,
Ich erwählte den Weg des Herrn mit den Verachteten,
Ich habe mit Jesus begonnen
und ich werde bis zum Ende gehen.


132    Das ist es. Ich werde den Preis bezahlen, ganz egal was andere sagen. Auch wenn ich die Schmach tragen muß, auch wenn ich mein Heim und die Familie verlassen muß, meine Bekannten, meine Freunde oder Freundinnen, was es auch ist, ich werde vorwärts gehen. Ich wähle den Weg. Wenn auch mein Nachbar sagt, ich sei ein religiöser Schwärmer, ein Pfingstler oder ein Fanatiker, ich kümmere mich nicht darum, was sie sagen. Es macht mir nichts aus. Ich habe mich aufgemacht, ich habe eine klare Entscheidung getroffen und ich werde hindurchgehen.


133    Boas war der Einzige, der sie von der mühsamen Arbeit des Ährenlesens zur Ruhe bringen konnte. Oh, es ist so wunderbar, wie Boas sie auf dem Felde fand. Boas fand sie und fragte: "Wer bist du?"

"Ich bin Ruth", antwortete sie.

"Oh, die Moabiterin, die nun bei uns zu Gast ist", sagte er. "Ja", antwortete sie.


134    "Ich hörte von dir. Du gehst in kein anderes Feld." Was bedeutet dies nun? Treibt nicht herum, von einer Mission zur andern. "Bleibe in meinem Feld. Bleibe bei den meinen." Er liebte sie. "Bleibe bei mir. Geh nicht von Ort zur Ort. Bleibe hier."


135    Wenn ihr die Botschaft glaubt, dann bleibt dabei. Wie hoch der Preis auch sein mag, bleibt dabei. Geht vorwärts. "Auch wenn ich dies und jenes opfern muß, auch wenn ich mit Trinken und Stehlen aufhören muß, ich bleibe dabei."


136    Weiter sagte Boas: "Sie werden dir keine Schwierigkeiten bereiten, denn ich habe den jungen Männern geboten, dich nicht zu beschimpfen oder zu beleidigen." Amen. Das liebe ich - Seinen Schutz! Wer sprach davon? Der Herr der Ernte!


137    "Seid vorsichtig. Verletzt meine Gesalbten nicht. Tut Meinen Propheten nichts Böses." Ist das richtig? Steht nicht geschrieben: "Wahrlich, ich sage euch: Wer einem meiner kleinsten zum Ärgernis wird, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein am Hals ins Wasser geworfen würde." Steht es nicht so geschrieben? "Bringt ihnen kein Ärgernis. (Boas) "Ich habe ihnen geboten, dich nicht zu berühren." Beobachtet die Welt. Die Stunde der Welt, die euch verfolgt, wird kommen.


138    Dann ging Boas zu den andern jungen Männern und sagte zu ihnen: "Laßt sie auch zwischen den Garben auflesen und schmähet sie nicht! Laßt auch mit Fleiß etwas von den Garben für Sie fallen und laßt es liegen, daß sie es auflese, und niemand schelte sie deshalb!

"Sie liest die Ähren, um davon zu leben. Ich wünsche, daß ihr Schnitter, ihr Engel, absichtlich etwas von den Garben für sie fallen läßt. Es soll für sie nicht alles so mühselig sein. Laßt sie hier und da eine gute Botschaft hören. Laßt hier und da die Kraft des Heiligen Geistes über sie kommen, damit sie weiß, daß Ich immer noch da bin. Bewirkt etwas Heilung unter ihr. Zeigt ihr irgend ein Zeichen oder ein Wunder, daß sie weiß, daß Ich in ihrer Mitte bin." Das ist es.


139    Liebt ihr es nicht auch, wenn ihr da und dort eine Handvoll Körner findet? Ich hoffe, daß wir auch heute einige finden. Eine Handvoll frisches Getreide. Der Herr möge etwas tun, wie er es immer tat. Etwas, von dem wir wissen, daß Er es zu tun pflegt. Er ist der Herr der Ernte. Er ist der Einzige, der eine Handvoll fallen lassen kann. "Ich habe meinen Engeln geboten, heute morgen in diese Versammlung zu gehen. Ich möchte, daß sie etwas tun. Ich habe ihnen den Auftrag gegeben, und sie werden es tun."


140    Ruth mußte die Schmach auf sich nehmen, sie mußte sich niederlegen, sie mußte sich alle Namen geben lassen. Ihr wißt, man hätte sie eine Hure nennen können. Sie hätte den Ruf einer schlechten Frau bekommen können, was sie ja nicht war. Doch sie befolgte die Regeln genau, die ihr gegeben worden waren. Und so ging sie und bedeckte sich mit der Decke des Boas. Wohin ging sie eigentlich? Sie ging zum Grab. Wohin ging sie? Dorthin, wo Er ruhte.


141    Hier kommt der Ort, wo ich es gefunden habe: [Lied "Down at the cross where my Savior died."]

Dort am Kreuz, wo mein Retter starb,
Dort weinte ich, um von der Sünde gereinigt zu werden,
Dort wurde an meinem Herzen das Blut angewandt;
Dort ist eine Quelle, voll des Blutes, das von den Adern Emmanuels fließt,
Wenn Sünder unter diese Flut tauchen, dann verlieren sie alle Flecken der Schuld.


142    Merkt euch die Stelle, wo Er sich niederlegte und legt euch mit Ihm dort nieder. Seid ihr bereit, heute nach Golgatha zu gehen, wie ich es in der Botschaft "Jener Tag auf Golgatha" sagte? Habt ihr euch den Ort in eurem Leben gekennzeichnet? Seid ihr selbst dorthin gegangen, wo Jesus gekreuzigt wurde?


143    "Oh, wir schätzen das." Doch, was ist mit eurer Kreuzigung? Seid ihr bereit, den Weg der Verachteten zu gehen; ein "religiöser Phantast" oder ein "frommer Spinner" zu werden, wie sie euch auch nennen mögen, wie hoch der Preis auch sein mag?


144    Hast du dir den Ort gemerkt, damit du dorthin gehen kannst, um zu sagen: "Herr, hier bin ich." Was mußt du dann tun? Ziehe dann dieselbe Decke über dich, mit der Er sich zudeckte.


145    Einst sagte eine Frau zum Herrn: "Herr, gewähre, daß meine beiden Söhne in Deinem Königreich zu Deiner Linken und zu Deiner Rechten sitzen dürfen." [Matth. 20, 21]


146    Er sagte: "Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke?" Dies bedeutet die bittere Verfolgung.

Sie antworteten: "Ja, wir können es."


147    "Könnt ihr mit derselben Taufe getauft werden, mit der ich getauft bin?" Sie legte sich nieder und zog die gleiche Decke über sich.


148    Als Elia hinaufgenommen wurde, warf er dieselbe Bedeckung die er hatte auf Elisa. Er warf seinen Mantel auf Elisa und Elisa erhielt den doppelten Anteil seines Geistes. Es ist dasselbe, eine doppelte Portion. Es ist dieselbe Kraft, nicht mehr, nicht größer, einfach ein doppelter Anteil davon.


149    Wie damals bei Moses. Als er müde war, da sagte sein Schwiegervater zu ihm: "Du übermüdest dich. Bete zu Gott, daß er deinen Geist auf andere legt." Und er betete.


150    Er nahm den Geist und legte ihn auf siebzig andere Männer und sie begannen zu prophezeien. Sie hatten nicht mehr Kraft, sie hatten mehr Glieder, mehr Bewegung, das war alles. Sie hatten einen größeren Mechanismus.


151    So ist es auch heute. Ein Mann allein kann es nicht tun. Gott hat seine Maschinerie überall, die arbeitet, doch es ist dieselbe Kraft. Es ist dieselbe Kraft, derselbe Heilige Geist, derselbe Jesus.


152    Und so nahm sie die Decke, den Heiligen Geist. Als sie sich selbst starb, da merkte sie sich die Stelle, wo er sich hinlegte um zu ruhen. Dann legte sie sich nieder, nahm die Decke, mit der er sich zudeckte und zog sie über sich. Und der Mann erwachte und fragte: "Wer ist da?"

"Ich bin Ruth, deine Magd", antwortete sie. [Ruth 3, 9]


153    Und er stand auf und sprach: "Du hast jetzt noch edler gehandelt als zuvor." "Du bist eine tugendhafte Frau." Amen. Bringt dies nicht eure Seele zum zittern? "Du bist eine tugendhafte Frau."


154    Und was gab sie zur Antwort? "Du bist doch ein naher Verwandter. Du kannst etwas für mich tun. Du kannst mir Ruhe geben.." [Ruth 3, 9] "Breite deine Flügel über deine Magd, denn du bist der Löser!"

"Ich habe mich nicht hier niedergelegt, als unmoralische Frau. Ich habe mich nicht hier niedergelegt, um von den Leuten gesehen zu werden. Ich kann in Zungen reden und es den Leuten zeigen, ich kann im Geiste tanzen und es den Leuten zeigen, doch ich bin zu dir gekommen, weil du ein naher Verwandter bist. Ich bin nicht gekommen, um zu zeigen, daß ich etwas Großes tun kann, nein, ich bin gekommen, weil du ein naher Verwandter bist und du bist der Einzige, der mich erlösen kann."


155    Könnt ihr die Einstellung sehen, die ein Bekehrter zu Christus und zur Gemeinde hat?


156    Boas sagte zu ihr: "Du bist eine tugendhafte Frau. Und ich bin dein naher Verwandter. Bedecke dich nun, und bleib bis zum Morgen liegen. Bedecke dich einfach mit dieser Decke. Ich bin dein Verwandter. Bleibe liegen bis zum Morgen und ruhe." Amen und Amen." "Ich bin dein naher Verwandter. Ruhe!" Amen.


157    Als der Morgen anbrach, lange bevor Tagesanbruch, bekam sie sechs Maß Gerste in ihren Schal gefüllt. Dann ging sie nach Hause. [Ruth 3, 15] Und Naemi nannte sie: "Meine Tochter."


158    Nachdem sie vom Altar aufgestanden und nach Hause gegangen war, fragte sie: "Mutter, was wird nun geschehen? Was wird jetzt geschehen?"


159    "Ruhe dich aus!" Amen. "Ruhe jetzt Ruth, denn der Mann wird keine Ruhe haben, bis er den vollen Preis deiner Erlösung eingelöst hat." Amen und amen. Genau dort ist der Ort wo ich stehe. Amen. Er wird nicht ruhen, bis Er den vollen Preis der Erlösung eingebracht hat um dich zu erlösen, alles was du je verloren hast, alles was du je gewesen bist.


160    Erinnert euch nun an das Gesetz der Erlösung, (wie es im Alten Testament gezeigt wird). Dies ist das Gesetz der Erlösung: Ein Mann konnte nur einen verlorengegangenen Besitz freikaufen (erlösen), wenn er der nächste Verwandte war. Die nächste Bedingung war: Der Mann mußte ehrlich und vertrauenswürdig sein. Dazu mußte er genügend Geld haben, um es zu tun. Zuletzt mußte er eine öffentliche Bekanntmachung durchgeben, daß er es getan hatte. Nach der öffentlichen Bekanntmachung war es sein Besitz.


161    Seht, Baos repräsentiert Christus. Ruth repräsentiert die Gemeinde, euch, die Gläubigen. Aufgrund des Gesetzes im Alten Testament konnte Gott das, was verloren gegangen war nur erlösen, indem Er in ein Verwandtschaftsverhältnis mit der Menschheit trat. Und es gab für Gott nur eine Möglichkeit, um mit den Menschen verwandt zu werden - Er mußte einer von ihnen werden. Amen.


162    Ich bin nicht einverstanden mit Billy Graham, der an drei individuelle Personen in der Gottheit glaubt. Ich bin auch mit allen andern Lehrern der Trinität in dieser Sache nicht einverstanden. Natürlich glaube ich auch an eine Trinität, doch nicht in der Weise, daß es drei Personen sind. Die drei Erscheinungen sind eine Person. Wenn wir auch nichts anderes hätten als unsere Geschichte hier, dies würde die Sache beweisen.


163    Gott wurde Mensch! Er mußte ein Verwandter werden. Und er konnte nicht in der Form Gottes mit uns verwandt werden, da wir Sünder sind; Geschöpfe Seiner Schöpfung; schöpferische Wesen Seiner Schöpfung. Und so wurde Gott Mensch, damit der Mensch Gott werden kann. Amen.


164    Da wir Menschen sind, Sünder, wurde Gott zum Sünder, indem Er unsere Sünden auf sich nahm. Er wußte von keiner Sünde, doch Er war ein Sünder, weil unsere Sünden auf Ihn gelegt wurden. Er wurde mich, daß ich Ihn werden kann. Er wurde ein Sünder, daß ich ein Sohn Gottes werden konnte. Er wurde ein Sünder, damit du ein Sohn Gottes werden kannst. Und jetzt sind wir Söhne und Töchter Gottes. Denn Gott wurde mit uns verwandt, als er die Gestalt unseres Fleisches annahm und von einer Frau geboren wurde. Gott! Es ist keine andere Person; es ist Gott selbst.


165    1   Timotheus 3, 16 sagt:

Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit:

Gott ist geoffenbart im Fleisch, (engl. Übers: Gott hat sich im Fleisch manifestiert, kundgetan.)

Johannes, 1, 1:

Am Anfang war das Wort, und das Wort war mit Gott und das Wort war Gott... und das Wort wurde Fleisch.


166    Das Wort, das zum menschlichen Wesen wurde, wurde ein Verwandter. ER wurde ein Mensch. Er starb, damit ich durch seinen Tod Leben erhalten konnte. Er wurde zum Sünder, damit ich durch Seine Gerechtigkeit Leben erhalten konnte. Er wurde arm, daß ich durch Seine Armut reich werden konnte. Er wurde das, was ich war, damit ich durch Seine Gnade das werden konnte, was Er ist. Oh, wie herrlich. Was sollen wir dann noch sagen über die Macht Gottes? Nun, dies ist genau die Bibel. Das sagt die Schrift darüber.


167    Welche Liebe hat der Vater über uns gebracht, daß wir, die wir Sünder und Fremde waren, fern von Gott, so nahe zu Gott gezogen werden konnten, daß wir Söhne und Töchter Gottes wurden, keine Diener. Die Gemeinde aus den Nationen war nie Knecht oder Diener. Die heidnische Gemeinde besteht aus Söhnen und Töchtern. Wenn ihr den Heiligen Geist empfangen habt, dann seid ihr Söhne und Töchter. Nun, wenn ihr die Orpa aus dem Buch von Ruth seid, und euch abgewandt habt... Doch wenn ihr bis zum Heiligen Geist hindurchgegangen seid, dann werdet ihr zu Söhnen und Töchtern.


168    Söhne und Töchter! Wer hat bei Gott am meisten Macht? Was ist ein Engel? Ein Engel ist ein Diener. Stimmt das? Die Engel sind Seine Diener. Doch was bist du? Sein Sohn oder Seine Tochter! Wer hat dann mehr Macht im Himmel? Ein Sünder, der durch Gnade gerettet wurde oder ein Erzengel, der zu Seiner rechten Seite steht? Der Sünder, der durch Gnade gerettet wurde, hat im Himmel mehr Autorität als ein Erzengel, der ohne Sünde bei Seiner Seite steht, denn er ist ein Sohn. Natürlich hat ein Sohn mehr Autorität als ein Diener. Oh, wir vergessen was wir sind. Wir vergessen oft, was uns zu dem gemacht hat, was wir jetzt sind. Nachdem wir zu dem geworden sind, was wir jetzt sind, vergessen wir, wie wir dahin gekommen sind. Wenn doch Gott selbst...

Oh, welch kostbare Liebe gab der Vater der gefallenen Rasse Adams,
Er gab Seinen eigenen Sohn zum Leiden dahin,
Und erlöste uns durch Seine Gnade.

Wie können wir das je verstehen.

Die Felsen öffneten sich und der Himmel wurde dunkel,
Mein Retter beugte Sein Haupt und starb;
Der sich öffnende Vorhang enthüllte den Weg,
zur Freude des Himmels und eines nie endenden Tages.
Ich stehe auf Christus, dem festen Felsen,
Jeder andere Boden ist sinkender Sand.
Wenn ich das wunderbare Kreuz betrachte,
an dem der Fürst der Herrlichkeit starb,
dann sind all meine Sünden vergangen.

So ist es. Einer sagte:

Lebend liebte Er mich, sterbend rettete Er mich,
Begraben trug Er meine Sünde weit hinweg,
Auferstehend hat Er mich für immer gerechtfertigt;
Eines Tages wird Er wiederkommen - Oh, glorreicher Tag!


170    Dies war das Thema der Gemeinde, es war ihr Ziel und ihr Herz. Die Erde ist getränkt mit dem Blut dieses Verwandtschaftserlösers, damit die gefallene Rasse Adams erlöst wird.


171    Hier ist er, ein Erlöser der Verwandten: Als erstes mußte der Erlöser ein würdiger, ehrbarer Mann sein. Wer konnte würdiger sein, als Christus, würdiger als Jesus? Dann bestand noch eine Bedingung: Er mußte das Geld dazu haben. Er mußte imstande sein, die Sache einzulösen. Christus besaß den Himmel. Er hat es bewiesen, denn er konnte fünf Brote und zwei Fische nehmen und 5.000 Personen speisen und es blieben noch fünf Körbe übrig. Er konnte aus einem Brunnen Wasser pumpen und es dann in Wein verwandeln. Er konnte aus dem Meer einen Fisch nehmen und Münzen aus Gold aus seinem Munde nehmen. Amen.


172    Doch Er wurde arm und hatte nichts, wo Er Sein Haupt hinlegen konnte. Er wurde ein Verwandter. Nicht ein Verwandter der Reichen, ein Verwandter aller Menschen. Er nahm den Stand eines Erlösers ein.


173    Was mußte damals ein Erlöser als nächstes tun? Er mußte ein öffentliches Zeugnis ablegen. Am andern Morgen sagte Naemi zu Ruth: "Komm jetzt zur Ruhe, Ruth, alles wird gut werden, denn du hast Gnade gefunden in seinen Augen."


174    Mein Gott, hilf mir dabei. Laß mich in Seinen Augen Gnade finden. Dann, wenn der Morgen anbricht:

Wenn die Posaune des Herrn ertönen wird, und die Zeit vergehen wird,
Wenn der ewige Morgen anbricht, hell und klar,
Wenn die Erlösten der Erde sich am andern Ufer versammeln,
Wenn die Buchrolle geöffnet und die Namen gerufen werden,
dann werde ich dort sein.

[Lied: Wenn der ew'ge Morgen taget]


175    Ich ruhe jetzt und warte auf die volle Erlösung. Seht, nun besitze ich das Unterpfand, das Angeld. Ich habe einen vollen Schal mit Getreide nach Hause genommen. Er gab es ihr damals, sechs Maß Getreide in ihren Überwurf. Sechs bedeutet sechstausend Jahre der Existenz der Erde. Der Tag des Menschen ist sechs. Der Mensch wurde am sechsten Tag geschaffen. In sechstausend Jahren wurde die Erde geschaffen, im siebten Jahrtausend ruhte Gott. Sechstausend Jahre kämpft die Gemeinde mit der Kraft Gottes gegen die Sünde, mit diesen Getreide Massen, dann geht sie ein zur ewigen Ruhe. So ist es. Ruhe und warte. Sechs Maß von feinem Getreide hat er hineingelegt, daß sie hindurchgetragen wird, bis in die Zeit der vollen Erlösung. Ich bin so froh, daß ich mich daran erfreuen kann.


176    Laßt uns nun geschwind zum Ende der Geschichte kommen. Wir sehen dann, daß Ruth am andern Morgen glücklich war, als sie aufwachte. Sie wartete, und der Mann kam. Er ging noch zu einem andern Verwandten, der vor ihm ein Anrecht auf die Frau hatte.


177    Dieser nächste Verwandte in unserer Parabel, der ein Anrecht auf dich hatte, war der Teufel; denn du hattest gesündigt. Zuerst gehörtest du ihm, denn du bist sein Besitz. Denn wir wurden in Sünde geboren, wurden schlecht beeinflußt, kamen in die Welt und sprachen Lügen. Doch der Teufel konnte uns nicht erlösen. Darum konnte er es nicht einlösen. Und so mußte Christus kommen und Mensch werden, um unsere Sünden hinwegzunehmen und uns zu erlösen. Könnt ihr es sehen? Der andere Mann konnte die Ruth nicht freikaufen. Der Teufel konnte nicht für unsere Sünden sterben, denn er war ja der eigentliche Verdreher, der die Sünde gemacht hatte. Darum konnte er es nicht tun. Dieser andere Kerl hätte das Erbe erschwindeln müssen. Und Satan würde es erschwindeln, denn er ist ein Teufel. Er konnte nicht ein anderer Teufel werden, um den ersten Teufel hinwegzunehmen. Er konnte nicht zur Sünde werden, denn er war ja schon Sünde. Doch Christus, der ohne Sünde war, wurde ein Sünder. Er konnte uns erlösen. Halleluja, wir sind erlöst! Wir sind erlöst, das bedeutet: zurückgebracht. Wir sind erlöst!


178    Am andern Morgen mußte es öffentlich bekannt gegeben werden. Boas ging hinab und traf den Mann am Tor und fragte ihn vor den Ältesten (es mußte ja ein öffentlicher Platz sein). Er schaute ihn an und sagte: "Kannst du sie erlösen." Da er zuerst die Naemi erlösen mußte, um die Ruth zu bekommen... Christus mußte zuerst die jüdische Gemeinde erlösen und dann die heidnische Braut. Ruth kam mit Naemi herein, sie war eine Fremde aus einem andern Land, eine Moabitin, die Moabiter waren Heiden. Er mußte Naemi nehmen. Und als er Naemi hatte, da bekam er alles, was sie hatte.


179    Erinnert euch, daß Christus während seines Dienstes nicht von den Heiden sprach. Es mußte zu den Seinen gehen. "Er kam in Sein Eigentum, und sie nahmen Ihn nicht an." Er wandte sich immer an Seine Eigenen. "Geht nicht in den Wegen der Heiden. Geht nicht nach Samarien sondern sucht die verlorenen Schafe Israels. Und während ihr dahingeht, predigt das Evangelium. Heilt die Kranken, erweckt die Toten, treibt die Teufel aus. Umsonst habt ihr es bekommen, umsonst sollt ihr es geben." War es nicht so? Er sandte immer zwei und zwei. Er mußte jene Gemeinde erlösen. Und als Er jene Gemeinde erlöst hatte, bekam Er die Braut aus den Heiden. Amen. Das gehörte beim Handel noch dazu. Er bekam noch die Braut, als Er die Gemeinde erlöste.


180    Boas mußte es öffentlich ankündigen. Und er fragte den andern: "Kannst du sie erlösen?"

"Nein", antwortete dieser.


181    Es war aber von alters her Sitte in Israel, bei der Lösung und beim Verkauf die ganze Sache also gültig zu machen: es zog einer seinen Schuh aus und gab ihn dem andern. Das war die Bestätigung in Israel. So sprach nun der Löser zu Boas: Kauf du es für dich! und zog seinen Schuh aus. [Ruth 4, 7]

Und er machte es öffentlich bekannt. Er zog den Schuh aus, warf ihn zu ihm und sagte: "Ihr seid heute Zeugen, daß ich von Naemis Hand alles erkauft habe." "Ganz Israel soll wissen, daß ich Naemi erlöst habe und auch die Ruth nehme." Amen. "Ich nehme die Ruth als meine Braut." Wer war es, der da sprach? Der Herr der Ernte. Amen. Das ist sie. "Ich erlöse Naemi und bekomme die Ruth. Und Ruth wird meine Braut sein."


182    Was sagten die Ältesten darauf: "Wir sind Zeugen! Der Herr mache das Weib, das in dein Haus kommt wie Rahel und Lea, die beide das Haus Israel erbaut haben." Seht, er bezeugt die Sache öffentlich.


183    Was tat Jesus, als er sein Werk tat? Er bezeugte die Sache öffentlich, es war ein Zeugnis vor dem Volk. Satan konnte nicht sterben für die Sünde, denn er war ein Sünder. Er ist der Vater der Sünde. Doch Jesus, der unschuldige Eine, der Gott des Himmels, der nicht zu sterben brauchte, der kam herab und starb in der Öffentlichkeit als Zeugnis vor dem Volk und wurde erhoben, zwischen Himmel und Erde. Eine öffentliche Bekanntmachung! Amen.


184    Was tat er eigentlich? Er zog Seine eigene Gerechtigkeit aus, warf Seine eigene Herrlichkeit von sich. "Ich habe Macht; ich könnte meinen Vater bitten und Er würde mir sofort zwanzig Legionen von Engeln senden." Sie hätten die Sache natürlich wenden können. Ein Engel hätte schon genügt. Er hätte zwanzig Legionen erbitten können, das wären ungefähr 40.000 Engel gewesen. Was hätten diese wohl vollbringen können. Er sagte damals: "Ich könnte meinen Vater bitten und Er würde mir sofort zwanzig Legionen Engel senden, sie würden kommen und diese Sache übernehmen." Was könnte ein Engel bewirken? Schon ein Engel könnte die Erde in einer Sekunde zerstören. Seht doch. Er hätte Tausende zur Verfügung gehabt. Doch er warf dies von sich. Er legte seine ganze Würde und alles zur Seite, wurde ein Sünder und starb für dich und für mich.


185    Er hat es getan. Und Boas nahm die Ruth und heiratete sie. Und sie gebar einen Sohn und sie nannten ihn Obed. Obed war der Vater Isais, welches der Vater Davids war, der ein Vater von Christus war. Amen. Vater des Herrn Jesus.


186    Könnt ihr es sehen? Durch diese Gerechtigkeit, durch diese klare Entscheidung wurde er unser Verwandtschaftserlöser. Gott wurde mit uns verwandt. Er kam herab und wurde so wie wir gemacht, er wurde zum menschlichen Wesen, das hungern, dürsten und leiden konnte. "Mich dürstet, gebt mir zu trinken," sagte Er. Und sie gaben Ihm Essig und Galle zu trinken.


187    Er hatte Durst wie wir Durst haben. Er wußte, wie es ohne Durst war. Er war krank, wie wir krank sind. Er sagte: "Sie halten mir das alte Sprichwort vor: 'Hilf dir nun selbst, Arzt." Doch seine großen Kräfte waren nicht für Ihn. Er hatte die Macht, es zu tun, doch Er konnte und wollte die Macht nicht für sich selbst gebrauchen.


188    Kürzlich sagte jemand zu mir: "Bruder Branham, bevor etwas geschieht, so weißt du doch alles darüber. Du weißt doch, was dir zustoßen wird?"


189    Ich antwortet: "Die Kraft ist nicht für mich. Ich kann sie nicht für mich selbst benützen." Es ist für euch. Ihr seid diejenigen, die den Nutzen aus mir ziehen. Ich bin nur ein öffentlicher Diener Gottes für euch.


190    Ein Prediger ist ein öffentlicher Diener. Er bietet sich einfach selbst dar. Wie eine Lilie auf dem Felde; sie steht da, und die Hummeln und die Bienen fliegen hinein und bekommen ihren Honig und derjenige, der vorübergeht, bekommt auch seinen Anteil. Sie strengt sich Tag und Nacht an, um ihre Leuchtkraft zu behalten. Der Evangeliumsprediger tut dasselbe. Er wandelt in der Linie Gottes. Er hält ein wahres Zeugnis aufrecht, daß die Welt etwas von ihm hat - Pastor Lilie - er ist ein guter Mann. Jesus sagte: "Betrachte die Lilie, Salomon ist nicht wie sie." Das ist wahr. Dr. Lilie - ich nehme an, ihr alle kennt Ihn.


191    "Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und spinnen nicht; ich sage euch aber, daß auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie deren eine." Sie muß Tag und Nacht die Nahrung in sich aufnehmen um ihre Leuchtkraft zu bewahren und um das Kleid zu behalten, damit das Parfüm und alles von ihr gehen kann. Sie öffnet sich einfach und die andern kommen vorbei und nehmen aus ihr heraus. Die Biene und die Fliege und alles was vorbeikommt, gutes oder schlechtes, sie nehmen einfach von ihr.


192    So ist ein Diener Christi, er bietet sich der Welt dar: "Nehmt von mir." Er hat es nicht für sich, es ist für die andern. Und so wurde Christus, als Er mit uns verwandt wurde. Er wurde Mensch, damit die Welt Anteil haben konnte an Seiner Gerechtigkeit, daß sie Söhne Gottes werden konnten.


193    Was geschah dann mit Ruth und Boas? Sie heirateten und dadurch kam dann die große Sache. Dann wurde die Ruth belohnt sie bekam Boas (Christus) zum Mann. Damit wird die Gemeinde belohnt werden, wenn der Herr an jenem hellen, wolkenlosen Morgen kommen wird. Jetzt ruhen wir. Wir warten jetzt. Es wird kommen! Warum? Wir sind freigekauft, erlöst.


194    Heute morgen schaute ich im Lexikon nach, was das Wort erlösen bedeutet. Das Wort kommt aus dem Griechischen und hat die Bedeutung einen Sklaven vom Markt nehmen. Das bedeutet erlösen.


195    Ein Mann hatte einen Fehler gemacht und sein Herr verkaufte ihn in die Sklaverei, was eigentlich den Tod bedeutete. Nun kommt ein wohlhabender, würdiger Mann daher, der imstande ist, ihn freizukaufen. Er findet diesen Mann und der Mann findet Gnade in seinen Augen, er erlöst ihn. Das heißt, er nimmt ihn vom Markt und nimmt ihn zu sich. Beachtet, ein Sklave, der freigekauft wurde, konnte nie mehr auf den Markt gebracht und verkauft werden. Amen. Er kann nie mehr auf dem Markt verkauft werden, er ist gekennzeichnet. Wenn er also hartnäckig genug war, um einmal freigekauft zu werden, dann konnte keiner ihn je wieder als Sklave verkaufen.


196    Oh, dank sei Gott, daß ein Mann, der einmal zu Christus gekommen ist und durch das kostbare Blut freigekauft wurde, niemals mehr vom Teufel zum Sklaven gemacht werden kann. Ihr seid in Sicherheit im Blut von Jesus Christus bis zum Tag eurer Erlösung. Lest nach im dritten Buch Moses, im Leviticus, und schaut nach, ob das levitische Gesetz nicht so lautete. Ein Sklave, der einmal freigekauft wurde konnte nie mehr als Sklave verkauft werden.


197    Oh, ich bin so froh. Ich bin so glücklich, daß ich unsern Verwandtschaftserlöser kenne, daß der Gott des Himmels, der Geist ist, herabkam und Fleisch gemacht wurde, daß Er so wurde wie Du und ich; daß Er die Gestalt des sündigen Fleisches annahm. Er, der von keiner Sünde wußte, daß unsere Sünden auf ihm zur Ruhe kommen und er mit uns verwandt wurde. Er machte eine öffentliche Bekanntmachung, ein öffentliches Zeugnis seines Sterbens. Er bezahlte den vollen Preis.


198    Und Gottes Geist bestätigte das Zeugnis. Der Vorhang im Tempel zerriß von oben nach unten; nicht von unten nach oben - um zu zeigen, daß Gott selbst den Vorhang aufriß, aus der Höhe. Er öffnete ihn von oben nach unten und öffnete den Weg. Die Opferaltäre stürzten um und die Blitze zuckten durch den dunklen, zornigen Himmel. Die Sonne ging mitten am Tage unter und die Sterne verweigerten ihren Schein. Alles gab ein Zeugnis: Wir sind erlöst. Halleluja!


199    Laßt uns beten. [Ein Mann in der Versammlung gibt eine Weissagung]. Dies war ein prophetischer Ausspruch zur Gemeinde nach der Botschaft.


200    Wenn jemand hier ist, der Ihn nicht kennt oder dessen Leben nicht in Ordnung ist - ihr seid eingeladen, um vor der Versammlung und dem Angesicht Gottes Ihn als euren Retter anzunehmen. Das Wasserbecken ist bereit für die Taufe.


201    Während wir unsere Häupter gebeugt halten, benützen wir den Augenblick, um das Lied Ich gehe hindurch zu singen.

Ich gehe hindurch, ja, ich gehe hindurch,
Ich werde den Preis bezahlen, was auch andere tun mögen,
Ich werde den Weg des Herrn mit den wenigen Verachteten erwählen,
Ich habe nun mit Jesus begonnen, und ich werde hindurchgehen.

Möchte noch jemand kommen und mit dieser jungen Frau niederknien? Wie damals die Ruth - sie begibt sich heute morgen auf den Weg.


202    Unser himmlischer Vater; während die Gemeinde das Lied So zu sein wie Jesus summte, ist diese Frau wie Ruth hervorgetreten. Wie Ruth will sie den Preis bezahlen, wie der Preis auch sein mag. Ob sie ausgelacht oder verspottet wird, sie hat ihren Stand eingenommen und steht hier und bekennt ihre Sünden. Sie kniet hier und bezeichnet damit die Stelle, wo der große Herr der Ernte sich am Kreuz niederlegte. Sie ist dort, um Seinen Geist zu empfangen, Seine Gnade, die zu ihr gesprochen hat, als das Wort hervorging. Es führte sie, wie in alter Zeit die Naemi geführt wurde. Es traf sie genau am richtigen Ort. Nun ist sie gekommen, um den Stand eines Gläubigen einzunehmen. Sie kniet am Kreuz und bekennt ihre Sünden, legt alle alten Dinge des Lebens beiseite und wird ein neues Geschöpf in Christus Jesus.


203    Vater, wir beten heute morgen, daß jedermann der Dir noch fremd ist und Dich nicht kennt, diese Worte nicht an sich vorübergehen läßt. Wir wissen nicht, welche Stunde uns ins Gericht bringt. Vielleicht geschieht schon ein Unfall, bevor wir nach Hause kommen. Vielleicht werden wir von einem Herzanfall getroffen. Wir wissen es nicht. O Gott, wir wollen uns für diese Stunde zubereiten, während der Geist hier ist, während wir bezeugen können, daß Er hier ist; während der Gott des Himmels, in all Seiner unendlichen Gnade hier ist, um uns hereinzunehmen.


204    Herr, gib uns Deine Gnade. Bring noch andere zum Altar, damit sie Jesus Christus als Retter annehmen können, wie diese Frau es tat.

Herr, ich bete um Gnade. Gewähre es Herr. Du weißt, wie ich es in meinem Herzen meine. Ich bitte, daß dein vergossenes Blut in dieser Stunde in Gnade hervorkommt. Gewähre es, Herr. Gewähre es, während wir auf andere warten.

Mögen noch andere kommen und durch Christus mit Gott versöhnt werden.


205    Während wir warten, und uns fragen, singen wir:

Leuchte über mir, Herr, leuchte über mir;
laß das Licht Deines Leuchtturmes über mir leuchten.

Zu sein wie Jesus, zu sein wie Jesus,
Ich habe das Verlangen, auf Erden zu sein wie Jesus;
während meiner ganzen Lebensreise, von der Erde zur Herrlichkeit,
möchte ich nur so sein, wie Er.


206    Vater Gott, möchte dies in Wahrheit unser Zeugnis sein. Herr, wir möchten sein wie Er, sanft, demütig und lieblich. Immer denen vergeben, die Ihn zur Seite tun und verkehrte Dinge tun. So möchten wir sein. Wir danken Dir für diese Frau, die heute morgen gekommen ist. Wie können wir wissen, wie ihr Leben nach einer Weile aussehen wird. Weil all ihre Fehler und die falschen Dinge in ihrem Leben, wie wir sie alle tun, heute morgen unter das Blut gebracht wurden, bete ich, daß diese Frau ein geweihtes Leben leben kann, damit ihre Bekannten auch zu diesem Erlebnis geführt werden. Möge sie bei diesem Erlebnis nicht still stehen, sondern weitergehen ins versprochene Land, sich den Ort merken und dort niederlegen um dort den Heiligen Geist zu empfangen. Gewähre es Herr.

[Der Altarruf ging weiter bis die Gebetsreihe aufgerufen wurde.]


215    Während die Menschen sich in Reihe stellen, möchte ich fragen, wieviele Fremde hier sind, die noch nie in meinen Versammlungen waren? Wieviele wissen, daß euch kein Mensch heilen kann? Auch kein Arzt kann euch heilen. Ein Arzt ist kein Heiler, er ist nur der Natur behilflich. Gott ist der Heiler. Ein Arzt kann einen gebrochenen Arm richten, er kann ihn aber nicht heilen. Er kann einen Blinddarm herausnehmen. Gott heilt die Stelle, wo er geschnitten hat. Ein Arzt kann einen Zahn ziehen, er kann aber nicht das Blut stoppen und die Wunde heilen. Gott muß es tun.


216    Wieviele wissen, daß Jesus, als er auf Erden war, nie beanspruchte ein Heiler zu sein? Er war ein Mann. Er sagte: "Nicht ich tue die Werke, sondern mein Vater, der in mir wohnt." Welch ein Dienst verrichtete Er, als Er auf der Erde war? Er tat das, das der Vater Ihm zeigte. Ist das richtig? Wie viele wissen das? Joh. 5, 19: "Wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selbst tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn."


217    Ist nun Jesus Christus immer derselbe, gestern heute und in Ewigkeit? Glaubt ihr das von ganzem Herzen? Könnt ihr glauben, daß er tatsächlich noch derselbe ist, wenn es heißt, daß er gestern, heute und für immer derselbe sei?


218    Nun gut; in welcher Weise ist Er derselbe? Er ist derselbe in allen Dingen. Er ist derselbe Gott, derselbe Heiler, derselbe Retter. Dann hat er noch dieselbe Einstellung. Wenn Er derselbe war und ist, dann wird Er noch gleich handeln.


219    Wieviele Fremde sind hier? Erhebt eure Hand, wenn ihr wißt, daß ich nichts über euch wissen kann.


220    Wieviele Fremde sind hier, die wissen, daß ich nichts über sie wissen kann? Erhebt eure Hand. Wer möchte sehen, wie Er die verborgenen Dinge offenbart, damit wir sagen können, daß Er unter uns war? Ob ihr nun durch die Reihe kommt, oder ob ihr sitzen bleibt, das macht keinen Unterschied. Der Heilige Geist kann es in gleicher Weise offenbaren. Könnt ihr das glauben?


221    Wenn dem so ist, dann bleibt einen Augenblick ruhig. Ich will schauen, ob ich jemanden unter euch kenne.


221.-229   [Gespräche mit Bekannten in der Versammlung]


230    Ich verkünde, daß Jesus Christus sich nicht geändert hat. Auch Sein Tod hat Ihn nicht verändert. Er hat Ihn verherrlicht. Er ist am dritten Tag auferstanden und aufgefahren. Dann sandte Er Seinen Heiligen Geist zurück, welcher Gott war, der über ihm war. Und als Jesus auf Erden war, da sagte Er: "Die Werke, die ich tue, die werdet auch ihr tun. Eine kleine Weile, und die Welt wird mich nicht mehr sehen, (die Welt, die ungläubige Kirche), sie wird mich nicht mehr sehen, ihr aber werdet mich sehen. ("Ihr", damit ist die Gemeinde gemeint, die Gläubigen), "denn Ich" (Ich ist ein persönlicher Fürwort) "Ich werde mit euch, ja in euch sein, bis ans Ende der Welt. Und die Werke, die ich tue, die werdet auch ihr tun." Ist das nun die Wahrheit?


231    Heute morgen haben wir Baptisten, Protestanten, Katholiken und sogar Juden unter uns. Wir haben die "Gemeinde Gottes", "Heiligkeitspilger", "Zeugen Jehovas", Methodisten, Lutheraner, Pfingstler, und anderes mehr. Sie alle besuchen uns. Die Branham Kapelle ist hier eine ganz kleine Sache, doch Menschen aus der ganzen Welt versammeln sich hier.


232    Laßt uns nun aufmerksam und klar mit Ehrfurcht überlegen und diese Frage beantworten. Wenn Er also nicht tot ist und Seine Einstellung euch und den Kranken gegenüber noch dieselbe ist, dann ist Er noch derselbe wie gestern. Was war seine Einstellung "gestern": "Wenn ihr glauben könnt!" Stimmt das? "Wenn ihr glauben könnt!"


233    Ein Mann sagte damals: "Herr erbarme dich meiner. Mein Sohn ist mit vielen Teufeln gebunden. Sie haben ihn zu Deinen Jüngern gebracht, und sie konnten nicht helfen."


234    Und Er antwortete: "Wenn ihr nur glauben hättet! Wenn ihr glauben habt, dann kann ich etwas tun."


235    Was tat Jesus damals? Was war er "gestern". Wie diente Er ihnen? Laßt uns sehen, wie er "gestern" war. Um das zu zeigen werde ich etwa drei Minuten in Anspruch nehmen.


236    Als Er damals mit Seinem Dienst begann, sehen wir einen Fischer mit dem Namen Andreas. Er war bekehrt worden, kam zum Glauben und ging zu seinem Bruder Simon. Den brachte er zu Jesus. Er war ein ungebildeter Fischer, der nicht einmal seinen eigenen Namen schreiben konnte. Dieser kam vor Jesus. Er schaute ihn an und sagte dann: 'Dein Name ist Simon. Du bist der Sohn des Jonas."


237    Sie wußten, daß dies der Messias sein mußte, denn Moses hatte verheißen, daß der kommende Messias ein Prophet sein würde. Der Messias-Prophet. Und Er schaute ihn an und sagte: "Dein Name ist Simon und dein Vater heißt Jonas." Und so wußte er daß dies der Messias war.


238    Die Frau am Brunnen - dies ist nun ein anderes Volk - nur die Juden und die Samariter empfingen Ihn. Die Heiden sollten erst später hereinkommen. Die Frau am Brunnen war eine Samariterin und sie kam zum Brunnen um Wasser zu holen. Jesus sagte: "Gib mir zu trinken!" Er sprach mit ihr, genauso, wie ich mit jemandem aus der Versammlung sprechen würde. "Bring mir etwas zu trinken!" Sie hatten sich vorher noch nie gesehen.


239    Und sie sagte: "Dies ist nicht Sitte bei uns. Wir haben eine Trennung ." Wie es bei uns in den Südstaaten war. Und so sagte sie: "Wir haben eine Trennung und es gehört sich nicht, denn du bist ein Jude." Jesus war Jude und sie war eine Samariterin. "Es ist nicht Sitte, daß du mich, eine samaritische Frau, um so etwas bittest."


240    Er antwortete: "Frau, wenn du wüßtest, wer mit dir redet, dann würdest du mich bitten, daß ich dir zu trinken gebe."


241    Dies stoppte die wunderbare Frau. Sie schaute Ihn an und sagte: "Du hast aber nichts womit du schöpfen könntest. Der Brunnen ist tief."


242    Er sagte: "Das Wasser, das ich dir gebe ist ewiges Leben."


243    Und schlußendlich fand Er heraus, wo ihr Problem war. Wer von euch kennt ihr Problem? Sie hatte fünf Ehemänner! Und was sagte Er dann zu ihr? Er sagte: "Geh, bringe deinen Mann!"


244    Sie schaute Ihn an und sagte dann: "Ich habe keinen Mann."


245    Er antwortete: "Du hast die Wahrheit gesagt, denn du hattest fünf Männer, und derjenige, mit dem du jetzt lebst ist nicht dein Mann."


246    Da sagte sie: "Mein Herr, ich sehe, daß Du ein Prophet bist. Und wir wissen, wenn der Messias (das war Jesus) kommt, dann wird Er uns diese Dinge sagen, denn wir wissen, daß Er ein Prophet sein wird. Wir wissen, wenn der Messias kommt, dann wird Er diese Dinge tun. Doch wer bist du?"

Er antwortete: "Ich bin es."


247    Darauf eilte sie in die Stadt und rief: "Kommt und seht, wen ich gefunden habe, ein Mann, der mir alles sagte, was ich getan hatte. Ist dies nicht der Messias?"


248    Wenn dies "gestern" das Zeichen des Messias war, dann ist es heute dasselbe. Könnt ihr Fremden dies glauben?


249    Für jene, die ferne sind möchte ich eine Schriftstelle geben, damit ihr etwas habt, worauf ihr euch stützen könnt. Wieviele glauben, daß Er der Hohepriester ist, der berührt werden kann, indem Er unsere Gebrechen fühlt? Ihre alle...

[Leere Stelle auf dem Tonband]


250    ...dies ist ihr Problem, viele Schwächeanfälle, dann stehst du auf in der Nacht und so weiter. Du kommst von Ohio. Du gehörst zur Gemeinde von Bruder Sullivan. Du gehst dorthin. Ich sehe wie Bruder Sullivan dort steht. Du bist mit Kindern dorthin gegangen. Jetzt fühlst du anders als vorher. Es hat dich verlassen. Du kannst nach Hause gehen, dein Glaube hat dich gesund gemacht. Gott segne dich.


251    [Eine andere Person kommt.] Gott im Himmel weiß, daß ich Sie nicht kenne und nichts über Sie weiß. Ich weiß nicht was ihnen fehlt. Ich kann nicht wissen, was nicht stimmt mit Ihnen. Sie sind einfach ein Mann, der vor mir steht. Die Jungen haben Ihnen eine Gebetskarte gegeben, und nun stehen Sie in der Reihe.


252    Dieses hier zu tun ist für mich schwerer als all das Predigen den ganzen Morgen.


253    Junger Mann, Sie sind nicht hier wegen Ihnen. Sie sind hier wegen jemand anderem. Es geht um ein Kind. Das Kind ist nicht hier. Es lebt in einem ebenen Land, es lebt in Kansas. Es leidet an Epilepsie. Es ist eine Dunkelheit über dem Kind.


254    Sie haben irgend einen Kontakt mit der Familie Strickers. Haben Sie nicht eine der Schwestern geheiratet? So ist es! Können Sie glauben? Dann wird es keine Anfälle mehr haben. Wenn Sie von ganzem Herzen glauben können. Wie Sie geglaubt haben, so wird es mit dem Kind werden.


255    [Andere Person] Sie beten für eine Tante. Sie hat Krebs. Ich kenne Sie nicht. Noch nie habe ich Sie in meinem Leben gesehen. Doch als ich zu jenem Mann über seine Verwandtschaft sprach hat Sie etwas getroffen.


256    Können Sie jetzt von ganzem Herzen glauben?

Was hat sie berührt? Wer kann mir sagen, wen die Frau berührt hat?


257    Ich sehe einen Tumor... Sie hatten schon drei Tumore, zwei Tumore, ist das richtig?


258    Die Frau ist vom Tod überschattet. Ich sehe einen dunklen Schatten über ihr, dies bedeutet, daß sie Krebs hat. Genau so ist es. Der Arzt hat ihr gesagt, sie hätte Krebs in den Lymphdrüsen. Wenn das richtig ist, dann erheben Sie Ihre Hand. Sie sind nicht von hier. Sie kommen aus Iowa.


259    -261 [Wurde nicht übersetzt.]